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Wenn der nächste Heimsieg winkt

Zweimal in Folge haben Oberländer Schwinger ihr Heimfest gewonnen. Folgt am Sonntag der dritte Streich?

Vorjahresgewinner Roman Schnurrenberger aus Sternenberg (oben) gehört am 90. Bachtel-Schwinget erneut zu den Anwärtern auf den Festsieg.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Wenn der nächste Heimsieg winkt

90. Bachtel-Schwinget

Zweimal haben sich zuletzt Oberländer an ihrem Heimfest durchgesetzt. Die Gelegenheit scheint günstig, dass am Sonntag wieder ein «Eigener» gewinnt. Aus gutem Grund.

Sie kennen sich seit vielen Jahren. Haben als Klubkollegen im Schwingklub Zürcher Oberland unzählige Male miteinander trainiert. Fabian Kindlimann und Roman Schnurrenberger wissen um die Stärken und Schwächen des anderen.

An einem Fest aufeinandergetroffen sind die zwei Oberländer bisher laut Statistik aber erst zweimal. Das Spezielle dabei: Es war zweimal an ihrem Heimfest, dem Bachtel-Schwinget. Und in Folgejahren.

2021 endete das Duell nach zehn Minuten mit einem Gestellten. Kindlimann wurde Festsieger. Im Jahr darauf stellten die zwei im Schlussgang auf dem Bachtel erneut – dieses Mal aber konnte sich Schnurrenberger als Gewinner feiern lassen.

Am Sonntag steht der 90. Bachtel-Schwinget an. Zum dritten Mal mit demselben Schlussgang?

Der Stoos ist im Weg

Der Blick auf die Schwingerliste zeigt: Das ist gut möglich. Der Hinwiler Remo Ackermann dürfte einer der härtesten Konkurrenten der Vorjahressieger sein. Marco Nägeli aus Mettmenstetten könnte ebenfalls eine gute Rolle spielen. Dazu der Mörschwiler Lars Geisser, immerhin 22-facher Kranzgewinner.

Dass das Regionalfest nicht die ganz grossen Namen anzieht, ist keine Überraschung. Heuer aber fehlen auch etablierte Zürcher Schwinger wie beispielsweise der Feldbacher Shane Dändliker, der sogar häufig mit den Oberländern trainiert, Beda Arztmann oder Nicola Wey.

Sie sind wie viele andere aus dem Nordostschweizer Schwingerverband gleichzeitig auf dem Stoos im Einsatz – an einem von nur sechs Kranzfesten.

Für uns stimmt es so.

Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Neben dem Umstand, dass viele Schwinger wenig Lust auf kleine Regionalfeste wie jenes auf dem Bachtel verspüren, ist diese Terminkollision der Hauptgrund fürs ausgedünnte Teilnehmerfeld. Die Enttäuschung über Letzteres hält sich bei Daniel Spörri in engen Grenzen.

Der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland sagt: «Wir wussten das ja im Vorfeld. Vom Datum her war halt nichts anderes möglich.»

Hätten die Oberländer ihren Anlass etwas nach vorne geschoben, hätten sie mit Kantonalfesten konkurrenziert. Diese und nächste Woche sind es Bergkranzfeste, die im Weg sind.

Und der 25. Juni ist bereits durchs Nordostschweizer Schwingfest blockiert.

Plaudern – und dann gehts weiter

«Für uns stimmt es so», sagt Daniel Spörri. Ganz nach dem Motto «klein, aber fein». Womit der Bachtel-Schwinget punkten kann? Am Anfang mit einer speziellen Garderobe – einem frisch geputzten Stall. Die Schwinger profitieren auch von einem «zügigen Ablauf», wie Spörri ihn nennt. Auf eine Mittagspause wird verzichtet, das Fest beginnt am Morgen und ist gegen 16 Uhr schon zu Ende.

«Damit punkten wir, da kommen die Leute früher wieder heim», ist Spörri sicher. Oder was den Veranstaltern natürlich recht wäre: Sie bleiben noch ein paar Minuten länger in der Festwirtschaft sitzen als zu späterer Stunde.

Positiv für die Schwinger ist, dass die Pausen zwischen ihren Einsätzen kurz sind. Spörri sagt: «Sich erholen, ein wenig plaudern – dann gehts wieder los. Das gefällt vielen.» Letzteres dürfte auch auf den attraktiven Gabentempel zutreffen.

Gratis hoch und frei rein

Und was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer am Bachtel-Schwinget? Ein Gratis-Shuttle-Bus von Orn zum Kulm hoch, freier Eintritt, perfekte Sicht auf die zwei Sägemehlringe sowie der prächtige Blick aufs Oberland und den Zürichsee.

Spörri hat die Aussicht schon viele Male genossen, abgestumpft ist er deswegen nicht. Noch immer schwärmt er: «Sie ist einfach der Hammer.»

Bachtel-Schwinget.
Am Bachtel-Schwinget können die Zuschauerinnen und Zuschauer den Blick auch in die Ferne schweifen lassen.

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