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Dem EIE bleibt nur die Leere

Der EHC Illnau-Effretikon unterliegt im vierten Spiel des Playoff-Finals gegen Wallisellen 2:6.

Wohl die schlimmsten Minuten der Saison: Die EIE-Spieler trösten sich nach der entscheidenden Final-Niederlage gegenseitig. 

Foto: Christian Merz

Dem EIE bleibt nur die Leere

Titel-Traum platzt

Der EHC Illnau-Effretikon unterliegt im vierten Spiel des Playoff-Finals gegen Wallisellen 2:6. Damit ist die Serie entschieden.

Dem Gegner beim Feiern zuzusehen, das will keiner. Genau das aber macht der EHC Illnau-Effretikon Donnerstagabend. Und als sei das nicht Strafe genug, muss er es auch noch auf eigenem Eis machen, nachdem er das vierte Spiel des Playoff-Finals gegen Wallisellen 2:6 verloren hat.

Minutenlang stehen die Spieler des EIE nach der Schlusssirene verloren auf dem Eis herum, die Gesichter sind leer.

Sie trösten sich gegenseitig, während in der anderen Spielfeldecke die Walliseller, die die Serie 3:1 für sich entschieden haben, einen wilden Tanz aufführen. Schon kurz nach Spielhälfte ist der Oberländer Zweitligist mit 1:4 in so arger Schieflage, dass er sich früh damit abfinden muss, keine «Belle» erzwingen zu können.

Heute ist die Scheibe auch nicht für uns gesprungen.

Gianni Dalla Vecchia, EIE-Trainer

Der EHC Wallisellen ist im vierten Finalspiel von Anfang wach. Und vor allem kaltblütig, die Mannschaft von Gianni Dalla Vecchia hingegen einmal mehr nicht.

«Anders als in der Qualifikation haben wir aus unseren Chancen in der ganzen Serie zu wenig gemacht», sagt der Trainer.

«Heute ist die Scheibe auch nicht für uns gesprungen. Wäre nach unserem 1:2 nicht gleich das 1:3 gekommen, hätte es vielleicht anders ausgesehen», grübelt er kurz, um den Gedanken dann beiseite zu wischen.

Die EIE-Spieler müssen mit ihrer Enttäuschung fertig werden, während die Walliseller feiern. (Handyvideo: Oliver Meile)

Es ist ein wildes, schnelles Spiel, das die fast 600 Zuschauer im Eselriet sehen. Eines aber auch, in dem vorerst keine der Mannschaften sich klare Vorteile erarbeitet.

Dennoch können sich die Gäste über einen frühen Zweitore-Vorsprung freuen. Ein missglückter EIE-Wechsel steht am Ursprung des 0:1.

Gästestürmer Jan Hirzel kann dadurch alleine auf Goalie Dominic Werren zulaufen und bezwingt diesen in der 8. Minute nach einer feinen Finte. Nur drei Minuten später vergeben die Gäste eine ihrer raren Grosschancen, Sekunden später aber und nach einem Chaos im Slot steht es aus Sicht der Oberländer trotzdem 0:2.

Es ist genau die Art von Start, die das Heimteam mit Sicherheit vermeiden wollte. Nun muss es gegen den sowieso schon aufsässigen Gegner, der ganz sicher kein fünftes Spiel mehr will und viel Selbstvertrauen aufs Eis bringt, einem Rückstand nachrennen.

Ab dem zweiten Drittel tut er das mit viel mehr Nachdruck als noch im Startdrittel. Jetzt lanciert das Heimteam Angriff um Angriff. Es läuft nun viel mehr, als ob alle Spieler in der ersten Pause ihren Akku geladen hätten.

Es hat Zunder drin

Das Ablenkertor von Lorenz Kuhn (23.) gibt dem EIE zusätzliche Energie. Aber es ist eine brutale Partie für ihn. Erst vergibt Marco Thaler eine Grosschance, später trifft Marco Begert die Latte.

Wallisellen aber fackelt nicht lange, verwertet im Mitteldrittel gleich die ersten zwei Chancen. Kurz nach Spielhälfte steht es 1:4. Aber es kommt noch bitterer für den EIE. Zu Beginn des Schlussdrittels jubeln die Gäste bereits wieder. Dem 1:5 aber ist ein Walliseller Foul vorangegangen.

Es war dennoch eine coole Saison.

Gianni Dalla Vecchia, EIE-Trainer

Überhaupt hadert der EIE ein paarmal mit den Schiedsrichterentscheiden. Längst ist viel Zunder in der Partie. Der EIE fühlt sich benachteiligt. Er kämpft aber unverdrossen weiter, weiss hingegen selber längst: Diese Aufgabe ist nicht mehr lösbar. Mehr als das zwischenzeitliche 2:5 durch Marco Vögeli liegt für die Oberländer in ihrem 16. Playoff-Spiel innerhalb von 38 Tagen nicht mehr drin.

Dann ist die Saison zu Ende. «Wer im Final steht, will diesen auch gewinnen», versteckt Dalla Vecchia seine Enttäuschung hinterher nicht.

Er sieht trotzdem auch schnell das grosse Bild, mit dem 3. Platz in der Qualifikation, dem Erreichen des Playoff-Finals. Zweimal hat der EIE dafür den Sieg in einer «Belle» benötigt. «Es war dennoch eine coole Saison», sagt Dalla Vecchia. «Wir haben viel erreicht.»

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