Jetzt sind sie schwieriger auszurechnen
NLA-Frauen des UHC Laupen
Der UHC Laupen hat an Substanz zugelegt. Im Team von Yves Kempf herrscht darum Optimismus. Aber völlig ungetrübt ist dieser nicht.
Laupen-Stürmerin Hanka Lackova lebt schon lange in der Schweiz. Mit Kristyna Bachmaierova und Nikola Kucharova hat sie nun zwei ihrer Landsfrauen zum UHC Laupen gelockt. So spielt neu ein tschechisches Trio für die Oberländer NLA-Frauen.
Diese hatten in der Vergangenheit kaum je «Imports», die prägende Rollen einnahmen. Das dürfte sich mit der Verpflichtung von Bachmaierova und Kucharova geändert haben.
Trainer Yves Kempf ist angetan von den zwei Spielerinnen, die in der obersten tschechischen Liga im selben Team engagiert waren. Sein Verdikt: souverän im Zweikampf, ruhig am Ball. Kucharova und Bachmaierova bilden zusammen ein Verteidigerpaar.
Bachmaierova wäre auch in der Offensive ein Gewinn. In den letzten sechs Saisons erzielte sie als Stürmerin immer mindestens 24 Tore.
Vorerst soll sie dennoch in der Verteidigung auflaufen. Weil Laupen in der Liga-Nahrungskette erneut relativ weit unten sein dürfte und in vielen Spielen vor allem mit Abwehrarbeit beschäftigt sein wird. Und obwohl die Oberländerinnen letzte Saison am zweitwenigsten Tore schossen.
Die Produktion war im Prinzip auf nur drei Schulterpaare verteilt: Lackova, Yara Hofmann und Vanessa Kapp. Topskorerin Kapp macht allerdings Babypause.
Für adäquaten Ersatz aber ist gesorgt. Ihre Lücke schliessen soll Andrea Wildermuth. Die sechsfache Nationalspielerin, die in ihrer besten NLA-Saison 20 Tore erzielte, feiert ein Comeback.
Studienbedingt trainierte sie zuletzt nur reduziert. «Wir müssen ihr also etwas Zeit geben», sagt Kempf.
Das Ziel bleibt dasselbe
Zwei Tschechinnen, eine Ex-Nationalspielerin, mit der Holländerin Marissa Meijer und der im Churer Nachwuchs ausgebildeten Noemi Walser allenfalls zwei «Trouvaillen» – der Erlös an der Transferbörse sorgt im UHC Laupen für Aufbruchstimmung.
Das Team verfügt über mehr Qualität. Und ist für die Gegner schwieriger auszurechnen. Angriffig gibt sich Kempf gleichwohl nicht. Klar würden sich die Laupnerinnen in der Qualifikation gerne besser platzieren als zuletzt mit Rang 8.
Wir wollen in die Playoffs. Und da endlich mal gewinnen.
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Im Vordergrund steht für den Coach aber etwas anderes. «Wir wollen wie immer einfach in die Playoffs. Und da endlich mal gewinnen.»
17 Anläufe, 17 Niederlagen – es ist eine traurige Bilanz. Kempf ortet das Problem im Mentalen. Wenn es draufankommt, fehlt der letzte Zwick. Der Trainer vermisst eine klare Leaderin. Er sagt: «Alle sind ein wenig Leaderinnen. Aber es ist niemand da, der mal auf den Tisch klopft, wenn es nötig ist.»
Von Beginn weg unter Druck
Im Erfolg ist das kein Problem, in einem Tief aber schon. Und so dürfte für die Laupnerinnen zentral sein, wie gut sie in die Meisterschaft steigen.
Rein vom Papier her müssen sie zwei der ersten drei Spiele gewinnen – jene gegen Aufsteiger Aergera Giffers und die Floorball Riders.
Und zwar fast ohne tschechische Hilfe: Lackova und Kucharova fehlen zum Saisonstart. Auf Neuverpflichtung Kucharova müssen die Laupnerinnen gar noch länger verzichten – sie zügelt erst Ende September definitiv ins Oberland.
