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Das sind Jeannine Gmelins wichtigste Stationen

Skifferin Jeannine Gmelin hat in ihrer Karriere viel erlebt: Die wichtigsten Momente im Überblick.

Jeannine Gmelin ruderte jahrelang an der Weltspitze mit. Jetzt hörte sie auf.

Foto: Samuel Büttler

Das sind Jeannine Gmelins wichtigste Stationen

Ustermer Spitzenruderin hört auf

Skifferin Jeannine Gmelin hat in ihrer Karriere viel erlebt: Die wichtigsten Momente im Überblick.

Die Olympischen Spiele nächstes Jahr in Paris sind ursprünglich ihr letztes grosses Ziel gewesen. Doch der überraschende Tod ihres Trainers und Lebenspartners Robin Dowell im Dezember hat Jeannine Gmelin alles verändert. Die Ustermer Skifferin beendet ihre Karriere.

Was Gmelin erreicht hat, ist eindrücklich. Und mehr, als sie selber je erhofft hatte, wie sie sagt. Die mittlerweile 32-Jährige wurde Welt- und Europameisterin, holte dazu weitere WM-und EM-Medaillen, gewann den Gesamtweltcup und klassierte sich zweimal als Olympia-Fünfte.

Das sind die wichtigsten Stationen ihrer Laufbahn.

2014

Kurz vor ihrem 24. Geburtstag feiert Jeannine Gmelin ihr Weltcup-Debüt. Ein Jahr zuvor hat der damalige Nationaltrainer Simon Cox der Skifferin gesagt, sie sei nicht gut genug für Einsätze auf internationalem Niveau. Gmelin hat keine Idealmasse fürs Rudern – sie ist «nur» 1.70 m gross. Ihre häufig grösseren Konkurrentinnen in der Schwergewichtkategorie sind im Vorteil. Als Leichtgewichtsruderin aber hätte Gmelin kaum ihren Weg gemacht, vermutet sie. Der ständige Kampf, die Gewichtslimite einhalten zu müssen, wäre nichts für sie gewesen.

2015

Am erst dritten Grossanlass ihrer Karriere kann Jeannine Gmelin bereits über eine Medaille jubeln. Sie gewinnt an der EM in Polen überraschend Silber. Swiss Rowing schreibt danach, Gmelin habe mit ihrer Leistung für einen Meilenstein im Schweizer Frauenrudersport gesorgt.

2016

Gmelin erreicht bei ihrer Olympia-Premiere in Rio de Janeiro den Final. In diesem rudert die Ustermerin auf Rang 5. Es ist der Startschuss zu ihrer erfolgreichsten Zeit.

2017

Der Brite Robin Dowell stösst zum Schweizer Ruderverband. Die Betreuung von Gmelin übernimmt er persönlich. Am 1. Oktober gewinnt die Skifferin an der WM in Sarasota (USA) die Goldmedaille und schreibt damit Schweizer Sportgeschichte. Sie ist die erste Schweizerin überhaupt, die in einer olympischen Bootsklasse Weltmeisterin wird.

2017 bis 2018

Gmelin surft fast zwei Jahre lang auf einer Erfolgswelle. 20 Siege reiht sie am Stück aneinander. Sie wird erstmals Europameisterin, ausgerechnet an der WM 2018 aber muss sie sich erstmals wieder geschlagen geben. Die Gesamtweltcupsiegerin gewinnt in Bulgarien Silber. 

Januar 2019

Der Verband stellt Robin Dowell wegen unterschiedlicher Trainingsauffassungen frei. Gmelin verliert ihre wichtigste Bezugsperson. Von ihm wollte sie zum Olympiasieg 2020 geführt werden. Gmelin ist vom Rauswurf des Briten geschockt, fühlt sich völlig vor den Kopf gestossen. Die Spitzenruderin verliert das Vertrauen in den Schweizer Verband. Eine weitere Zusammenarbeit ist für sie undenkbar. Gmelin denkt gar über ihr Karriereende nach.

März 2019

Gmelin kapselt sich vom Verband ab. Sie stellt ein Privatteam auf die Beine und verpflichtet Robin Dowell als Coach. Der Sonderweg kostet sie viel Energie. Gmelin ist nicht mehr nur Sportlerin, sondern auch Unternehmerin, die sich um die Organisation und Finanzierung ihres Privatteams kümmern muss. Dem turbulenten Jahresbeginn zum Trotz jubelt Gmelin an der Heim-EM auf dem Rotsee über Silber. 

2020

Die Pandemie fordert vom häufig im Ausland trainierenden Duo Gmelin/Dowell viel Flexibilität. Rund drei Monate lang sitzen die Zwei beispielsweise in Slowenien fest. In dieser Zeit fällt die Entscheidung, dass die Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben werden.

2021

Im Frühling holt Jeannine Gmelin in Verona EM-Bronze. An den Olympischen Spielen in Tokio verpasst sie aber als Fünfte die anvisierte Medaille. Bitter für sie: Auf Bronze fehlen nur 1,2 Sekunden. «Im ersten Moment ist es eine bittere Pille. Aber ich gehe mit hoch erhobenem Kopf nach Hause», sagt sie. Gmelin entscheidet sich, bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris weiter zu rudern. Zentral ist für sie Dowells Bekenntnis, die gemeinsame Arbeit fortzuführen. Gmelin: «Tief in mir drin bin ich überzeugt, gut genug zu sein, in Paris eine Medaille zu holen.»Im Frühling holt Jeannine Gmelin in Verona EM-Bronze. An den Olympischen Spielen in Tokio verpasst sie aber als Fünfte die anvisierte Medaille. Bitter für sie: Auf Bronze fehlen nur 1,2 Sekunden. «Im ersten Moment ist es eine bittere Pille. Aber ich gehe mit hoch erhobenem Kopf nach Hause», sagt sie. Gmelin entscheidet sich, bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris weiter zu rudern. Zentral ist für sie Dowells Bekenntnis, die gemeinsame Arbeit fortzuführen. Gmelin: «Tief in mir drin bin ich überzeugt, gut genug zu sein, in Paris eine Medaille zu holen.»

2022

Bis zu ihrem Wiedereinstieg gönnt sich Jeannine Gmelin eine fünfmonatige Ruderpause, drei Monate lang trainiert sie gar nicht. Von der EM muss sie sich wegen Corona zurückziehen, an der WM verpasst Gmelin erstmals seit 2016 den Sprung in den A-Final und wird Achte.

Im Dezember stirbt Robin Dowell während einer Trainingseinheit, die er mit dem Motorboot auf dem Sarnersee begleitet. Gmelin ist schockiert. «Robin war mehr als ein erstklassiger Trainer für mich. Er war ein Freund, ein grossartiger Mensch, mein Seelenverwandter und der Grund, dass ich zu der Sportlerin geworden bin, die ich bin.»

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