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Wenn der EIE das Gegenteil der Vikings macht

Der EHC Illnau-Effretikon und die Dürnten Vikings verfolgten bei der Kaderplanung verschiedene Ansätze.

Vikings-Spieler Maurice Schmidt (links) muss EIE-Stürmer Yves Förderreuther ziehen lassen.

Archivfoto: David Kündig

Wenn der EIE das Gegenteil der Vikings macht

Oberländer Zweitligisten starten Vorbereitung

Der EHC Illnau-Effretikon vergrössert das Kader – auch um den Konkurrenzkampf anzukurbeln. Die Dürnten Vikings wählen für Letzteres ein anderes Mittel.

Genau zwei Monate hat die Pause gedauert. Am Montag aber erfolgte beim EHC Illnau-Effretikon der Kick-off im Eselriet – etwas später als üblich. Der Oberländer Zweitligist war erfolgsbedingt allerdings auch länger im Einsatz als in den Vorjahren. Er musste sich in den Playoffs erst Anfang März im Ostschweizer Final Wallisellen beugen. Es war sein 34. Meisterschaftsspiel – eine stolze Zahl für Amateure.

Der verpasste Titelgewinn tat natürlich weh, die Freude über die letztlich positive Saison aber überwog. Und die Aussichten, weiter auf der Erfolgswelle zu surfen, sind durchaus gut. Zumindest auf dem Papier. Die von Headcoach Gianni Dalla Vecchia und Assistent Christian Anderegg geführte Mannschaft ist grösstenteils zusammengeblieben.

Lediglich drei Abgänge verzeichnet der EIE. Goalie Michael Bachofner sucht seine Chance bei Erstligist Wil, Yann Wunderli und Carlo Fäh hören auf.

Mit Fäh verliert der EIE eine Persönlichkeit. 40 wird dieser im Herbst, die letzten zwölf Jahre spielte der Stürmer für das Oberländer Team und machte sich dabei zum Rekordtorjäger des Klubs. Neben seiner Präsenz auf dem Eis und in der Garderobe fehlen künftig auch seine Skorerpunkte.

Ein Duo als Spezialfall

Dalla Vecchia und Anderegg verantworten mangels Sportchef die Zusammenstellung des Teams gleich selber. Sie haben das Kader bewusst vergrössert. Um einerseits den Konkurrenzkampf anzuheizen. Und andererseits Jungen früh eine Chance zu geben und eine Perspektive zu bieten.

Dalla Vecchia und Anderegg wollen vorbereitet sein für den Moment, wenn ein paar Routiniers gleichzeitig aufhören.

Drei eigene Junioren haben die Coaches ins erweiterte Kader nachgezogen. Das Hauptkader besteht aus drei Goalies, acht Verteidigern und 14 Stürmern. Ein Quintett ist neu dabei. Keeper Patrick Bösiger (27), Verteidiger Marius Herberger (28) und Stürmer Martin Lehner (19) kommen allesamt vom EHC Schaffhausen.

Speziell ist die Situation bei Jonas Bulach (28) und Remo Breu (32). Defensivspieler Bulach probiert nach einer verletzungsbedingten einjährigen Pause ein Comeback. Der polyvalent einsetzbare Breu, der einst einige NLB-Spiele absolvierte, will es nach einer mehrjährigen Auszeit nochmals wissen. Ob die beiden im Herbst in die Saison starten, entscheidet sich erst nach der Vorbereitung.

Die Fitness als Knackpunkt

Schon drei Wochen vor dem EIE erfolgte derweil beim zweiten Oberländer Zweitligisten der Startschuss zur Vorbereitung. Die Dürnten Vikings begannen bewusst schon im April mit dem Sommertraining.

«Wir waren die letzten zwei Saisons nicht bereit», ortete Sportchef Mario Senn physische Defizite und sagt: «Wir müssen mehr für unsere Fitness machen.»

15 Spieler plus ein Goalie waren zum Auftakt dabei. Einen Verteidiger, einen Center und einen Goalie hat der als Stürmer spielende Sportchef noch auf der Wunschliste.

Um den Kampf um Einsatzzeit zu verschärfen, will er das Kader bewusst kleiner halten als zuletzt, als es deutlich über 20 Spieler umfasste. «Das war zu viel, da schob jeder die Verantwortung auf den anderen ab.»

Vom EHCW kommt Hilfe

Die Vikings waren viele Jahre lang ein Spitzenteam. Sie schafften es danach aber nicht, die Mannschaft rechtzeitig umzubauen. Die Folge davon: Sie verpassten zweimal hintereinander die Playoffs. Senn hofft, am Ende des schmerzhaften Erneuerungsprozesses zu stehen.

Mit Captain Noel Brunner (37) und Adrian Stoob (32) sind zwei weitere langjährige Leistungsträger zurückgetreten. Auch die für die Abstiegsrunde reaktivierten Yves Rüegg (30) und Andy Rüegg (32) zogen einen endgültigen Schlussstrich, die Zukunft von Michel De Martin (32) ist offen.

Vom langjährigen Kern sind somit nur noch Mario Senn (32), Olivier Mütsch (34) und Alain Deubelbeiss (34) dabei. Nun sind die jüngeren Spieler noch stärker gefordert.

Der bisher wichtigste Zuzug der Vikings: Vom EHC Wetzikon kommt der gestandene Erstliga-Stürmer Robin Meier. «Der wird eine Riesenhilfe sein», ist Senn sicher.

Nach einer Pause zurück ist der ebenfalls erfahrene Verteidiger Thomas Hofer. Noch zu dünn besetzt ist die Goalieposition nach dem Abgang der letztjährigen Keeper Daren Bona und Marco Lüber. Einziger Torhüter ist bis jetzt Robin Heeb.

Der 25-jährige Neuzuzug absolvierte in der Saison 2020/2021 eine Handvoll Einsätze für den EIE, seither aber spielte er nicht mehr in der 2. Liga.

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