Von dieser Premiere haben sie geträumt
Walder Biathlon-Brüder
Sebastian und Gion Stalder leben und trainieren gemeinsam. Nun sind sie in Hochfilzen erstmals im Weltcup auch zusammen für die Schweiz im Einsatz gewesen.
Ihr gemeinsamer Traum? Die Brüder Sebastian und Gion Stalder sind sich einig: Sie hoffen darauf, einmal zusammen eine WM-Staffel bestreiten zu können. Wobei Sebastian Stalder kurz vor der Saison einschränkte, vorerst auch mit weniger zufrieden zu sein: «Oder überhaupt mal eine Staffel zusammen zu laufen.»
Am Sonntag ist der Wunsch der zwei Walder in Hochfilzen (AUT) in Erfüllung gegangen. Da Niklas Hartweg krankheitsbedingt passen muss, kann Gion Stalder in die Bresche springen. Er muss dafür extra aus der Heimat anreisen. Gion Stalder übernimmt die Position des Schlussläufers, sein Bruder, mit dem er in Alvaneu Bad zusammen wohnt, ist wie schon bei der ersten Weltcup-Staffel der Saison Startläufer.
Beim Staffel-Auftakt in Schweden hatte Sebastian Stalder gar als Führender an seinen Teamkollegen übergeben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen vor dem Rennen in Hochfilzen an ihn. Doch vorerst läufts im Tirol ganz und gar nicht rund für ihn. Stalder stürzt früh unverschuldet, fällt fast an den Schluss des Felds zurück. Und der hervorragende Schütze muss beim ersten Schiessen auch noch einmal nachladen.
Doch dann dreht der 25-Jährige auf, der am Samstag in der Verfolgung nach einer starken Leistung von Platz 30 noch auf Rang 17 vorstiess. Das Stehend-Schiessen absolviert er nicht nur schnell, sondern ebenfalls fehlerlos und überzeugt auch in der Loipe. Auf Position 3 schickt er Joscha Burkhalter los.
Erst die Feuertaufe, dann die Zwangspause
Bis Gion Stalder übernimmt, verliert die Schweiz an Boden. Als Siebter stürzt sich der Walder in den Wettkampf. Und kann den Platz, trotz insgesamt vier Nachlader, erfolgreich behaupten. Selbstverständlich ist das nicht. Schliesslich hat Gion Stalder bewegende Tage hinter sich.
Ende November feiert er in Schweden sein lange erdauertes Debüt auf höchster Stufe – mit Platz 80 im Einzel-Rennen in Östersund. Danach aber wird der aufstrebende Oberländer krank und kann keine weiteren Weltcup-Erfahrungen sammeln. Die Wettkämpfe in Hochfilzen verfolgt er vorerst aus der Ferne, ehe er am Sonntag quasi fliegend eingewechselt wird.
Gion Stalder geniesst den unerwarteten Einsatz. Seine Beine fühlen sich zwar schwer an und er bezeichnet seine Form als schlecht, sagt aber auch: «Ich verlasse Hochfilzen mit tollen Erlebnissen.»
Sein Bruder benutzt ähnliche Worte, als er aufs Wochenende in Österreich zurückblickt. «Es ist tolles Gefühl, zusammen mit meinem Bruder in der Staffel den guten 7. Platz belegt zu haben.»
