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Zwei Köpfe, ein Gedanke

Philipp Düsel und Nicola Saluz sind langjährige Weggefährten. Jetzt wollen sie gemeinsam die Floorball Riders voran bringen.

Zwei gleichberechtigte Chefs, die diese Rollenverteilung schon lange pflegen: Philipp Düsel (links) und Nicola Saluz.

Foto: Philipp Düsel

Zwei Köpfe, ein Gedanke

Neues Trainerduo bei Floorball Riders

Philipp Düsel und Nicola Saluz ticken gleich – und haben ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen das Oberländer NLA-Frauenteam in die Playoffs führen.

Sie haben dieselbe Auffassung von Unihockey. Und harmonieren perfekt. Überspitzt könnte man sagen: zwei Köpfe, ein Gedanke.

Das zeigt sich etwa dann exemplarisch, wenn die neuen Trainer der Floorball Riders, Philipp Düsel und Nicola Saluz, gleichzeitig auf eine Spielerin zusteuern. Und nach einem kurzen Schwatz realisieren: Sie wollten ihr dasselbe mitteilen.

Die Übereinstimmung führt so weit, dass Düsel überzeugt ist: «Stellt man Nicola und mir dieselbe Frage, erhält man in 99 Prozent der Fälle dieselbe Antwort.»

Wenn man vom Gleichen redet, macht es vieles einfacher.

Nicola Saluz

Düsel und Saluz sind seit Jahren Weggefährten. Erst als Spieler, später hinter der Bande. Zuletzt coachten sie eine Saison lang die U21-Männer der Kloten-Dietlikon Jets. Zuvor arbeitete das Duo vier Jahre bei den NLB-Frauen der Chilis Rümlang-Regensdorf.

Auf dem Papier war Düsel da zwar der Chef. Er stellt aber klar: «Wir hatten bei den Chilis immer beide gleich viel zu sagen. So kam das auch im Team an.»

Gewinnbringende Fahrten

Das ist jetzt bei den Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti nicht anders. Saluz ist überzeugt vom Zweiermodell – sofern die Parteien auf derselben Wellenlänge sind.

«Wenn man vom Gleichen redet, macht es vieles einfacher. Zu zweit kann man brutal viel herausholen, sich schnell wieder fokussieren, weil man sich aufteilt.»

Der studierte Bauingenieur ist seit je fürs Boxplay zuständig, der in der Administration einer Versicherung angestellte Düsel, der zugleich als Fotograf tätig ist, fürs Überzahlspiel. Zupass kommt ihnen, dass sie nur unweit voneinander wohnen. Saluz in Höngg, Düsel auf der anderen Hügelseite in Affoltern. So können sie gemeinsam zu den Trainings nach Rüti fahren. Und diese Zeit für den Austausch nutzen.

Es gibt immer genügend Gesprächsbedarf. In den Trainings. Aber auch an den Spielen. Saluz findet, dass sie sich im Coaching ebenfalls gut ergänzen. «Wenn ich hochkoche, ist er eher die ruhige Komponente. Und umgekehrt.»

Saluz bezeichnet sich selber als der Emotionalere. «Das Ruhige habe ich von ihm übernommen. Nichtsdestotrotz habe ich mein Dampfventil, das sich ab und zu öffnet. Da braucht es bei ihm schon mehr.»

Düsel grinst, dann sagt er: «Nicola ist lange sehr ruhig. Aber irgendwann ist es dann vorbei. Er ist ein sehr direkter Typ. Das schätze ich.»

Und was mag Saluz an seinem Trainerkollegen besonders? «Philipp weiss, was er will. Er ist zielorientiert, fokussiert und ist sich für keinen Aufwand zu schade.»

Die Freude am Kreativen

Düsel hat Riders-Sportchefin Sarah Altwegg bei der ersten Kontaktaufnahme denn auch sofort klargemacht: Ihn gibt es nur in der Kombination mit seinem langjährigen Weggefährten. Und sie sind keine, die bei einem Team nur einmal schnell «Hallo» sagen. Sprich: Sie wollen langfristig arbeiten können.

