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Dieser Triumph wird sie noch länger beschäftigen

Es ist der grösste Sieg der Karriere: Vera Looser hat das Cape Epic in Südafrika gewonnen.

Ein Sprudelbad der besonderen Art: Vera Looser (rechts) feiert mit Kim Le Court den Gesamtsieg am Cape Epic.

Foto: Dom Barnardt/Cape Epic

Dieser Triumph wird sie noch länger beschäftigen

Hinwilerin Bikerin feiert wichtigsten Sieg

Vera Looser hat mit ihrer Teamkollegin Kim Le Court das Cape Epic in Südafrika gewonnen. Es gilt als das härteste Mehretappen-Bike-Rennen der Welt.

Sie bringt die Empfindungen einer ganzen Woche in wenigen Worten unter. «Wir litten, weinten, lachten und kämpften wie Königinnen», schreibt Vera Looser auf Instagram. «Und wurden mit einem wundervollen Sieg belohnt.»

Die Momente kurz vor und nach der Zieldurchfahrt am Cape Epic dürfte die Hinwilerin nie mehr vergessen. Wie sie und ihre Partnerin Kim Le Court die letzten paar Meter des Rennens unter dem Applaus des Publikums mit hoch gestreckten Armen und nebeneinander fahrend geniessen. Wie sie ihre Bikes jubelnd in die Höhe wuchten. Vor allem aber auch, wie die zwei sich gegenseitig eine Champagnerdusche verpassen.

In diesen Momenten fällt Loosers Anspannung ab. Die 29-Jährige vergisst all die Strapazen, die das legendäre Mehretappen-Rennen mit sich brachte. Auch wegen teils schwierigen Wetterverhältnissen, die für aufgeweichte Trails sorgen. Bei den Feierlichkeiten im Ziel kostet sie ihren grössten Triumph ihrer Karriere voll aus.

Wir mussten wirklich an die Reserven gehen.

Vera Looser

Siegerin Cape Epic

«Das ist ein unglaubliches Gefühl», sagt Looser danach. «Es war eine lange, harte Woche, und wir mussten wirklich an unsere Reserven gehen, aber wir haben es geschafft.»

Die Eckdaten des südafrikanischen Mountainbike-Klassikers sind eindrücklich. Von Hermanus an der Küste führte dieser in 7 Etappen in die Weinberge um Stellenbosch und Paarl. 648 Kilometer mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurücklegen, gespickt mit über 15 475 Höhenmeter.

Ein Plan der Cape-Epic-Teilstrecken.
So sah der Streckenplan der jüngsten Cape-Epic-Austragung aus.

Vier Teilstücke entscheiden Kim Le Court und Vera Looser, die als Strassenfahrerin bereits zweimal für Namibia an Olympischen Spielen startete, für sich. Eine davon an Le Courts 27. Geburtstag.

In der Königsetappe machen Looser/Le Court im Gesamtklassement viel Zeit gut, im danach folgenden 6. Teilstück übernehmen sie die Gesamtführung. In die Hände spielt ihnen auch das Pech der bis dahin Gesamtführenden Candice Lill und Amy Wakefield. Letztere beklagt in der 6. Etappe ein kaputtes Hinterrad.

Mit einem satten Zeitpolster und eingekleidet in die orangenen Trikots der Leaderinnen nehmen Looser und ihre Partnerin das Schlussstück in Angriff. Spannend wird es nicht mehr – im Ziel weisen sie in der Gesamtwertung über eine halbe Stunde Vorsprung auf.

Obwohl sie regelmässig Strassenrennen bestreitet, schlägt Loosers Herz eigentlich fürs Mountainbike. Mit dem Sieg am Cape Epic ist für sie denn auch ein Traum in Erfüllung gegangen. Die emotionalen Tage in Südafrika werden sie und Kim Le Court noch länger beschäftigen, ist die Hinwilerin überzeugt.

Sie sagt: « Ich glaube, wir brauchen ein oder zwei Wochen, um diesen Gesamtsieg zu verarbeiten.»

Konny Looser auf Rang 19

Bei den Männern sieht es am Cape Epic lange nach einem Schweizer Sieg aus. Doch nach der letzten Etappe müssen sich Cross-Country-Olympiasieger Nino Schurter und Andri Frischknecht, der Sohn der Ustermer Bikelegende Thomas Frischknecht, mit dem 2. Platz begnügen. Das Duo Christopher Blevins (USA) und Matthew Beers schwingt obenaus.

Vera Loosers Ehemann Konny beendet das Rennen in den Top 20. Der anstelle eines erkrankten belgischen Fahrers kurzfristig eingesprungene Marathonspezialist fährt mit dem Österreicher Manuel Pliem auf Rang 19. (zo)

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