Jetzt kann er erstmals ein Jahr durchplanen
Gibswiler Veloprofi Kevin Kuhn
Kevin Kuhn fährt künftig auf der Strasse für ein belgisches Continental-Nachwuchsteam. Sein Vorteil: Dieses gehört unter dasselbe Dach wie sein Querteam.
Den Schlusspunkt hinter seine Quersaison setzte er rund 30 Kilometer ausserhalb von Antwerpen. Am gut besetzten C1-Rennen von Oostmalle fuhr Kevin Kuhn auf der sandigen und technisch anspruchsvollen Piste auf Rang 13.
So weit hinten in der Rangliste hat sich der Gibswiler diesen Winter nur selten wieder gefunden. Kuhns drittes Jahr auf Elitestufe war denn auch ein überaus erfreuliches.
In 25 seiner 32 Rennen fuhr er in die Top Ten. Im Gesamtweltcup belegt der Oberländer Rang 7. Und im Dezember sorgte er mit Rang 3 in Val di Sole gar für das erste Schweizer Weltcup-Podest nach einer fast zehnjährigen Durststrecke.
Kevin hat in den letzten Jahren grosse Schritte vorwärts gemacht.
Bart Wellens, Teamchef
Seit drei Jahren gehört der unlängst 25 gewordene Profi dem belgischen Team Tormans an. Er verbringt daher einen beträchtlichen Teil der Winter in der Querhochburg Belgien und hat sich in dieser Zeit rasant weiterentwickelt.
«Ich habe mich ziemlich gut etabliert», heisst das in Kuhns Worten. Sein Teamchef Bart Wellens lobt derweil: «Kevin hat in den letzten Jahren grosse Schritte vorwärts gemacht.»
Wellens hält viel vom besten Schweizer Querfahrer. Der 44-Jährige, der in seiner Karriere zweimal Querweltmeister wurde, ist überzeugt, dass in Kuhn noch mehr Potenzial schlummert.
Und er hat eine klare Vorstellung, wohin der Weg des Tösstalers führen soll. «Ich erwarte, dass er sich weiterentwickelt und ein fixer Wert in den Top 5 wird.»
Den Angriff auf die Quer-Weltspitze wird Kuhn im nächsten Winter im gleichen Umfeld vorantreiben. Er hat seinen Vertrag beim belgischen Radquer-Rennstall, von dem derzeit unklar ist, wie er künftig heisst, um zwei weitere Jahre bis 2025 verlängert.
«Die Vision des Teams trägt Früchte, meine Ergebnisse sind der beste Beweis dafür», lässt sich Kuhn in der Medienmitteilung seines Arbeitgebers zitieren. Er wisse, dass er noch viel zu lernen habe, sagt Kuhn, der sich im kleinen Team wohlfühlt. «Und ich weiss auch, dass hier der perfekte Ort dafür ist.»
Die ideale Lösung
Kuhn hat die Zukunft in seiner Paradedisziplin mit dem Verbleib beim Querteam geklärt, das ein Ableger des World-Tour-Strassenteams Intermarché-Circus-Wanty ist.
Zugleich profitiert er davon, dass der belgische Rennstall neu auch eine Strassen-Nachwuchsequipe führt, die junge Fahrer ans höchste Niveau heranführen soll.
Die nächsten zwei Saisons fährt Kuhn beim Continental-Team mit dem wenig eingängigen Namen Circus-ReUz-Technord.
Es ist eine ideale Lösung. Die Vorteile davon liegen für Kuhn auf der Hand: «Zum ersten Mal habe ich ein gut strukturiertes Sommerprogramm, damit ich mein Jahr von A bis Z planen kann.»
Nachdem er lange in den warmen Monaten jeweils Mountainbike-Rennen absolviert hatte, fuhr er die letzten zwei Sommer wie der Grossteil der Top-Querfahrer auf der Strasse. «Um den Motor zu vergrössern», wie er zu sagen pflegt.
Kuhn stand für das Continental-Team Nippo im Einsatz. Die Rennplanung aber war schwierig. Im letzten Jahr wäre er beispielsweise gerne häufiger gefahren. Nur 14 Renntage mit etwas über 2000 Kilometer konnte Kuhn da sammeln.
Heuer dürften diesen Zahlen wachsen. Zur Freude des Gibswilers. Er habe den Ehrgeiz, ein besserer Strassenfahrer zu werden, so Kuhn.
Sein Chef im Querteam, Bart Wellens, ist gespannt, ob das gelingt. Er sagt: «Ich kann es kaum erwarten, die Auswirkungen eines soliden Sommers auf der Strasse zu sehen.»
