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Jetzt ist die lange Derby-Pause zu Ende

Der EHC Dübendorf und EHC Wetzikon drücken der Erstliga-Ostgruppe ihren Stempel auf. Nun kommt es zum Direktduell.

Lang, lang ist es her: EHCD-Verteidiger Mike Breiter (links) war beim letzten Derby 2017 schon dabei.

Archivfoto: David Kündig

Jetzt ist die lange Derby-Pause zu Ende

EHCD empfängt den EHCW

Sechseinhalb Jahre nach dem letzten Duell treffen der EHC Dübendorf und der EHC Wetzikon in der Meisterschaft erstmals wieder aufeinander. Es ist zugleich ein Spitzenkampf.

In der Vorbereitung auf diese Saison hin haben sie sich beschnuppert. Aber das Testspiel, das der EHC Dübendorf Anfang September gegen den EHC Wetzikon 5:2 für sich entschied, war ein Muster ohne Wert.

Am Samstag treffen die zwei Teams nach über sechseinhalb Jahren Pause auch in der Meisterschaft wieder einmal aufeinander. Es ist das Wiedersehen von Lokalrivalen, die zuletzt lange in unterschiedlichen Ligen spielten. Vor allem aber das Kräftemessen jener zwei Mannschaften, die der Erstliga-Ostgruppe aktuell den Stempel aufdrücken.

Ein paar Beispiele gefällig? Der EHCW schoss 48 Tore und damit am meisten, der EHC Dübendorf ist mit 43 die Nummer 2 und hat zugleich am wenigsten Gegentore (11) erhalten. In den Top 6 der Skorerliste ist nur ein Spieler weder Wetziker noch Dübendorfer, die besten Goalies heissen Raphael De Boni, Noah Paixao (beide EHCD) und Fabian Ryffel (EHCW). Sogar beim Zuschauerschnitt schwingen Wetzikon (423) und Dübendorf (395) obenaus.

Überraschend? Jein!

Es ist keine Überraschung, schlagen sich die vielen positiven Statistiken in der Tabelle nieder. Nach acht Runden ist Dübendorf mit dem Punktemaximum Leader. Die Wetziker haben als Dritter drei Punkte Rückstand.

War dieses Bild erwartbar? Jein. Dass der EHC Wetzikon zu den Spitzenteams zählt, kommt nicht von ungefähr. Der EHCW war in der jüngeren Vergangenheit mit einer Ausnahme Stammgast im Final der Ostgruppe. Er hat nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus in der letzten Saison sein Team erfolgversprechend umgebaut.

Der Dübendorfer Höhenflug kommt hingegen unerwartet. Die Glattaler mussten nach dem Abstieg aus der MHL, der den Abgang von 14 Spielern zur Folge hatte, einen Neuaufbau machen. Im Zuge dessen gab man sich zurückhaltend und peilte lediglich einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte an.

Nun sind die Dübendorfer nach einem perfekten Meisterschaftsstart schon wieder das Mass aller Dinge. Wie sie das vor ihrem Aufstieg in die MHL viele Jahre lang in der 1. Liga waren. Nicht einige wenige Leistungsträger sind für den Erfolg ausschlaggebend. Der EHCD überzeugt als Team. Gleich zehn Spieler steuern im Schnitt pro Partie einen Skorerpunkt oder mehr bei – ein Beweis für die grosse Ausgeglichenheit.

«Es ist für jeden Trainer schön, vier gute Blöcke zu haben. Es tritt immer jemand anders in Erscheinung», freut sich Trainer Reto Stirnimann. Offensiv sind die Glattaler stark, defensiv gar spitze.

Dreimal haben sie zu null gespielt. Das Boxplay ist ausgezeichnet. Kein einziges Gegentor in Unterzahl haben die Dübendorfer erhalten. Dafür verwerteten sie fast 30 Prozent ihrer Überzahlmöglichkeiten. Es ist ein Wert, von dem die Wetziker, die im Powerplay zu verspielt agieren, mit ihren sechs Prozent nur träumen können.

Am Samstag erzielten die Glattaler gegen die Pikes zwei weitere Powerplay-Treffer. Beim 5:2 taten sie sich allerdings schwerer, als es das Resultat vermuten lässt. Trainer Stirnimann sagt denn auch: «Bisher haben wir es noch nicht geschafft, über 60 Minuten konstant gut zu spielen.»

Der EHC Wetzikon trat derweil gegen Schlusslicht Argovia völlig uninspiriert auf, erfüllte mit dem 3:0 aber die Pflicht. Im Derby dürfte ein anderer EHCW zu sehen sein. Trainer Christian Modes sagt: «Wir müssen hoch konzentriert sein.» Was er von seinem Team sehen will? «Ein hohes Tempo und viele Abschlüsse.»

Die Statistik ist eindeutig

Wer wie der EHC Dübendorf ständig gewinnt, hat sehr viel Selbstvertrauen. Verstecken müssen sich die Wetziker in diesem Bereich indes nicht. Sie haben zuletzt sechs Siege aneinandergereiht.

Der Oberländer Erstligist scheint die richtigen Lehren aus der bisher einzigen Niederlage gezogen zu haben. Gegen Prättigau verspielte der EHCW ein komfortables 3:0, wobei er bei der 3:4-Niederlage in der Schlussminute zwei Gegentore kassierte.

Die Ausgangslage für das erste Derby der Saison in Dübendorf ist offen. Rein statistisch liegen die Vorteile hingegen eindeutig beim Gastgeber. In der Saison 2016/2017 spielten die zwei Teams letztmals in derselben Liga, begegneten sich inklusive Playoff-Duell satte siebenmal. Gleich sechs dieser Derbys entschied Dübendorf für sich.

Drei Protagonisten waren damals übrigens schon dabei. Alle gehören dem EHC Dübendorf an – die Verteidiger Mike Breiter und Sergio Piai sowie Sportchef Urs Wüst.

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