Für gleich drei Jahre haben die Coaches bei den Oberländer NLA-Frauen unterschrieben. «Hier kann man formen, kreativ sein und seine Philosophie einbringen», sagt Saluz nach den ersten Wochen, «das finde ich cool.»

Die lange Vertragslaufzeit ist einerseits ein Bekenntnis der Trainer. Aber vor allem auch ein Vertrauensbeweis der Floorball Riders.

Das Team glaubt an das, was wir einbrachten.

Philipp Düsel

Es ist eine herausfordernde Aufgabe, die Düsel und Saluz angepackt haben. Die Riders waren letzte Saison wieder weiter entfernt von den Top 8 als noch ein Jahr zuvor. Satte acht Punkte fehlten auf den Trennstrich.

Das soll sich laut Düsel jetzt ändern. «Wir haben uns klar auf die Fahnen geschrieben, dass wir die Playoff-Qualifikation wollen. Darauf arbeiten wir hin.»

Die Resultate in der Vorbereitung geben Mumm. Zuletzt verloren die Riders in den Tests gegen die Ligakonkurrenten Emmental, Chur und Winterthur nur knapp. Düsel sagt: «Das Team glaubt an das, was wir einbrachten.»

Kein System für die Galerie

Unvoreingenommen machte sich das Duo im Frühling ans Werk. Und stellte sich die Frage: Wo können wir den Hebel ansetzen? Um einen Anhaltspunkt zu haben, werteten die beiden die letzte Saison statistisch aus.

Dabei stach ihnen ins Auge: Die meisten Gegentore kassierten die Riders kurz nach den Pausen. Und nach einem Gegentor mussten sie häufig kurz darauf ein weiteres hinnehmen. «Oder es ‹riegelte› nach einem erzielten Treffer gleich ein- oder zweimal bei uns», sagt Saluz.

In der Vorbereitung haben sie an diesen Schwächen gearbeitet. Und das System angepasst. Wie lässt es sich in wenigen Worten verständlich erklären?

Für einen Moment schauen sich die zwei Trainer an, ehe Saluz das Wort ergreift: «Es wird kein Tikitaka-Unihockey geben, wir suchen nicht mit 400 Pässen den Weg zum Tor.» Vereinfacht gesagt setzen die Floorball Riders auf eine kompakte Defensive und Konter.

«Zum Zuschauen ist das kaum das attraktivste System», sagt Düsel in einem Tonfall, als ob er sich dafür entschuldigen müsste. «In unseren Augen aber das vielversprechendste.»

Und um den Erfolg geht es letztlich. Zwei Teams müssen die Oberländerinnen hinter sich lassen. Welche das sein könnten, darüber wollen die Riders-Trainer nicht spekulieren. Der Ansatz ist aus ihrer Sicht simpel. Und vom Gegner unabhängig. Saluz sagt trocken: «Wir müssen einfach liefern.»

Die Finnin Annika Hautojärvi als einziger prominenter Zuzug

Die Floorball Riders starten in die vierte NLA-Saison nach ihrem Wiederaufstieg. Sie haben seit ihrer Rückkehr ins Oberhaus die Playoffs noch nie erreicht. Die Herausforderung dürfte erneut gross sein. Die neuen Trainer Philipp Düsel und Nicola Saluz haben ein eingespieltes Team übernommen. Einziger prominenter Zuzug ist Verteidigerin Annika Hautojärvi, die aus der obersten finnischen Liga zu den Riders stösst. Sie ist eine von sechs Ausländerinnen im Kader.

Die 26-Jährige kommt mit viel Vorschusslorbeeren in die Schweiz. Sie soll bei den Riders eine Führungsrolle übernehmen und die Defensive stabilisieren. Mehr als sechs Gegentore kassierten die Oberländerinnen in der vergangenen Saison im Schnitt pro Partie. Hautojärvi weilt seit August im Oberland und hat sich gut eingelebt. Sie bringt aus ihrem Heimatland, wo körperbetonter gespielt wird, eine gewisse Härte mit. Und strahlt viel Ruhe aus. Gestärkt dürfte die Defensive auch durch den Zuzug von Sara Tschudin sein. Die 21-Jährige kommt von den Kloten-Dietlikon Jets und gilt als eines der vielversprechendsten Goalietalente des Lands. (zo)

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