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Die Vikings suchen die Lockerheit

Den Trennstrich schauen die Dürnten Vikings derzeit von unten an. Die Situation des Oberländer Zweitligisten ist ungemütlich. Davon überrascht aber wurde er nicht.

Der ernste Blick von Mario Senn verdeutlicht die Situation: Die Dürnten Vikings stehen vor entscheidenden Spielen.

Foto: Christian Merz

Die Vikings suchen die Lockerheit

Innerhalb von 72 Sekunden legen die Dürnten Vikings gegen Lenzerheide-Valbella einen wilden Ritt im Wellental der Emotionen hin. Der 18-jährige Yannic Böhlen rettet die Vikings 26 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit in die Verlängerung.

Da dauert es wiederum nur 46 Sekunden, bis der Oberländer Zweitligist das entscheidende 6:7 kassiert. Er hat sich den Punkt gegen den Tabellenvierten redlich verdient. Erneut aber muss er eine Niederlage verarbeiten – die siebte in den letzten zehn Partien.

«Das Spiel hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt.»

Christian Thiemeyer, Trainer Dürnten Vikings

Sechs Runden vor dem Ende der Qualifikation sind die Wikinger auf Rang 9 und drohen zum zweiten Mal in Folge die Playoffs zu verpassen. Wobei die Teams auf den Plätzen sechs bis zehn mit Ausnahme des abgeschlagenen Letzten Schaffhausen eng beieinander liegen.

Darum herrscht auch keine Hektik bei den Vikings. «Wir sind da, wo wir sind», sagt Christian Thiemeyer gelassen. Der Trainer bezeichnet die Stimmung in der Mannschaft als gut, er schwärmt gar von der hohen Trainingspräsenz. Aus der jüngsten Niederlage zieht er einiges an Zuversicht.

Er sagt: «Das Spiel hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt. Spielfreude und Wille sind da.»

Vikings-Akteur Joel Steinegger (rechts) jagt seinen Gegenspieler.

Die Ruhe, mit der die Vikings durch den rauen Wellengang segeln, kommt nicht von ungefähr. Thiemeyer sagt: «Wir gingen davon aus, es könnte eine schwierige Saison werden.»

Die Mannschaft ist im Umbruch, zum Teil ganz junge Spieler müssen die langjährigen Leistungsträger langsam aber sicher ablösen.

«Es braucht dafür aber alle im Boot.»
Christian Thiemeyer, Trainer Dürnten Vikings

Es ist ein schmerzhafter Prozess, wie im vergangenen Winter der Absturz auf Platz 10 zeigte und die aktuelle Situation verdeutlicht. Der Trainer ist überzeugt, die Qualität wäre vorhanden, um weiter oben zu stehen. «Es braucht dafür aber alle im Boot.» 

Nur: Die Mannschaft geriet in zehn der zwölf Spiele in Rückstand. Häufig sehr früh und oftmals gleich mit mehreren Toren.

Vorn und hinten mit Problemen

Das hatte zur Folge, dass der Coach gezwungen war, seine beste Kräfte jeweils stark zu forcieren. Ständig Rückständen nachzurennen, kostet mental und körperlich Kraft. Die verpatzten Starts sind zudem eine schlechte Basis, um zu punkten.

«Das Thema ist sehr präsent bei uns», sagt Thiemeyer. Er hofft auf eine Trendwende. Den ersten Schritt dazu haben die Vikings am Samstag gemacht. Gegen Lenzerheide gingen sie dank einem Doppelschlag 2:0 in Führung.

Neben der Schwäche in den Startphasen prägen bisher vor allem zwei andere Probleme die Dürntner Saison. «Wir kassieren zu viele Gegentore, machen uns mit Eigenfehlern in der Defensive das Leben selber schwer», moniert Thiemeyer.

Zu wenig gut ist man auch in der Offensive. An Chancen mangelt es den Vikings nicht, dafür aber an der Effizienz. 41 Tore haben die Dürntner geschossen, weniger hat kein anderes Team der Gruppe 2 erzielt. 

Die Einstellung ist zentral

Anders als noch vor wenigen Jahren finden sich im Oberländer Kader keine herausragenden Spieler mehr, die eine Partie im Alleingang entscheiden können. Das zeigt schon der Blick auf die Skorerliste der Gruppe 2. Da liegt der erfolgreichste Vikings-Stürmer, Mario Senn, nur an 20. Position.

So steht nicht mehr die individuelle Klasse Einzelner am Ursprung von Vikings-Siegen, sondern die mannschaftliche Geschlossenheit. «Wenn wir als Team zusammenarbeiten, holen wir Punkte», sagt Thiemeyer. «Es hängt jeweils extrem viel von unserer Einstellung ab.»

«Jede Partie ist ein Playoff-Spiel.»
Christian Thiemeyer, Trainer Dürnten Vikings

Die Ausgangslage ist derweil simpel. Im neuen Jahr treffen die Dürntner hintereinander auf die drei Teams in Schlagdistanz sowie das Schlusslicht. Sie haben ihr Schicksal also in den eigenen Händen.

«Jede Partie ist ein Playoff-Spiel», sagt Thiemeyer. Er sagt, dem Team müsse es gelingen, die guten Leistungen aus Trainings in die Spiele zu übertragen. Der Knackpunkt dabei? «Die Lockerheit zu behalten.»

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