Die Erfolge nähren ihren Hunger
Ustermer Badmintonspielerin
Milena Schnider hat nach einem schwierigen ersten Halbjahr die erfolgreichsten Tage ihrer Karriere hinter sich. An ihrem Plan ändert sich aber nichts.
Erstmals überhaupt versucht Milena Schnider, sich einen Platz an der Einzel-EM zu ergattern. Eben erst hat die Qualifikationsphase für die im nächsten April in Saarbrücken stattfindenden kontinentalen Meisterschaften begonnen. Und die junge Ustermerin hat schon einmal zwei Pflöcke eingeschlagen.
Mehr noch: Schnider hat die erfolgreichsten zwei Wochen ihrer internationalen Karriere hinter sich. Im kroatischen Zagreb feierte die 21-Jährige ihren ersten Titelgewinn an einem Future-Series-Turnier.
Danach stand sie bei einem Turnier derselben Stufe in Sofia (BUL) erneut im Final, den sie verlor. Schnider ist mit diesen Resultaten logischerweise happy. Und sagt: «Sie halten den Hunger aufrecht, noch besser zu werden.»
Kommt der Höhenflug für die Nummer 3 der Schweiz überraschend? Ja und nein. Ja, weil sie heuer bisher international kaum Siege feiern konnte. «Das erste Halbjahr verlief von den Resultaten her nicht so erfolgreich.»
Völlig aus dem Nichts kamen die Erfolge trotzdem nicht. Schnider war an beiden Turnieren als Nummer 3 gesetzt. Sie sagt: «Als ich die Auslosung sah, wusste ich: Da liegt was drin.»
Sie verzichtet auf Prozente
In der Weltrangliste liegt Schnider neu auf Position 149. Sie war allerdings schon mal an 129. Stelle klassiert. Die Ustermerin möchte indes nicht zu stark auf die Rangierung fokussieren.
Sie hat einen klaren Plan, wie sie die Karriere vorantreibt. Ehe sie versucht, an höherklassigen Events ins Hauptfeld zu gelangen, will Schnider sich in den drei tiefsten Serien, zu denen auch Future-Turniere zählen, etabliert haben.
«Bei der tiefsten Turnierkategorie ist mir das schon gut gelungen», lautet ihre Einschätzung.
Ich denke langfristig.
Milena Schnider
Schnider will sich Zeit nehmen, um ihr Niveau steigern zu können. «Ich denke langfristig», sagt sie. Für die Ustermerin ist es keine Option, alles auf die Karte Sport zu setzen. Obwohl sie damit allenfalls das eine oder andere Prozent mehr herausholen könnte.
Schnider steckt im Bachelorstudium Maschinentechnik in Winterthur. Um das Studium und den Leistungssport unter einen Hut zu bringen, geht sie Kompromisse ein. So trainiert sie hauptsächlich in der Region und nur einmal wöchentlich am nationalen Leistungszentrum in Herrenschwanden bei Bern.
Kein Preisgeld trotz Turniersieg
Aus diesem Grund erhält das Mitglied des Schweizer Elitekaders keine finanzielle Unterstützung vom Verband, also auch keine Reisespesen. Kommt hinzu: Bei den letzten zwei Turnieren gab es nicht einmal Preisgeld.
Mit einer Medaille und kleineren Sachpreisen musste sie sich abspeisen lassen. Schnider hat kein Problem damit. Am jetzigen Punkt der Karriere ist das halt einfach so.
Bis Ende Jahr spielt sie weitere Turniere in Europa. Dank den jüngsten Erfolgen kann Schnider diese mit viel Motivation anpacken. Und auch der Gewissheit, in den letzten Monaten gut gearbeitet zu haben.
