Jetzt schickt er erstmals ein Frauenteam auf Punktejagd
EHC Wetzikon
Es ist ein neues Kapitel: Ab der nächsten Saison nimmt eine Wetziker Frauenequipe an der Meisterschaft teil. Und hat gleich Ambitionen.
Es ist höchste Zeit. Das jedenfalls haben sich die Verantwortlichen des EHC Wetzikon gesagt und entsprechend gehandelt. Ab der Saison 24/25 ist ein Wetziker Frauenteam in der Meisterschaft dabei.
«Wir wollen unseren Beitrag zum Frauenhockey leisten», sagt Luzi Schneider, der als Nachwuchs-Chef im Vereinsvorstand sitzt. Ein Schnellschuss ist das Ganze nicht. Im Gegenteil, wie Schneider sagt: «Wir dachten schon länger darüber nach, hatten den Mut für diesen Schritt aber nicht.»
Seit 1949 gibt es den EHC Wetzikon mittlerweile. Er hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, spielte einst gar in der NLB. Eine Frauenequipe aber stellte der Verein noch gar nie.
Dabei ist der Anteil der Mädchen im eigenen Nachwuchs in den vergangenen Jahren stets grösser geworden. Rund 20 davon sollen im Herbst das Kader des ersten reinen Wetziker Frauenteams bilden. Um die 30 Mädchen spielen derzeit insgesamt im Nachwuchs des Vereins – am meisten davon in der U13.
Dazu muss man wissen: Eine eigene Nachwuchsmeisterschaft bei den Mädchen gibt es nicht. Bis und mit U17-Kategorie spielen junge Eishockeyanerinnen in gemischten Teams mit den Jungs. Aufgrund der körperlichen Unterschiede dürfen die Mädchen dabei ab der Stufe U13 jeweils ein Jahr länger in den entsprechenden männlichen Nachwuchskategorien bleiben.
«Die Mädchen sind in unseren Knabenteams voll integriert, nehmen in der Meisterschaft teil und machen einen sehr guten Job», sagt Schneider dazu.
Die Attraktivität steigt
Ab 12 Jahren dürfen Eishockeyanerinnen dann in den drei untersten Frauenligen spielen, mit 15 dann ebenfalls auf oberster Stufe. Die Womens League besteht momentan aus acht Teams. Allein beim Meister, den ZSC Lions Frauen, finden sich mehrere Spielerinnen aus der Region.
Gar aus dem Wetziker Nachwuchs stammt Nora Harju. Die 20-jährige ZSC-Verteidigerin gehört auch dem Kader des Schweizer Nationalteams an – wie ihre um ein Jahr jüngere Schwester Nina, die für Zug spielt.
Wir wollen möglichst rasch aufsteigen.
Luzi Schneider
Nachwuchs-Chef EHC Wetzikon
«Wir bringen regelmässig Spielerinnen raus», schwärmt Schneider. Und sagt, man arbeite eng mit den Rapperswil-Jona Lakers zusammen, die zwei Frauenteams hätten. Auch mit dem ZSC ist der EHCW im guten Austausch.
Der Nachwuchs-Chef hofft, dass der Oberländer Klub dank eigenem Frauenteam künftig noch mehr Spielerinnen anzieht. Speziell bemüht hat man sich bisher nicht um sie. Trotzdem sind rund 15 Prozent der Teilnehmenden in der Wetziker Hockeyschule jeweils Mädchen.
So schnell wie möglich hoch
Die Ankündigung, ab Herbst 2024 ein Frauenteam zu stellen, hat dem EHCW viele positive Reaktionen beschert und «eine grosse Welle an Zustimmung eingebracht», wie Schneider sagt. Beginnen müssen die Wetziker Frauen selbstredend in der untersten Liga.
15 Teams in drei Gruppen aufgeteilt spielen diese Saison in der viertklassigen SWHLD. Lange möchte der EHCW da nicht verweilen. «Wir wollen möglichst rasch aufsteigen», sagt Schneider, «wie schnell das realisierbar ist, werden wir dann sehen.»
Wer das Team trainiert, ist offen. Schneider hat aber einen Kandidaten an der Hand. Eine grosse Herausforderung dürften derweil die Eiszeiten werden. Schneider geht darum davon aus, dass die Spielerinnen weiterhin in ihren jeweiligen Stufen mit den Jungs trainieren. Und dazu wohl nur sporadisch zusammen im Frauenteam.
