Die Ankündigung nach der verpassten WM
Para-Sprinterin aus Wila
Abassia Rahmani ist nicht für die Para-Leichtathletik-WM in Paris selektioniert worden. Antworten will die Wilemerin darauf nicht mit Worten.
Und es sollte schon wieder nicht sein. Dabei war diese WM schon lange ein Ziel für Abassia Rahmani. Schon vor über einem Jahr, als die WM 2022 in Japan abgesagt wurde, richtete die aus Wila stammende Sprinterin ihren Fokus Richtung Paris.
Nicht nur, weil dort 2024 die Paralympics stattfinden – sondern auch wegen der Para-Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die diesen Sommer in der Hauptstadt Frankreichs auf dem Programm stehen. Es sind die ersten Weltmeisterschaften seit 2019. Damals wurde Rahmani über 100 m Zehnte.
Nun, etwas mehr als einen Monat vor Beginn der Titelkämpfe in Paris, steht fest: Rahmani ist nicht dabei. «Keine WM in Paris für mich, obwohl ich es in kürzester Zeit wieder in die Top Ten der Welt geschafft habe», schreibt sie auf Instagram. «Aber keine Sorge, ich habe das Gefühl, dass ich ihnen bald das Gegenteil beweisen werde.»
Was Rahmani mit diesen Worten konkret meint und warum sie schreibt, sie sei «etwas verwirrt» über die Entscheidung, bleibt offen. Eine Interviewanfrage beantwortet sie mit der Aussage, sie wolle lieber Taten statt Worte sprechen lassen.
Dabei hatte bis zum Ende der Qualifikationsperiode im Mai alles so verheissungsvoll ausgesehen. Im März freute sich Rahmani darauf, nach mehreren Jahren mit gesundheitlichen Rückschlägen und auch wegen der Corona-Pandemie abgesagten Grossanlässen in eine «gesunde Saison» zu starten. Im April meldete sie sich aus dem Trainingslager in der Türkei – und zeigte sich kämpferisch im Hinblick auf die WM-Qualifikation.
Im Mai startete sie dann in die Saison – nach langer Wartezeit stand sie wieder am Start eines Rennens. «Es fühlt sich etwas unrealistisch an, und ich bin nervös wie ein kleines Kind, aber ich kann kaum erwarten, zu sehen, wo ich stehe», schrieb sie.
Die Antwort darauf fiel durchaus positiv aus. Mitte Mai lautete ihre Zwischenbilanz: «Drei Rennen sind absolviert, jedes schneller als das vorherige – ich bin zufrieden mit der Entwicklung.»
Vor zehn Tagen nun war ihre erste Saisonphase zu Ende. Am Samstag vor einer Woche gelang ihr am Grand Prix in Nottwil die bisher beste Saisonleistung – und die drittbeste überhaupt ihrer Karriere über 100 Meter. In 13,65 Sekunden blieb sie 18 Hundertstel über ihrer persönlichen Bestzeit. Schneller gelaufen sind in Rahmanis Kategorie T62 in diesem Jahr nur drei andere Athletinnen.
Aber Rahmani figuriert nicht unter den zehn Athletinnen und Athleten, die im WM-Aufgebot stehen. Und das, obschon sie die vom Weltverband geforderten 15,10 Sekunden als Minimalanforderung locker unterboten hat. Doch die von Swiss Paralympic angesetzten Limiten hat sie nicht erreicht. Für die B-Limite hätte sie 13,50 laufen müssen – dafür fehlten ihr 15 Hundertstel.
Statt in Paris liegen ihre nächsten sportlichen Ziele in der Schweiz: Auf ihrer Website sind für die nächsten Wochen Meetings in Meilen, La Chaux-de-Fonds und Bulle aufgeführt. Letzteres findet notabene am selben Tag statt, an dem die Weltmeisterschaften in Paris beginnen.
