Wenn für jeden Geschmack etwas dabei ist
44. Greifenseelauf am Samstag
Wer hat die besten Siegchancen? Welche Rennen finden statt? Und was hat es mit den vielen Müllers auf sich? Hier kommen die Antworten.
Das Heimspiel für Tesfay

Vor wenigen Wochen erlebte Simon Tesfay eine herbe Enttäuschung, als er den WM-Marathon in Budapest wegen Hüftproblemen aufgeben musste. Es war notabene das erste Rennen des 38-Jährigen an einem Grossanlass für die Schweiz.
Jetzt hat der Ustermer am Samstag vor der Haustüre die Möglichkeit, die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschliessen zu können. Tesfay zählt am 44. Greifenseelauf zu den Favoriten auf den Sieg. Der Athlet des LC Uster muss sich aber kenianischer Konkurrenz erwehren. Beispielsweise Titelverteidiger Elvis Chebor Tabarach.
Bei den Frauen dürfte es im Kampf um den Triumph zur Wiederauflage eines Duells aus dem Frühjahr kommen. Die Favoritinnen kommen aus Kenia. Und haben im Mai den Sieg am Grand Prix von Bern unter sich ausgemacht.
Damals behielt Lydia Jebichii Korir das bessere Ende für sich und verwies Hilda Jelagat Kiptum auf den 2. Platz. Hinter dem afrikanischen Duo scheint alles offen. Aus den Top 5 des Vorjahres ist in Uster keine Läuferin erneut am Start.
Im Fall der damals zweitklassierten Nicola Spirig ist das logisch – die Ausnahme-Triathletin beendete mit dem Greifenseelauf 2022 ihre Karriere.
Das bunte Menü

Ob alleine, zu zweit oder mit der Familie. Und von 1,2 bis zu 21,1 Kilometer – am Greifenseelauf ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sieben Laufkategorien gibt es am Traditionsanlass heuer. Dazu zwei in der Disziplin Walking.
Das beliebteste Rennformat ist weiterhin der Halbmarathon. Fast die Hälfte aller Läuferinnen und Läufer hat sich dafür angemeldet. In den Anfangsjahren war die Strecke am Greifenseelauf übrigens kürzer. Im Jahr 1980 betrug sie lediglich 18 km, von 1986 bis 1991 dann schon 19,5 km, ehe man den Lauf auf 21,1 km verlängerte.
Noch ein junges Kind im Programm ist die Teamstaffel. Das Prinzip? Die erste Person läuft den ganzen Halbmarathon, die zweite stösst von Maur aus dazu. Gemeinsam müssen sie im Ziel ankommen, die zwei Zeiten werden dann addiert.
Die zweifache Olympiastarterin Fabienne Schlumpf gewann die Teamstaffel-Premiere 2022 mit ihrer zugelosten Partnerin Sara Leutwiler. Letztere hat sich heuer für den 10-km-Lauf angemeldet, Schlumpf hingegen fehlt. Dafür nehmen statt 110 nun 192 Paare teil – es ist eine stattliche Steigerung.
Schon wieder die Müllers

Bereits am 4. September endete der offizielle Anmeldeschluss für den Greifenseelauf. Wankelmütige oder Kurzentschlossene konnten sich aber trotzdem bis am Mittwoch um 23:59 nachmelden. Sie mussten dafür aber eine Zusatzgebühr von 20 Franken berappen.
Nun sind alle Türen zu, die Felder fix. Knapp 9200 Personen sind an der 44. Ausgabe dabei – das sind 1500 mehr als im Vorjahr.
Aus 30 Nationen stammen die Läuferinnen und Läufer in Uster. Darunter ist etwa der Japaner Saekio Takahiro, der gemäss Startliste in einem der 23 Stadtbezirke von Tokio wohnt. Hinter der Schweiz kommen am zweitmeisten Teilnehmende aus Deutschland (92).
Der häufigste Nachname der Schweiz ist Müller. Und die Müllers scheinen gerne an Läufen teilzunehmen, wie die Startliste des Greifenseelaufs zeigt. In dieser taucht der Name 78-mal auf. Das wiederum heisst: Die Müllers feiern wie im Vorjahr den Sieg in dieser Sparte.
Die Schmids (75) haben derweil einen Satz von Position 4 auf den 2. Rang gemacht. Die Nummer 3 der Top-Nachnamen am Greifeenseelauf ist ebenfalls keine Überraschung: Es sind die Meiers.
