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Wenn Spielerinnen an der Wechselbörse mitmischen

Sie haben ihre Kontakte spielen lassen: Zwei Laupnerinnen haben ihrem Team ausländische Verstärkungen verschafft.

Anouk Jonker (links) und Hanka Lackova wirbeln nicht nur auf dem Feld, sondern auch daneben.

Archivfotos: Robert Pfiffner

Wenn Spielerinnen an der Wechselbörse mitmischen

Oberländer NLA-Frauen

Der UHC Laupen kann auf zwei neue Ausländerinnen zählen. Bei den Transfers haben die Klubverantwortlichen nur eine Nebenrolle gespielt.

Der langjährige Trainer Yves Kempf nennt sie eine der besseren Transferperioden. «Gewisse Abgänge tun weh», sagt er. Und freut sich zugleich: «Jene Spielerinnen, die wir holten, sind Verstärkungen.»

Drei Verpflichtungen stechen heraus. Sie dürften alle das Offensivspiel der Laupner NLA-Frauen beleben. Das ist auch nötig – einzig Absteiger Waldkirch-St. Gallen schoss letzte Saison weniger Tore.

Die Laupner Hoffnungen ruhen beispielsweise auf den Schultern von Andrea Wildermuth, die ihr Comeback gibt. Sie erzielte in ihrer besten Saison in 20 Qualifikationsspielen 20 Tore. Allerdings für Bern Burgdorf, wo die sechsfache Nationalspielerin zuletzt bei ihrem Rücktritt 2022 unter Vertrag stand.

Nun ist die 24-jährige Stürmerin zurück bei ihrem Stammverein. Frohlocken kann Trainer Kempf auch über den Zuzug zweier ausländischer Spielerinnen – die als Verteidigerin oder Stürmerin einsetzbare Kristyna Bachmeierova sowie Angreiferin Marissa Meijer.

Das Aussergewöhnliche: An beiden Transfers waren Klubverantwortliche nur am Rande beteiligt. Bachmeierova organisierte der Klub eine Unterkunft und einen Job. Die Niederländerin Meijer kümmert sich darum auch gleich selber.

Wer aber spielte die Hauptrolle bei den Verpflichtungen? Die Laupner Spielerinnen Hanka Lackova und Anouk Jonker. Kempf formuliert es so: «Sie haben ihre Kontakte spielen lassen.»

Der Trainer staunt noch immer

Im Fall von Kristyna Bachmeierova war Kempf zumindest der Auslöser. Er forderte Lackova auf, sich in ihrem Heimatland nach Verstärkung umzusehen. «Und zwar einer, die weiss, wo das Tor steht.»

Die seit Jahren in der Schweiz lebende Lackova, die beim UHC Laupen in die vierte Saison steigt, machte sich also ans Werk. Kempf verliess sich komplett auf die Einschätzung der Leistungsträgerin. Sein erster Kontakt mit Kristyna Bachmeierova fand beim Trainingsauftakt in Laupen statt.

«Der erste Eindruck ist super. Sie ist definitiv eine Bereicherung», sagt Kempf und tut auch gleich seine Verwunderung kund: «Wir sind immer noch sehr überrascht, dass wir eine solche Spielerin holen konnten.»

Bachmeierovas Zahlen sprechen für sich. In der höchsten tschechischen Liga verbuchte sie in den letzten sechs Jahren dreimal 30 Tore oder mehr. Immer traf sie mindestens 24-mal, in ihrer erfolgreichsten Saison sammelte sie in 29 Partien 50 Skorerpunkte. In der letzten MVP-Wahl kam Bachmeierova in die Top 3.

Was bewegt eine solche Spielerin, zum «kleinen» UHC Laupen zu wechseln, für den die Playoff-Qualifikation das Höchste der Gefühle ist?

Sicher der Fakt, dass sich Lackova und Bachmeierova schon lange kennen. Vor allem aber kam die Anfrage zum idealen Zeitpunkt. Die 29-Jährige wünschte sich, aus dem Alltagstrott auszubrechen. Sie wollte weg aus Tschechien, um neue Eindrücke zu sammeln.

Dass sie im Oberland landete, ist dennoch nicht selbstverständlich. Der UHC Laupen hat weder die finanziellen noch die organisatorischen Möglichkeiten der Topklubs. Und auch kaum Erfahrungen, Spielerinnen aus dem Ausland zu akquirieren.

Premiere mit Aufstieg

Vor fünf Jahren und nach dem Aufstieg in die NLA setzte Laupen mit Kia Lehmusvuori und Frida Svensson erstmals überhaupt auf ein ausländisches Duo. Svensson kam allerdings wegen ihres in der NLB spielenden Freunds in die Schweiz und fiel den Laupnerinnen quasi in den Schoss. Um die Verpflichtung von Lehmusvuori hatten sie sich derweil selber gekümmert.

Der Einfluss der Finnin war indes begrenzt, kurz nach Beginn ihrer zweiten Saison zog sie weiter. Seither spielten immer wieder Ausländerinnen – die hier sesshafte Lackova zählt nicht in diese Kategorie – für das Oberländer NLA-Team.

Entweder weilten sie aber wie Hanna Strömberg aus anderen Gründen in der Schweiz (Au-pair). Oder wurden wie etwa Diana Klavan und Anna Ankudinova mit einer B-Lizenz von anderen Klubs «ausgeliehen». Absolute Leistungsträgerinnen waren sie alle nicht.

Bachmeierova dürfte dies sein. Und obwohl sie aus einem «Unihockey-Entwicklungsland» in die Schweiz wechselt, traut Kempf auch dem zweiten ausländischen Zuzug einiges zu.

Er ist von den Qualitäten Meijers, die die Laupnerin Anouk Jonker vom niederländischen Nationalteam her kennt, positiv überrascht worden. «Sie ist gross, robust und hat eine gute Übersicht», lobt Kempf. Und ist überzeugt: «Auch sie ist eine Verstärkung.»

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