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So stark setzen die Teams aus der Region auf Eigengewächse

«Wir wollen auf eigene Junge setzen» – das ist schnell gesagt. Aber welche Klubs tun es wirklich?

Einmal Gossau, immer Gossau: Der FCG hat eine hohe Eigengewächs-Quote.

Archivfoto: Christian Merz

So stark setzen die Teams aus der Region auf Eigengewächse

Dorfclique oder Söldnertruppe?

Die erste Mannschaft mit möglichst vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs bestücken – das wollen alle. Doch wer tut es wirklich? Wir haben gezählt.

Die einen sagen es deutlich, andere sind zurückhaltender. Aber eigentlich wollen es alle Amateurklubs: mit möglichst vielen Spielern aus dem eigenen Verein die erste Mannschaft bestücken.

Denn hier, wo nicht Geschäftsmodelle, Ablösesummen und Handgelder die Gangart diktieren, ist die Identifikation umso wichtiger. Vor allem, wenn es um Beständigkeit geht und nicht um kurzfristigen Erfolg.

Doch wie steht es bei den besten Klubs des Oberlands um die Integration von eigenen Spielern? Wer setzt wirklich auf Eigengewächse?

Die tragenden Figuren zählen

Wir haben die Kader und Einsatzstatistiken der Meisterschaftsspiele in der letzten Saison von Interregio-Vertreter Uster und von den vier regionalen Zweit­ligisten Dübendorf, Gossau, Greifensee und Rüti analysiert, um herauszufinden, wer am stärksten auf Eigengewächse setzt.

Wobei «Eigengewächse» auch nicht ein klar definierter Begriff ist. Wir zählen nicht nur jene Spieler dazu, die in dem Klub spielen, wo sie ihre erste Lizenz gelöst haben. Sondern auch jene, die zwar woanders begonnen haben, aber einen wesentlichen Teil ihrer fussballerischen Jugend im Klub verbracht haben. Wir nahmen insgesamt vier Ausbildungsjahre im U20-Alter im Klub als Messgrösse.

Und wir haben nicht einfach alle eingesetzten Spieler in Betracht gezogen, sondern jene, die am meisten in der Startformation standen, also tragende Figuren sind und nicht nur Mitläufer mit Teileinsätzen.

FC Gossau – 8 von 11

Einmal Gossau, immer Gossau – den Spruch nehmen sich offensichtlich viele zu Herzen: Von jenen elf Spielern, die am meisten in der Startformation standen, hat der FCG nur ein Trio nicht selber ­ausgebildet – die Quote von 73 Prozent ist unübertroffen. Insgesamt haben die Gossauer 37 verschiedene Spieler in der Meisterschaft 2022/2023 ein­gesetzt – klar am meisten von allen fünf Teams. 22 davon waren Eigengewächse – das ist eine Quote von 59 Prozent. Und von den 29 Spielern, die mindestens einmal von Beginn weg spielten, sind 18 Eigengewächse – das entspricht 63 Prozent.

FC Greifensee – 7 von 11

Ganz an Gossau heran kam Greifensee nicht – aber die Eigengewächsquote ist auch im anderen FCG überdurchschnittlich hoch. Sieben der elf Spieler mit den meisten Startformations­einsätzen sind aus dem eigenen Verein. Das sind 64 Prozent – genau gleich hoch ist die Quote, wenn man alle Spieler in Betracht zieht, die mindestens einmal in der Startformation gestanden sind (14 von 22). Und von allen 26 eingesetzten Spielern sind 16 Eigen­gewächse – das sind ­62 Prozent. An der Identifikation dürfte es also nicht liegen, dass der FCG dem Abstieg nur knapp entronnen ist.

FC Rüti – 5 von 11

Wer Rüti sagt, sagt Taulant und Edison Syla – oder auch Esmir Rastoder. Die Torgaranten sind drei von fünf Rütnern in der am meisten aufgestellten Startformation. Zwar sind die Auswärtigen hier leicht im Übergewicht. Doch mit 45 Prozent Anteil an ­Eigengewächsen stammt noch immer fast die Hälfte der ersten elf aus dem FCR selber. Betrachtet man aber alle 33 Spieler, die mindestens zu ­einem Teileinsatz gekommen sind, sinkt der ­Anteil auf 39 Prozent (13 Spieler).

FC Uster – 3 von 11

Zuerst kommt ein auswärtiges Trio und erst als Vierter der erste Ustermer: Denis Dzepo ist eines von drei Eigengewächsen unter den am meisten für die Startformation nominierten Spielern. Sechs sind es insgesamt im FCU-Kader, das 28 eingesetzte Spieler umfasst, wovon notabene nur zwei nie von Beginn weg spielten. Das ist eine Eigengewächsquote von lediglich knapp über 20 Prozent. Dem Erfolg war das zumindest nicht abträglich – die Ustermer hielten sich nach dem Aufstieg bekanntlich problemlos in der Interregio.

FC Dübendorf – 2 von 11

Sportlich erfolgreicher war kein anderes regionales Team – doch beim Aufstieg des FC Dübendorf standen kaum Dübendorfer auf dem Platz. Mit Delil Ferati und Ali Hoti stammen nur zwei Spieler aus der am meisten aufgestellten ersten elf aus dem FCD. Das sind 18 Prozent – und vergrössert man den Blickwinkel, wird es nicht besser. Von allen 31 eingesetzten Spielern sind fünf Dübendorfer – das sind noch 16 Prozent. Hat da ­gerade jemand Söldnertruppe gesagt?

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