Fragezeichen um den Dauerbrenner
Oberländer Fussballer in Deutschland, Teil 2
Der Greifenseer Nico Elvedi gehört bei Borussia Mönchengladbach zum Inventar. Trotz Vertrag bis 2024 wird über die Zukunft des Verteidigers spekuliert.
Das Meisterschaftsende am Samstag war noch nicht der Schluss: Zwei Freundschaftsspiele gegen unterklassige Gegner waren die letzten Pflichttermine für Borussia Mönchengladbach und Nico Elvedi. Danach durften nun aber auch der Greifenseer und seine Teamkollegen in die Ferien.
Die Borussen haben eine Bundesliga-Saison hinter sich, in der sie kaum Glanzlichter setzten, sich mit Platz 10 zumindest aber den Erwartungen entsprechend klassierten.
Im Niemandsland der Tabelle aber macht niemand Freudensprünge. Und so kündigen sich personelle Wechsel an – in der Mannschaft und an der Seitenlinie. Die Trennung von Trainer Daniel Farke scheint jedenfalls beschlossene Sache.
Unter ihm war Elvedi trotz Leistungsschwankungen gesetzt. In 32 von 34 Bundesliga-Partien gehörte der Innenverteidiger der Stammelf an. Total 2827 Minuten stand er auf dem Feld. Ein stolzer Wert, den nur 20 Bundesliga-Spieler übertrafen.
2015 wechselte der damals 18-Jährige als Zukunftshoffnung zu den Fohlen und hat sich da prächtig entwickelt. 45-facher Schweizer Nationalspieler ist er nun, seit Jahren in Gladbach Stammkraft, hat 270 Partien für seinen Klub absolviert und schon mehrfach betont: «Ich fühle mich hier extrem wohl.»
Elvedis Vertrag läuft ein weiteres Jahr – über seine Zukunft wird dennoch spekuliert. Wie eigentlich nach jeder Saison. Beobachter monieren heuer, der Oberländer sei zwar Stammspieler, aber nicht wie erhofft zur Führungsfigur gereift.
Da Mönchengladbach den Verteidiger im Sommer 2024 ablösefrei verlieren könnte, steht für den Klub eine Grundsatzentscheidung an: Ihm eine Vertragsverlängerung anbieten oder versuchen, ihn zu verkaufen?
Und jetzt?
Die «Rheinische Post» hat Elvedi schon Anfang Jahr als Verkaufskandidaten gehandelt, für die «Bild» stehen die Zeichen ebenfalls auf Trennung.
Der in der Öffentlichkeit oftmals unter dem Radar laufende Elvedi dürfte sich derweil seine eigenen Gedanken über die Zukunft machen. Und sich die Frage stellen, ob ihm mit 26 eine Luftveränderung guttun würde. Oder ob er Anfang Juli mit den Fohlen in seine neunte Saisonvorbereitung steigen will.
