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Ein Triumph mit weisser Weste

Jens-Michael Gossauer und Lisa Gubler bleiben am Oberländer 5-Tage-Berglauf-Cup ungeschlagen.

Jens-Michael Gossauer hat zum zweiten Mal hintereinander den 5-Tage-Berglauf-Cup gewonnen.

Foto: Stefan Lerch

Ein Triumph mit weisser Weste

Favoritensiege am Oberländer 5-Tage-Berglauf-Cup

Jens-Michael Gossauer bei den Männern und Lisa Gubler bei den Frauen heissen die Gesamtsieger. Beide gewannen je vier Etappen.

Mit einer makellosen Bilanz von vier Siegen in vier Starts hat Jens-Michael Gossauer den 5-Tage-Berglauf-Cup wie erwartet für sich entschieden. Der Titelverteidiger machte seinen insgesamt dritten Gesamtsieg am Oberländer Traditionsanlass nach 2019 und 2022 am Freitag perfekt, indem der Athlet des LC Uster die 5. und letzte Etappe von Steg aufs Hörnli gewann.

Auch bei den Frauen setzte sich mit Lisa Gubler am Schluss jene Läuferin durch, die vor dem abschliessenden Teilstück die grösste Chance auf den Cup-Gewinn hatte. Die Ustermerin löste Titelverteidigerin Nadja Kessler ab, die alle Etappen in dieser Woche absolvierte und dabei dreimal Zweite und zweimal Dritte wurde.

332 Läuferinnen und Läufer nahmen am 5-Tage-Berglauf-Cup an der 39. Austragung teil. Das sind rund zehn Prozent mehr als im letzten Jahr. Eine erfreuliche Steigerung für das Organisationskomitee um Präsident Martin Zisler, das aus den Reihen des SC am Bachtel stammt.

OK-Präsident Zisler kann sowieso festhalten: «Es war eine coole Woche.» Er hat zudem das Gefühl, dass die Stimmung von Tag zu Tag besser geworden ist. Und Zisler glaubt: «Die Läuferinnen und Läufer goutierten es, dass wir in der Lage waren, an der Stimmungsschraube zu drehen.» Die Zutaten dafür: Mehr Musikboxen an der Strecke und zusätzliche Begleit-Bikes.

Die Stimmung von Gossauer dürfte auch ohne unterstützende Massnahmen von Anfang sehr gut gewesen sein. Der Vorjahressieger stieg als grosser Favorit in die 39. Austragung des 5-Tage-Berglauf-Cups. Und setzte gleich zum Auftakt in der wohl härtesten Etappe der Woche ein deutliches Zeichen.

Gossauer knüpfte am Montag auf den etwas mehr als fünf Kilometern von Wald zur Farneralp der Konkurrenz drei Minuten und mehr ab. In den Teilstücken zwei und drei distanzierte der zweifache Duathlon-Vizeweltmeister über die Langdistanz die Konkurrenz ebenfalls deutlich.

Es ist ein toller Anlass.

Stephan Wenk, Rekordsieger

Am nächsten kam Gossauer noch einer, der weiss, wie man auf Strecken mit starken Steigungen gewinnt: Stephan Wenk. Neunmal entschied der Bertschiker den 5-Tage-Berglauf-Cup für sich, 40 Einzel-Etappen gewann er. Der 40-Jährige, der heuer zweimal startete, musste sich Gossauer allerdings ebenfalls zweimal beugen. Am Freitag fehlte ihm etwas weniger als eine halbe Minute, am Mittwoch war der Abstand zwischen den zwei Topläufern mit 51 Sekunden etwas grösser gewesen.

Der 40-Jährige nahm es sportlich, er hatte einen solchen Ausgang des Duells erwartet. «Ich fühle mich nicht in Form, das hat sich heute bestätigt», sagte Wenk nach der 3. Etappe. Und wand den Organisatoren zugleich ein Kränzchen: «Es ist ein toller Anlass.»

Mit ihm hatte keiner gerechnet

Nur bei einem der fünf Rennen stand in der Männerkategorie also ein anderer Läufer als Jens-Michael Gossauer ganz zuoberst. Am Donnerstag nützte David Baumberger Gossauers Abwesenheit und düpierte die gesamte Konkurrenz.

17 ist der Zolliker OL-Spezialist erst, der dem Junioren-Nationalkader angehört. Im Klassiker von Wernetshausen zum Bachtel drehte der Jungspund nach verhaltenem Beginn im Verlauf des Rennens immer mehr auf. In der letzten Kehre stiess er ganz nach vorne und feierte bei seinem ersten Einsatz der Woche gleich den ersten Sieg. Kein Wunder, konnte er zufrieden festhalten: «Mein Plan ist perfekt aufgegangen.»

Derweil schien Lisa Gubler am Anfang der Woche gar keinen Plan zu haben. Oder die Ustermerin verriet ihn zumindest nicht. Denn nach ihrem Erfolg im Auftaktrennen wollte sie nicht zu weit voraus schauen, sondern sagte: «Ich nehme Schritt für Schritt.»

Dreimal trat Gubler danach noch an, immer liess sie alle anderen Frauen hinter sich. Und so feierte die 36-Jährige ihren zweiten Gesamtsieg. Die Premiere ist indes schon etwas länger her. Vor acht Jahren setzte sich Gubler schon einmal durch – ebenfalls mit lauter Siegen.

Die fünf Etappen

1: Von Wald auf die Farneralp (Länge: 5,4 km/Höhendifferenz: 535 m)
2: Von Bauma auf den Sonnenhof (Länge: 4,3 km/Höhendifferenz: 310 m)
3: Von Kempten zum Türli (Länge: 3,9 km/Höhendifferenz: 241 m)
4: Von Wernetshausen auf den Bachtel (Länge: 3,6 km/Höhendifferenz: 375 m)
5: Von Steg aufs Hörnli (Länge: 5,1 km/Höhendifferenz: 430 m)

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