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Für die Laupner Frauen ist angerichtet

Für den UHC Laupen sind die letzten Wochen alles andere als ideal gelaufen. Die Ausgangslage für die zweite Qualifikationshälfte ist dennoch gut.

Die Rückkehrerin ist Laupens beste Skorerin: Andrea Wildermuth (links) feiert ein erfolgreiches Comeback.

Archivfoto: Christian Merz

Für die Laupner Frauen ist angerichtet

Playoffs in Sicht

Die NLA-Frauen des UHC Laupen stecken im Tief, haben sechsmal am Stück verloren. In die Rückrunde steigen sie trotzdem mit guten Aussichten.

Wer das Potenzial der Laupner NLA-Frauen aufzeigen möchte, muss nicht mühselig Schnipsel aus verschiedenen Spielen zu einem Video zusammenfügen. Er kramt ganz einfach die Aufnahmen des Startdrittels gegen Bern Burgdorf hervor.

Drei Monate ist es her, seit die Equipe von Trainer Yves Kempf zum Saisonauftakt gegen die Bernerinnen gross auftrumpfte und sich in den bisher besten 20 Minuten ihrer Saison einen 5:0-Vorsprung erspielte. Die Kurzfassung jenes Auftritts: stark in der Defensive, frech in der Auslösung und effizient im Abschluss.

Am Samstag treffen die zwei Teams zum Start in die zweite Hälfte der Qualifikation erneut aufeinander. Auf Reiseflughöhe wie damals aber sind die Laupnerinnen nicht mehr. Ihre Bilanz ist zwar ordentlich. Das schon. Sie liegen auf Rang 5 und führen das Feld der Verfolgergruppe der davongezogenen Top Four an. Bern Burgdorf als Achter ist allerdings nur einen Punkt entfernt.

Vor allem aber ist dem UHC Laupen dasselbe passiert wie in der Vorsaison. Er ist nach einem formidablen Meisterschaftsstart mit drei Siegen ins Tief gerutscht. Seither haben die Oberländerinnen nur noch verloren. Bei sechs Niederlagen am Stück stehen sie mittlerweile.

Häufig fehlt nur wenig

Schon in der Saison 2022/2023 war Laupen bei Pensumshälfte auf Rang 5 klassiert gewesen. Allerdings hatten die Oberländerinnen damals 14 Punkte auf dem Konto – also drei mehr als jetzt. Das ist erstaunlich, ist das Laupner Kader gegenüber dem Vorjahr doch besser bestückt. Auch wenn sich die Topskorerin aus der letzten Saison, Vanessa Kapp, in die Babypause verabschiedet hat.

Trainer Yves Kempf ist mit dem Erreichten denn auch nicht zufrieden. Die Kernbotschaft seiner Halbzeitbilanz: «Wir haben zu wenige Punkte.» Dann rechnet er vor, in welchen Partien mehr möglich gewesen wäre, spricht gar von «Punkte verschenken» und kommt zum Schluss: Drei bis fünf Zähler müsste Laupen aktuell mehr auf dem Konto haben.

Man kann nicht immer sagen, wir sind nahe dran. Am Ende der Saison kann man sich davon nichts kaufen.

Yves Kempf

Trainer UHC Laupen

«Es fehlte häufig nicht viel», sagt Kempf. Aber es ist wie immer seit dem Aufstieg des Dorfklubs in die höchste Liga 2018: In den entscheidenden Momenten geht den Laupnerinnen, die bisher jedes Mal die Playoffs erreichten, da aber noch nie eine Partie gewannen, die Abgebrühtheit ab.

Symptomatisch dafür war das letzte Spiel vor der WM-Pause gegen Berner Oberland. Laupen hatte mehr Chancen, verfügte über die bessere Spielanlage, führte gegen den harmlosen Gegner 2:0 – und fand doch einen Weg in die Niederlage.

Ein Mix aus Gründen

«Man kann nicht immer sagen, wir sind nahe dran. Am Ende der Saison kann man sich davon nichts kaufen», sagt Kempf. Der Ärger im Team über all die verpassten Möglichkeiten ist laut dem Trainer durchaus gross. Die zwei neu verpflichteten Tschechinnen Kristyna Bachmeierova und Nikola Kucharova, aber auch das Comeback von Andrea Wildermuth hatten die Hoffnung geweckt, die Qualifikation besser als zuletzt (8.) abzuschliessen.

An Wildermuth, die in ihrer besten Saison 20 Tore in 20 Qualifikationspartien erzielt hatte, liegt es nicht. Die 24-Jährige ist Laupens erfolgreichste Offensivkraft und mit ihren 13 Punkten in der NLA-Skorerliste an fünfter Stelle. Von Bachmeierova schwärmt Kempf gar: «Sie ist Gold wert.» Über Kucharova, die mit ihrer Landsfrau in derselben Linie verteidigt, sagt er hingegen: «Ihre Rolle müssen wir noch finden.»

Woran also liegt es, dass Laupen zuletzt aus der Spur geriet? An einem Mix aus Gründen, vermutet der Trainer. Man habe systemmässig viel umgestellt, sagt er. «Damit kommen wir noch nicht immer klar.»

Daneben spielen der fehlende Konkurrenzkampf im Team, eine bisweilen bescheidene Trainingspräsenz und seit Neustem personelle Probleme eine Rolle. Goalie Pascale Mir fällt beispielsweise verletzt aus, die drittbeste Stürmerin Hanka Lackova ebenso, und Captain Sina Hofmann ist auf Reisen.

Jammern mag Kempf nicht. Denn obwohl die letzten Wochen alles andere als optimal gelaufen sind, haben die Laupnerinnen im Kampf um die Playoff-Plätze eine gute Ausgangslage. Oder wie Kempf sagt: «Es wäre angerichtet.»

Nun folgen wegweisende Spiele. Erst Bern Burgdorf (8.), im neuen Jahr trifft Laupen dann auf Schlusslicht Aergera, danach auf die ebenfalls unter dem Strich liegenden Floorball Riders. «Gewinnen wir zwei dieser Spiele, sind wir durch», sagt Kempf. «Gewinnen wir alle drei, können wir um den 5. Platz mitstreiten.»

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