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Vom Favoritenschreck zum Aufstiegsfavoriten

Der FC Dübendorf könnte sich am Mittwoch im Zweitliga-Aufstiegskampf einen Vorteil verschaffen. Doch will er das überhaupt?

Mit Vorwärtsdrang: Ali Aliji (am Ball) und der FC Dübendorf könnten am Mittwoch die Tabellenspitze übernehmen.

Foto: David Kündig

Vom Favoritenschreck zum Aufstiegsfavoriten

Glattaler vor dem Spitzenkampf

In Veltheim spielt Zweitligist Dübendorf am Mittwoch um die Tabellenführung. Die Chancen auf die Rückkehr in die Interregio stehen für den FCD gut.

Motivieren muss Luca Ferricchio für dieses Duell wohl keinen Spieler extra. «Es gibt doch nichts Schöneres als solche Spitzenspiele», sagt der Trainer des FC Dübendorf vor dem Duell gegen Leader Veltheim vom Mittwochabend. Besonders attraktiv ist die Ausgangslage, weil die Dübendorfer nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer liegen und deshalb mit einem Sieg den Winterthurer Quartierklub entthronen könnten.

In der fünftletzten Runde Leader zu werden, ist eine verlockende Perspektive. Doch FCD-Präsident Markus Herzog sagt: «In Veltheim wird noch nichts entschieden.» Und auch mit dem Gruppensieg wäre noch nichts entschieden – in dieser Saison gibt es Entscheidungsspiele um die Plätze in der Interregio, wobei dem Besten der Gruppe 2 ein Duell mit dem Sieger der Ostschweizer Gruppe 1 blüht.

Das beste Team der Rückrunde ist der FCD schon; er holte in acht Partien 17 Punkte – und Trainer Ferricchio formuliert die Ambitionen mittlerweile deutlicher als auch schon. Nach der Vorrunde, die der FCD auf dem 5. Rang mit zwei Zählern Rückstand auf die Spitze beendet hatte, lautete die Losung noch, die aufstiegswilligen Teams so lange wie möglich ärgern zu wollen. Nun sagt der Trainer: «Wir wollen die Aufstiegsspiele bestreiten.»

Die Mannschaft hat sich diese Position verdient.

Luca Ferricchio, Trainer FC Dübendorf

Das ist zwar noch immer eine spezielle Formulierung, um Aufstiegsambitionen zu beschreiben, ohne direkt «wir wollen aufsteigen» zu sagen. Doch auch Ferricchio weiss, dass sich der FCD mindestens zum Mitfavoriten gemausert hat.

«Die Mannschaft hat sich diese Position verdient. Wir mussten uns nach einem Umbruch vor der Saison erst finden. Die Wechsel im Winter haben uns dann noch einmal stärker gemacht.»

Unter Zwang steht die Truppe nicht

Für Präsident Markus Herzog ist klar: «Wir könnten mit diesem Team auch in der Interregio bestehen.» Aufstiegszwang herrsche aber nicht – «den Druck machen sich die Spieler höchstens selber. Wir müssen nicht aufsteigen, aber wenn wir es schaffen, nehmen wir das natürlich auch gerne an.»

2019 stieg der FCD letztmals aus der 2. Liga interregional ab, zwei Saisons dauerte das Intermezzo auf überregionaler Ebene damals. An der Meinung Herzogs, dass Klubs wie Uster und Dübendorf mindestens auf Interregio-Stufe gehören, änderte sich seither nichts.

Zwar könnte der FCD besser aufgestellt sein – die 2. Mannschaft hat in der 4. Liga keine Chance auf den Aufstieg im Mittelfeld, und auch die Junioren stehen nicht mehr so gut da wie vor einigen Jahren, als sie noch auf höchster regionaler Stufe spielten.

Daraus macht der Klubpräsident keinen Hehl. Er sagt: «Wenn wir isoliert das Fanionteam betrachten, sind wir bereit für die Interregio.»

Vielleicht liegt uns die Rolle als Jäger besser als jene des Gejagten.

Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf

Doch eben – bis dahin ist es ein weiter Weg. Und bei aller Qualität, die das Team an den Tag legt: Durch Konstanz zeichnet es sich in diesem Jahr nicht aus. Nur gerade zu Beginn der Rückrunde siegte der FCD zweimal in Serie. Punkte liess er liegen gegen die in den Strichkampf involvierten Bassersdorfer und Herrliberger – und als er vor zehn Tagen die Chance hatte, erstmals die Tabellenführung zu übernehmen, unterlag er Gossau 0:1.

Herzog bezeichnet das als «verschossenen Penalty» und sagt: «Vielleicht liegt uns die Rolle als Jäger besser als jene des Gejagten.»

In der Hinrunde klappte es gegen Veltheim

Für Trainer Ferricchio ist derweil klar: «In dieser Gruppe kann man gegen jeden verlieren, wenn man denkt, es reiche auch mit zwei Prozent weniger.» Bedenken, dass eine solche Überheblichkeit seinem Team zum Verhängnis werden könnte, hat er nicht. «Die Spieler kennen mich. Ich hole sie schon auf den Boden zurück, wenn sie abheben.»

Gegen Veltheim brauche es Geduld und Nerven – und defensive Stabilität. «Es ist eine physische, erfahrene Mannschaft, der man keine Räume geben darf, weil sie ein gutes Umschaltspiel hat und nicht viele Chancen braucht.»

Dass der FCD gegen die Winterthurer bestehen kann, zeigte er in der Hinrunde – 3:2 siegten die Dübendorfer damals auf dem Zelgli. «Es war ein Supermatch. Genauso dominant wollen wir auch auswärts auftreten», sagt Ferricchio.

Er hat im besten Fall nun noch sieben Spiele mit dem FCD vor sich, bevor er zum FC Muri wechselt, der in der 1. Liga Classic im Abstiegskampf steckt. Wer ihn bei Dübendorf beerbt, dürfte in den nächsten Tagen bekannt werden.

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