Der Favorit setzt zum Auftakt ein Zeichen
Oberländer 5-Tage-Berglauf-Cup
Jens-Michael Gossauer knöpft der Konkurrenz auf der 1. Etappe drei Minuten und mehr ab. Bei den Frauen gewinnt derweil eine frühere Gesamtsiegerin.
Die Aussicht von der Farneralp ist grandios. Jens-Michael Gossauer hat am 5-Tage-Berglauf-Cup nach der 1. Etappe ganz viel Zeit, diese zu geniessen. Und kann sich beim Blick in die Berge und auf den Zürichsee gleich auch noch von den Anstrengungen erholen, ehe sein erster Konkurrent das Ziel ebenfalls erreicht.
Über drei Minuten knöpft der Läufer des LC Uster auf der 5,4 km langen Strecke von Wald zur Farneralp hoch dem zweitplatzierten Toggenburger Peter Sili ab. Mit dem deutlichen Erfolg zum Auftakt hat der Titelverteidiger seine Ambitionen klar gemacht: Der Gesamtsieg führt auch heuer erneut über ihn.
Die eigene Kühlung hilft
Die Hitze am Montagabend kann dem zweifachen Duathlon-Vizeweltmeister über die Langdistanz nichts anhaben. Dabei sagt Gossauer, für ihn würden sich jeweils schon 20 Grad warm anfühlen. «Aber dadurch, dass ich extrem schwitze, habe ich auch eine gute Kühlung.»
Das ist auf der wegen einiger sehr steilen Passagen wohl härtesten Etappe sicher hilfreich. Und wie sieht Gossauers Wochenplanung aus? Er hat vor, vier der fünf Etappen zu bestreiten. Am Donnerstag pausiert er. Nicht ganz freiwillig allerdings: «Da muss ich wohl arbeiten.»


Während das Rennen bei den Männern mit dem erwarteten Ergebnis endete, schnappte sich bei den Frauen zum Auftakt nicht etwa Titelverteidigerin Nadja Kessler den Sieg. Die zweifache Gesamtsiegerin am 5-Tage-Berglauf-Cup klassiert sich auf Platz 2. Sie braucht rund eine halbe Minute länger als Lisa Gubler. Kessler ist trotzdem zufrieden. Und zollt der Gewinnerin Respekt: «Lisa ist stark.»
Den Sieg der LCU-Läuferin als Überraschung zu bezeichnen, wäre derweil verwegen. Schliesslich hat Gubler den Oberländer Traditionsanlass 2015 dominiert und damals für sich entschieden. Nun ist sie nach längerer Abwesenheit also zurück. Und gleich wieder erfolgreich.
Es könnte zum Zweikampf kommen
Die 36-Jährige geht das Rennen moderat an, wie sie hinterher sagt. Um dann ihre Chance zu packen. «Als ich merkte, dass ich vorne bin, wollte ich gewinnen und zog durch.» Ob Gubler nun die Gesamtwertung ins Visier nimmt, hat sie noch nicht entschieden. Ihr Motto: Schritt für Schritt nehmen. Oder anders gesagt: «Mal schauen, was der Dienstag bringt.»
Tritt Gubler auf der zweiten Teilstrecke von Bauma zum Sonnenhof erneut an, dürfte sich ein spannender Zweikampf zwischen ihr und Kessler um den Gesamtsieg entwickeln. Peilt Kessler aber überhaupt an, auf die Gesamtwertung zu laufen? «Momol», sagt die Jonerin. «Liegt es zeitlich drin, bin ich an allen Etappen dabei.»
Die fünf Etappen
1: Von Wald auf die Farneralp (Länge: 5,4 km/Höhendifferenz: 535 m)
2: Von Bauma auf den Sonnenhof (Länge: 4,3 km/Höhendifferenz: 310 m)
3: Von Kempten zum Türli (Länge: 3,9 km/Höhendifferenz: 241 m)
4: Von Wernetshausen auf den Bachtel (Länge: 3,6 km/Höhendifferenz: 375 m)
5: Von Steg aufs Hörnli (Länge: 5,1 km/Höhendifferenz: 430 m)