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Wetzikon öffnet dem Glück die Tür

Im zweiten Derby der Saison jubelt nur der EHC Wetzikon: Er lässt kein Tor zu und schlägt Dübendorf 4:0.

Spätestens bei ihm war Schluss: EHCW-Goalie Fabian Ryffel vereitelte alle Dübendorfer Versuche – hier stoppt er Damon Puntus.

Foto: Christian Merz

Wetzikon öffnet dem Glück die Tür

Erstliga-Derby

Der EHC Wetzikon schlägt im Erstliga-Derby vor 1500 Zuschauern Tabellenführer Dübendorf 4:0. Das klare Resultat erzählt indes nicht die ganze Wahrheit.

Der EHC Wetzikon hat auch das zweite Derby der Saison für sich entschieden. Nach dem knappen 3:2-Erfolg im Penaltyschiessen im November setzten sich die Wetziker am Samstag daheim gegen den souveränen Leader EHC Dübendorf gleich 4:0 durch.

Für die Glattaler war es die erst dritte Niederlage in 19 Spielen. Mehr als drei Gegentore hatten sie bisher erst einmal kassiert.

Das Derby-Resultat erzählt allerdings nicht die ganze Geschichte. Das Team von Christian Modes feierte zwar einen deutlichen Sieg, das Spiel aber war über weite Strecken offen und schien auch dann nicht entschieden, als die Wetziker nach rund 35 Minuten komfortabel 3:0 führten. Wobei man auch festhalten muss: Wer am Schluss 4:0 gewinnt, kann den Sieg nicht gestohlen haben.

Der EHCW machte in einem intensiven Spiel vor der Saisonrekordkulisse von über 1500 Zuschauern vieles richtig. Der Tabellendritte zeigte einen kämpferisch ausgezeichneten Auftritt. Er trat solidarisch auf, war in allen Zonen präsent und brachte immer noch irgendwie einen Stock, Fuss oder ein Bein in die Pass- oder Schusswege der Gäste. In der Defensive verzeichneten die Wetziker kaum grobe Aussetzer und sie schossen in den richtigen Momenten die Tore.

Ryffel ist wie eine Wand

Entgegen dem Spielverlauf brachte Mario Pieroni sein Team in der 17. Minute in Führung, indem er einen Abpraller humorlos in den Maschen versorgte. In der 27. Minute erhöhte Nils Berni auf 2:0, nachdem die Gäste ihre Offensivbemühungen verstärkt hatten und der Ausgleich in der Luft hing.

Mit der Führung im Rücken mussten die Wetziker keine unnötigen Risiken mehr eingehen und setzten auf Konter. Zudem konnten sie sich auf Fabian Ryffel im Tor verlassen, dem ein hervorragendes Spiel gelang.

Wetzikon Torhueter Fabian Ryffel
Einmal kurz durchatmen: Fabian Ryffel hatte viel Arbeit, erledigte diese aber tadellos.

«Er hat uns mehr als einmal gerettet», lobte Denis Vrabec seinen Teamkollegen. Der EHCW-Stürmer attestierte seiner Mannschaft einen guten Auftritt, euphorisch wurde er trotzdem nicht. Er anerkannte die Stärke der Gäste und sagte: «Sie waren uns teilweise überlegen.»

Vrabec wies ebenfalls darauf hin, dass der Puck in einigen Situation ein Wetziker Herz hatte und zu ihren Gunsten sprang. «Das Glück war auf unserer Seite», sagte er. Aber es ist dann doch noch immer so: Klopft das Glück an die Türe, muss man es auch hereinlassen.

Eines dieser Spiele

Das taten die Wetziker mit ihrem Engagement. Spielerisch besser war indes der Leader, der bisher so souverän sein Pensum abgespult hatte und mit entsprechend viel Selbstvertrauen auftrat. Die Dübendorfer erarbeiteten sich ein Chancenplus. Sie wirkten häufig etwas spritziger, strukturierter und lancierten ihre Angriffe mit mehr Tempo.

Die Gäste verpassten es in der Anfangsphase der Partie aber, bei einer über einminütigen doppelten Überzahl vorzulegen. Und gingen danach liederlich mit ihren Chancen um. Zweimal hatten sie dazu im zweiten Drittel innerhalb kürzester Zeit Pech, als sie die Torumrandung trafen.

Mit Fortdauer der Partie wurden die EHCD-Angriffe verzweifelter, immer häufiger prägten Einzelaktionen das Bild. Die Glattaler hätten wohl noch lange weiterspielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Das sah auch EHCD-Trainer Reto Stirnimann so, der davon sprach, dass es einfach solche Spiele gebe.

Gross kritisieren mochte er seine Mannschaft nach der deutlichen Niederlage nicht. Bei den ersten drei Gegentoren seien seine Spieler zu wenig konsequent zur Sache gegangen, monierte Stirnimann. Und sprach von einem «Schuss vor den Bug zur rechten Zeit». Er sah den grossen Unterschied zwischen seinem Team und dem Gegner aber vor allem in einem Punkt: «Sie haben die Tore geschossen, wir nicht.»

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