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Wetzikon erleidet einen Fehlstart

Der EHC Wetzikon enttäuscht im ersten Playoff-Halbfinal - er unterliegt Bellinzona 5:8.

Das war nix: EHCW-Stürmer Timon Vesely steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Foto: Christian Merz

Wetzikon erleidet einen Fehlstart

Niederlage gegen Bellinzona

Der EHC Wetzikon enttäuscht im ersten Playoff-Halbfinal. Er verliert daheim gegen Bellinzona 5:8, wobei ihm zwischenzeitlich eine Abreibung droht.

Oliver Meile

Geht da tatsächlich noch etwas? Zehn Minuten vor Schluss gelingt Brent Buchmüller im ersten Halbfinal-Spiel gegen Bellinzona für den EHC Wetzikon das 4:7. Kurz darauf kann der Oberländer Erstligist in Überzahl antreten, lässt die Chance aber liegen.

Zwei Minuten vor Schluss erzielen die Wetziker durch Gian Andrea Thöny das 5:7. Mehr aber geht nicht mehr. In der Schlussphase greifen sie ohne Goalie an, kassieren prompt noch das 5:8.

«Wir haben schlicht nicht gemerkt, dass heute ein Spiel stattfindet.»

Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon

Eine späte Wende wäre aber auch des Guten zu viel gewesen nach dem überwiegend enttäuschenden Auftritt des EHCW. Dem Qualifikationszweiten gelingt gestern lange Zeit wenig bis gar nichts.

Die Wetziker sind am Anfang nicht präsent, gehen glückhaft 2:0 in Führung, was ihre Defizite nur kurzzeitig kaschiert. Sportchef Diego Piceci spricht hinterher gar davon, dass die Führung für den EHCW das falsche Signal gewesen sei.

Er wählt in seiner Analyse klare Worte. «Wir haben schlicht nicht gemerkt, dass heute ein Spiel stattfindet.»

Der Vorsprung ist Gift

Die Wetziker weisen im Startspiel der Best-of-5-Serie viele Defizite auf. Sie haben Mühe, aus der eigenen Zone zu kommen. Ihnen fehlt der Biss, den es in Playoff-Partien braucht und die Passgenauigkeit, mit Ausnahme der Schlussviertelstunde aber auch die Laufbereitschaft, um die soliden Tessiner vor Probleme zu stellen.

«Diese haben ihr Ding durchgezogen», zollt Piceci dem Gegner Respekt.

Es mag blöd tönen, aber die schnelle 2:0-Führung ist für die Wetziker Gift. Denn sie haben sich diese sich nicht erarbeitet, sondern sind für einmal einfach sehr effizient.

Doch die zwei Tore von Siro Rutzer bis zur 8. Minute machen die Heimmannschaft auch sorglos. Fast scheint sie zu erwarten, dass es nun in ähnlichem Stil weitergeht.

Der EHCW aber wird sofort eines besseren belehrt. Innert elf Minuten kassiert er gegen die spritziger wirkenden und sehr lauffreudigen Tessiner vier Gegentore. Und damit mehr als in der ganzen Viertelfinal-Serie gegen Herisau.

Wetzikon Torhueter Justin Gianola
Schon wieder liegt die Scheibe drin: Die erste Halbfinal-Partie ist für den EHCW und Justin Gianola eine zum Vergessen. (Foto: Christian Merz)

Besonders bitter ist diese wegweisende Phase für Justin Gianola, der anstelle des verletzt fehlenden Fabian Ryffel im Tor steht. Gianola kann gegen die ersten vier Tore der Tessiner wenig ausrichten.

Es ist von allem etwas dabei – ein Eigentor, zwei abgelenkte Schüsse, wobei Gianola zumindest bei einem davon die Sicht komplett verdeckt ist.

Das 1:2 von Elias Bianchi erzielt dieser mit einem satten Handgelenkschuss. Dem langjährigen NLA-Spieler wird aber schon fast provokant viel Raum und Zeit gelassen, sodass er sich die Ecke aussuchen darf.

Das Resultat aufgehübscht

Von diesem Schock erholen sich die Wetziker nicht mehr. Allenfalls wäre noch etwas möglich gewesen, hätten sie zu Beginn des zweiten Drittels den Anschluss wiederherstellen können.

Doch Bellinzona hört mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken nicht etwa auf, nach vorne zu spielen. Im Gegenteil: Die Gäste nützen bis zur zweiten Pause jede Möglichkeit für Vorstösse und plagen die blockiert wirkenden Wetziker weiter. Erst im Schlussabschnitt verlegt sich Bellinzona aufs Verwalten der Führung.

Das war positiv für uns. Darauf können wir aufbauen.

Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon

Immerhin betreibt der EHCW nach dem zwischenzeitlichen 2:7 noch Kosmetik. Er kann eine Abreibung verhindern, indem er das letzte Drittel für sich entscheidet.

«Wir sind nochmals herangekommen, hatten kurzzeitig sogar das Momentum auf unserer Seite», findet Piceci etwas Erfreuliches an einem sonst gebrauchten Abend für den EHCW.

«Das war positiv für uns. Darauf können wir aufbauen.»

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