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Nur etwas macht dem OK noch Bauchweh

Bald findet in Wetzikon die Rad-SM statt. Dieser Punkt macht den Organisatoren noch Sorgen.

In einem Monat wird im Oberland an der Strassen-SM um die Medaillen gefahren.

Archivfoto: Christian Merz

Nur etwas macht dem OK noch Bauchweh

Ein Monat vor der Rad-SM in Wetzikon

In einem Monat findet in Wetzikon die Rad-SM statt. Die Organisatoren sind auf gutem Weg – doch ein Punkt bereitet ihnen noch Sorgen.

Das Oberland ist eine Hochburg des Radsports – das ist quasi eine stehende Wendung, die manchmal mehr und manchmal weniger passend ist. Ganz sicher trifft sie genau in einem Monat zu: Am 24. und 25. Juni werden in Wetzikon die Meistertitel auf der Strasse vergeben.

Auf Instagram haben die Veranstalter begonnen, die Werbetrommel zu rühren. Mit Videos, in denen Nachwuchsfahrerin Annika Liehner «liebi Grüess us em schöne Züri Oberland» sendet und Rennfahrer Lukas Rüegg findet: «Wenn das Wetter stimmt, wird das ein unvergessliches Wochenende.»

Reto Müller, einer von zwei OK-Präsidenten, sagt: «Es gibt natürlich noch einiges zu tun – aber wir sind allgemein eigentlich schon ziemlich ready.»

Die Organisatoren: Jung und familiär

Es ist der erste Radsport-Anlass von nationaler Bedeutung in Wetzikon, seit 2010 die Tour de Suisse hier haltmachte. 13 Jahre ist das her. Reto Müller war damals 12 Jahre alt, in der Radsportschule des RV Wetzikon und als Helfer schon mit dabei. Nun ist er an der SM einer von zwei OK-Präsidenten. «Ich habe diese Position nicht zwingend gesucht – aber es ist eine coole Challenge», sagt er.

Zusammen mit Lukas Stieger, einem der beiden Co-Präsidenten des RV Wetzikon, führt Reto Müller ein OK, das gleich zwei Auffälligkeiten aufweist: Es ist im Schnitt ziemlich jung – und die Familiennamen Müller und Stehli sind jeweils gleich dreifach vorhanden. Ein Zufall ist das nicht: Die Idee, in Wetzikon eine SM durchzuführen, kam ursprünglich von Reto Müllers Bruder Patrick. Beide Brüder sind RVW-Mitglieder, beide hatten als Elite-Fahrer Erfolge in Form von Medaillen an internationalen Nachwuchs-Titelkämpfen gefeiert – und beide traten recht früh vom Rennsport zurück. Nun ist Patrick Müller Chef Leistungssport bei Swiss Cycling. Und hatte bezüglich SM in Wetzikon wohl «zwei Hüte gleichzeitig an», wie Bruder Reto lachend anmerkt. Auch Vater Marc Müller ist mit dabei.

Noch jünger als die Brüder Müller ist Felix Stehli – der 22-jährige Gibswiler fährt derzeit auf dritthöchster Stufe für das EF Education-Nippo Development Team. «Ja sagen fiel nicht schwer», berichtet er aus Japan, wo er diese und die nächste Woche im Renneinsatz steht. Er ist vor allem im OK, um seine Kontakte einzubringen. Sein Vater Thomas hingegen hat als Streckenchef einer der wichtigsten Jobs – und einen «abartigen Aufwand», wie Felix Stehli sagt. Mit im Boot ist auch sein Bruder Valentin.

Das Budget: Kein Loch trotz misslungenem Crowdfunding

Unterdessen findet man das Projekt nicht mehr online – aber bis letzte Woche suchten die Organisatoren auf einer Crowdfunding-Plattform noch Geldgeber. Die Suche verlief nicht wirklich erfreulich. Nur ein Bruchteil der angepeilten 10’000 Franken war zugesichert, als der Countdown abgelaufen war. «Das hat leider tatsächlich nicht so gut funktioniert», sagt Reto Müller – und gibt gleich Entwarnung: «Finanziell ist aber alles in Ordnung. Wir haben schon viele Zusagen von privaten Gönnern. Es sind wohl jene, die wir auch mit dem Crowdfunding erreicht hätten.»

Das Budget – ein tiefer sechsstelliger Betrag – wird vor allem von Sponsoren abgedeckt. Kein Geld fliesst vom Verband Swiss Cycling – es fällt im Gegenteil eine Lizenzgebühr an, damit der RV Wetzikon die SM durchführen darf. «Darüber wollen wir uns nicht beklagen. Denn Swiss Cycling unterstützt uns als Veranstalter auf ganz vielfältige Art und Weise, was uns die Arbeit erleichtert.» Eine ausgeglichene Rechnung soll es am Schluss werden. «Unser erstes Ziel ist es, einen coolen Event durchzuführen und nicht Gewinn zu machen», sagt Reto Müller.

Das Personal: Streckenposten sind noch Mangelware

Finanziell klaffen also keine Löcher – dafür personell. «Wenn uns etwas Sorgen bereitet, dann die Helfersituation», sagt Reto Müller. Vor allem braucht es noch viele Streckenposten. Der fast 22 Kilometer lange Rundkurs von Wetzikon über Bäretswil, Bettswil, Girenbad, Ettenhausen und Erlosen zurück zu Start und Ziel an der Wetziker Spitalstrasse muss abgesichert werden.

Rund 160 Streckenposten pro Tag sind insgesamt nötig – diese Zahl ist noch nicht erreicht. «Wir probieren deshalb, auf allen Kanälen noch einmal Helfer zu rekrutieren», sagt Reto Müller.

Erschwerend hinzu kommt der Termin, auf den die Wetziker keinen Einfluss haben, weil er vom internationalen Rennkalender vorgegeben wird. Ausgerechnet am selben Wochenende findet in Hittnau ein Mountainbike-Rennen statt, das auch Helfer benötigt.

Über die Plattform Swiss Volunteers wollen die Wetziker nun auch über das Oberland hinaus Freiwillige finden. Und wenn das nicht funktioniert? «Dann müssen wir schauen, inwiefern wir bei der Planung der Streckenposten optimieren können, ohne Abstriche bei der Sicherheit machen zu müssen», sagt Reto Müller. Aber noch bleibt ja ein Monat Zeit für das OK, auch diese Sorge loszuwerden. Müller jedenfalls freut sich auf einen «coolen Event», der nicht nur jenen vorbehalten ist, die um die Medaillen fahren. «Am Samstag gibt es ein Hobbyrennen – so etwas auf einer geschlossenen Strecke findet man auch nicht alle Tage.»

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