Der Überraschungsgast sieht Gossauer nur von hinten
Oberländer 5-Tage-Berglauf-Cup
Rekordsieger Stephan Wenk nimmt spontan an der 3. Etappe teil. Den aktuellen Dominator Jens-Michael Gossauer kann er aber nicht bezwingen.
Neunmal hat Stephan Wenk den 5-Tage-Berglauf-Cup bereits gewonnen. So häufig wie kein anderer Läufer. 40 Etappensiege hat er erzielt, das ist ebenfalls Rekord. 2019 ist der Bertschiker am Oberländer Traditionsanlass letztmals angetreten – auf der Etappe von Kempten zum Türli.
Am Mittwochabend steht Wenk überraschend am Start der 3. Etappe durchs Kemptner Tobel. Was einen interessanten Zweikampf mit Jens-Michael Gossauer verspricht, der die ersten zwei Etappen dominiert hat und dem der Gesamtsieg kaum zu nehmen ist. Der Läufer des LC Uster aber beweist einmal mehr seine Topform. Und entscheidet das Duell klar für sich.
51 Sekunden vor Wenk trifft Gossauer im Ziel ein und feiert seinen dritten Sieg im dritten Start der Woche. Der Zweitplatzierte, der zuletzt auf den Berglauf-Klassiker Sierre-Zinal verzichtete, weil er seinen Ansprüchen im Wallis wohl nicht gerecht geworden wäre, nimmt es sportlich.
«Ich fühle mich nicht in Form, das hat sich heute bestätigt», sagt Wenk.
Angefeuert von den Zuschauern: Stephan Wenk auf dem Weg zum Türli. (Video: Cornelia Zisler)
Er habe seit März «nichts mehr Schnelles» trainiert, erzählt der erfahrene Trailläufer, der im Juni an der Offroad-WM in Innsbruck als Elfter bester Schweizer wurde. «Das hat sich heute gerächt. Ich sah Jens nur von hinten.»
Wenk hat das Rennen gleichwohl genossen, zu dem er sich spontan entschlossen hatte. «Ich arbeite in Wetzikon. Da lag der Start grad am Weg und ich hatte keine Ausrede mehr», sagt er und lacht. Tritt er diese Woche nochmals an? Der 40-Jährige zuckt mit den Schultern. Er ist sich nicht sicher, «es kann aber passieren.»
Bei den Frauen gibt es nach zuvor zwei Triumphen von Lisa Gubler im dritten Teilstück eine neue Gewinnerin. Das ist schon vor dem Start klar, da Gubler die Etappe auslässt. Doch nicht etwa Vorjahressiegerin Nadja Kessler, die zuletzt zweimal Zweite geworden ist, springt in die Bresche. Kessler wird für einmal nur Dritte.
Den Sieg schnappt sich Andreina Schwarz. Die Athletin des LC Uster absolviert die knapp 4 Kilometer lange Strecke nach Adetswil mit 241 Höhenmetern eine halbe Minute schneller als Manuela Menzi. Die Eggerin setzt damit ihre Podestserie fort, die neu aus zwei 3. Plätzen sowie einem 2. Rang besteht.
In der Gesamtwertung führt bei den Frauen weiterhin Lisa Gubler. Andreina Schwarz kann den 5-Tage-Berglauf-Cup 2023 derweil nicht mehr für sich entscheiden. Die SM-Zweite im Halbmarathon von 2018 hat am Mittwoch die erste Etappe absolviert. Um in die Cup-Wertung zu kommen, braucht es aber deren vier.
Die fünf Etappen
1: Von Wald auf die Farneralp (Länge: 5,4 km/Höhendifferenz: 535 m)
2: Von Bauma auf den Sonnenhof (Länge: 4,3 km/Höhendifferenz: 310 m)
3: Von Kempten zum Türli (Länge: 3,9 km/Höhendifferenz: 241 m)
4: Von Wernetshausen auf den Bachtel (Länge: 3,6 km/Höhendifferenz: 375 m)
5: Von Steg aufs Hörnli (Länge: 5,1 km/Höhendifferenz: 430 m)