Jetzt hat Uster kein Fangnetz mehr
Unter Zugzwang
Es ist die zweite und auch letzte Chance, den NLA-Platz zu verteidigen: Der UHC Uster muss sich im Duell gegen B-Ligist Obwalden behaupten.
Jetzt wird es unangenehm für den UHC Uster. Nachdem der NLA-Klub sich in den Playouts Floorball Thurgau 2:4 geschlagen geben musste, gibt es unter ihm kein Fangnetz mehr.
Zieht er auch in den am Samstag beginnenden Auf-/Abstiegsplayoffs (Best-of-7) gegen Ad Astra Obwalden den Kürzeren, stürzt er in die zweithöchste Liga.
Da war er in der Saison 2009/10 letztmals, seither gehört der UHC Uster zum Inventar in der NLA. Eine Playoff-Teilnahme ist für ihn zwar weiterhin die Ausnahme, acht Jahre aber ist es mittlerweile her, seit er wirklich um seinen NLA-Platz zittern und gegen einen NLB-Vertreter stechen musste.
Das Duell gegen Ad Astra Obwalden ist für die Mannschaft von Simon Meier in jedem Fall eine heikle Aufgabe. Der Unterklassige steigt mit Heimrecht in die Best-of-7-Serie.
Gefährlich macht ihn aber vor allem, dass er dank seinen jüngsten Erfolgen über viel Selbstvertrauen verfügt. Die Viertelfinals gewannen die Obwaldner nach einem 0:2-Rückstand in der Best-of-5-Serie. In den Halbfinals setzten sie sich dann souverän 3:0 durch.
Kommt hinzu: Die Ustermer stehen unter Druck. Die Obwaldner können hingegen unbeschwert aufspielen. Sie haben ihre Erwartungen längst übertroffen.
Nachdem Ad Astra Sarnen, wie der Klub früher hiess, in der NLA zuletzt chancenlos war, rief man nach dem Abstieg im Frühling 2022 für die neue Saison den Ligaerhalt als Mindestziel aus.
Die Schweden wissen, wo das Tor steht
Das Team wurde verjüngt, Trainer und Ausländer ausgetauscht. Die Mannschaft ist schwedisch geprägt, mit Spielertrainer Jakob Arvidsson, Fredrik Edholm und Isak Stöckel.
Auf letzteren muss die Ustermer Defensive ein besonderes Auge werfen. Der Nordländer war mit 72 Skorerpunkten in 22 Spielen Ligatopskorer. Nicht zu verachten ist auch Arvidssons Arbeitsnachweis, der bei 62 Punkten liegt.
41 Tore erzielte der 29-Jährige. Das ist Ligabestwert.
Obwalden ist zweifelsohne im Hoch, hat zuletzt sechs Siege aneinander gereiht. Der UHC Uster ist dafür der Oberklassige, der sich gewöhnt ist, auf höherem Niveau zu agieren.
Das Selbstbewusstsein der Ustermer dürfte allerdings nicht auf demselben Level sein wie beim Gegner. Lediglich acht Siege sind dem UHC Uster in 28 Meisterschaftsspielen gelungen, die verlorenen Playouts tun zusätzlich weh.
Für die Ustermer geht es nun auch darum, den Kopf frei zu kriegen – für ihre wichtigsten Spiele der Saison.
Das Team von Simon Meier hat zweifelsohne Qualitäten und ist in der Lage, seinen NLA-Platz zu verteidigen. Mit rein spielerischen Mitteln wird die Serie aber kaum zu gewinnen sein.
Die Bereitschaft, sich den einen oder anderen blauen Fleck zu holen, dürfte eine elementare Rolle spielen.
