Der Nuller treibt Laupen an
Besondere Motivationsspritze
Die NLA-Frauen des UHC Laupen bleiben nach der jüngsten Playoff-Teilnahme weiterhin ohne Sieg in der K.-o.-Phase. Das hat für einmal auch sein Gutes.
Die Playoff-Viertelfinals waren für die NLA-Frauen des UHC Laupen wie erwartet schnell vorbei. 0:4 verloren sie die Viertelfinalserie gegen Qualifikationssieger Emmental Zollbrück.
In den Spielen drei und vier verkauften die Oberländerinnen ihre Haut aber teuer, unterlagen einmal erst in der Verlängerung.
«Wären wir da etwas cleverer gewesen», trauert Trainer Yves Kempf jenem Spiel nach. Und sagt: «Aber will man einen solchen Gegner bezwingen, muss man seine Chancen auch nutzen.»
Nach den guten letzten zwei Auftritten spricht Kempf von einem versöhnlichen Saisonabschluss.
Playoff-Viertelfinals 2022/23
Emmental Zollbrück - Laupen 6:1
Laupen - Emmental Zollbrück 2:14
Emmental Zollbrück - Laupen 3:2 n.V.
Laupen - Emmental Zollbrück 2:6
Die Laupner Saison bestand aus zwei komplett verschiedenen Hälften. Die erste war erfreulich. Sie weckte bei den Oberländerinnen gar Hoffnungen, näher an die Top 4 der Liga zu rücken.
Dann aber stürzte der UHC Laupen ins Tief. Ab Dezember verlor er nur noch. Inklusive Playoffs reihte er elf Niederlagen aneinander.
Das Eis ist dünn
Die Qualifikation beendete Laupen auf Rang 8. Satte 19 Punkte hinter dem viertklassierten Chur, aber mit acht Zählern Vorsprung auf den Strich.
Wenn es einmal nicht läuft, kommen wir nicht mehr aus dem Strudel.
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Positiv ist, dass die Oberländerinnen auch in ihrem fünften NLA-Jahr die Playoffs erreichten. Ein Schritt nach vorne aber ist ihnen nicht gelungen. Dafür war die Kaderbreite schlicht zu dünn.
Der Bruch bei Laupen kam ab dem Zeitpunkt, als Leistungsträgerinnen verletzt ausfielen. «Das mag es nicht leiden», sagt Kempf. «Wenn es einmal nicht läuft, kommen wir nicht mehr aus dem Strudel.»
An der grundsätzlichen Ausgangslage der Laupnerinnen wird sich nichts ändern. Der Dorfverein verfügt weder über die Strukturen noch die Finanzen, um sein Kader nachhaltig zu verstärken.
Laupen stöbert in der NLB nach Spielerinnen, muss Talente entdecken, vor allem aber Spielerinnen selber ausbilden. «Züchten aber braucht Zeit», sagt Kempf und lacht.
Es fehlen die Skorerinnen
Die Kaderplanung ist derweil weit fortgeschritten. «So weit wie noch nie zu diesem Zeitpunkt», freut sich der Trainer. Im Team gibt es einen Umbruch. Sechs Abgänge sind bekannt.
Beispielsweise jene von Mara Rüegg, die aus der Region wegzieht und Annina Eisenbart, die nach 13 Saisons aufhört. Zwei Goalies und 13 Feldspielerinnen gehören schon fix dem Kader für nächste Saison an. Rund acht Positionen sind noch offen.
Besonders gefragt wären Skorerinnen beim offensiv zweitschwächsten NLA-Team, das am Tropf von Vanessa Kapp, Hanka Lackova und Yara Hofmann hängt.
Wir packen es nochmals an.
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Gut für die Oberländerinnen: Lackova und Hofmann haben verlängert, Kapp dürfte ebenfalls an Bord bleiben. Der Tenor bei ihnen ist derselbe wie bei Trainer Kempf, der sagt: «Das kann nicht alles gewesen sein. Wir packen es nochmals an.»
Ihr Blick geht dabei vor allem zur Playoff-Statistik mit 17 Niederlagen in 17 Spielen. Kempf sagt, der Nuller müsse endlich weg. Und ist sicher: «Der erste Playoff-Sieg wird kommen.»
