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Jetzt helfen Wetzikon nur noch Siege

Der EHC Wetzikon hat sich in den Halbfinals gegen Bellinzona in eine schwierige Lage manövriert.

Chance vertan: Der Wetziker Mario Pieroni scheitert an Bellinzona-Goalie Mattia Canepa.

Foto: Christian Merz

Jetzt helfen Wetzikon nur noch Siege

EHCW unter Zugzwang

Der EHC Wetzikon hat sich in den Halbfinals gegen Bellinzona in eine schwierige Lage manövriert. Findet er aus dieser auch wieder raus?

Oliver Meile

Der Weg in den Playoff-Final ist noch immer gleich lang für den EHC Wetzikon. Der Oberländer Erstligist braucht dafür drei Siege.

Dumm für ihn: Er hat die ersten zwei Spiele der Best-of-5-Serie gegen Bellinzona verloren und benötigt die Erfolge nun hintereinander. Vielleicht wirkt es für die Wetziker ja befreiend, dass sie keine Überlegungen mehr anstellen, sondern einfach «nur» gewinnen müssen.

Unterläuft ihm am Samstag daheim aber der dritte Fehltritt gegen die Tessiner, endet die Saison für den EHCW unerwartet früh. Und man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Es wäre eine Enttäuschung der gröberen Sorte.

Wiederum wäre der Aufstiegstraum in die höchste Amateurliga geplatzt. Dabei ist das Kader überdurchschnittlich gut bestückt, alle Puzzleteile scheinen vorhanden.

Zudem ist das Feld der Aufstiegsanwärter in der Ostgruppe heuer begrenzt. Von den Halbfinalisten wollen lediglich Wetzikon und Bellinzona in die MHL, Wil und Luzern sehen ihre Zukunft in der 1. Liga.

Spieler verlassen das Eis in die Garderobe.
Das will der EHCW vermeiden: Den vorzeitigen Abgang in die Ferien. (Foto: Christian Merz)

Noch ist der Aufstieg für den EHCW realisierbar. Im Team stehen viele erfahrene Spieler, die in der Lage sein sollten, jetzt eine Schippe draufzulegen.

Einen 0:2-Serien-Rückstand kann man drehen. Wobei sich die Wetziker nicht auf ihre jüngere Vergangenheit abstützen können. In den letzten Jahren gelang ihnen das Kunststück nie.

Dafür aber einem ihrer Gegner: Vor sieben Jahren schieden die Oberländer in den Viertelfinals nach einer 2:0-Serien-Führung gegen Frauenfeld noch aus.

Problemzone Defensive

So souverän der EHC Wetzikon gegen Herisau durch die Viertelfinals marschiert ist, so stark ist er nun ins Schleudern geraten.

Dass die Tessiner Equipe technisch beschlagen und spielerisch gut ist, war kein Geheimnis. Die GDT Bellinzona ist aber auch eine Stimmungsmannschaft, die nun im Hoch ist und zuletzt zweimal vor Spielfreude nur so strotzte.

Die Wetziker machten es dem Qualifikationsdritten bisher aber auch zu einfach. Sie kassierten fast doppelt so viele Strafen wie Bellinzona. Und die defensive Stabilität aus den Viertelfinals ist verloren gegangen.

14 Gegentreffer musste der EHCW in den Halbfinals schon hinnehmen. Um seine Siegchancen zu erhöhen, braucht er zwingend ein deutlich besseres Abwehrverhalten. Dazu gehört, im eigenen Slot konsequent aufzuräumen.

Den Oberländern muss es zugleich gelingen, viel mehr Bullys in der eigenen Zone zu gewinnen. Die Hälfte ihrer Tore erzielten die Tessiner am Donnerstag, nachdem sie ein Bully gewonnen hatten und die Scheibe daraufhin bis zum erfolgreichen Abschluss in den eigenen Reihen hielten.

Das entscheidende 3:5 gehört in eine ähnliche Kategorie. Mit dem Unterschied, dass EHCW-Center Brent Buchmüller das Anspiel in der Offensivzone gewann. Sekunden später hatten die Tessiner den Puck erobert, in der Folge überliefen sie die Gästeverteidigung.

Es ist ein Gegentor, das ein Spitzenteam in dieser Art nicht kassieren dürfte.

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