Laupen setzt sich innert 274 Sekunden ab
So brutal kann Unihockey sein. Die Laupner NLA-Frauen brauchten gegen die Floorball Riders im Startdrittel weniger als fünf Minuten, um das erste Oberländer Derby der Saison zu entscheiden.
Nach einer Startviertelstunde, in der sich keines der Teams hatte Vorteile erarbeiten können, zündeten die Laupnerinnen aus dem Nichts den Turbo. Oder wie Laupens Verteidigerin Corina Keller hernach sagte: «Da war der Knopf plötzlich offen.»
Innerhalb von 274 Sekunden schlug Laupen gleich viermal zu, am Schluss gewann das Heimteam deutlich 7:1.
Am Ursprung des Laupner Erfolgs stand die aus Vanessa Kapp, Yara Hofmann und Hanka Lackova bestehende Sturmlinie. Über eine solch dominante Formation verfügten die Riders nicht.
Die erste Sturmlinie des Heimteams beschäftigte die Defensive der Gäste in praktisch jedem Einsatz und war für fünf der sieben Tore verantwortlich. Die danach zurecht zur besten Laupner Spielerin der Partie gewählte Yara Hofmann traf dreimal, Kapp zweimal.
Laupen überzeugte mit einem guten Umschaltspiel. Dazu agierte der Gastgeber in der Defensive humorlos. Er stand sehr kompakt, weshalb die Riders kaum zu Abschlüssen aus gefährlichen Zonen kamen und hielt seine Fehlerquote tief.
Spielerisch war der UHC Laupen besser als der Gegner. Die beiden ersten Tore beispielsweise waren sehr schön herauskombiniert und resultierten nach Direktabnahmen von Kapp und Yara Hofmann.
Riders zeigen viel Rückgrat
Die Riders zeigten derweil viel Charakterstärke und schüttelten den Frust nach der Gegentorflut zum Ende des Startdrittels zügig ab. Trotz grossem Rückstand gab sich das Team von Trainer Florian Fauser zu keinem Zeitpunkt auf.
Rund eine Viertelstunde vor Schluss reagierte Hana Polakova nach einem abgewehrten Weitschuss am schnellsten und traf zum 1:5. Es war der verdiente Lohn für den grossen Aufwand, den die Riders betrieben.
«Wir waren nie an dem Punkt, an dem wir Angst haben mussten, dass das Spiel kippt.»
Corinna Keller, Verteidigerin UHC Laupen
Sie verstärkten danach ihre Bemühungen noch weiter und griffen die Laupnerinnen im Aufbau sehr früh an. Wirklich in Gefahr, die Partie noch aus den Händen zu geben, bestand für das Heimteam aber nie.
«Es kann zwar schnell gehen, wenn es ein Tor gibt», weiss Corina Keller. Die Laupner Verteidigerin fand aber auch: «Wir waren nie an dem Punkt, an dem wir Angst haben mussten, dass das Spiel kippt.»
Ein Sonntag zum Vergessen aus Oberländer Sicht
In den Spielen vom Sonntag standen beide Oberländer Teams auf verlorenem Posten. Die Floorball Riders verloren erneut 1:7 – dieses Mal gegen Zug. Nach nur 24 Sekunden gerieten die Oberländerinnen in Rückstand. Sie rappelten sich nach dem denkbar schlechten Start zwar auf und Erina Domfeld gelang nach zehn Minuten das 1:1. Noch vor der ersten Pause gerieten die Riders aber wieder ins Hintertreffen, nach 35 Minuten und dem 1:4 waren die Hoffnungen auf eine Wende weg.
Der UHC Laupen lag derweil auswärts gegen Emmental Zollbrück schon nach 23 Minuten 0:5 zurück. Auch er geriet schon in der Startminute in Rückstand und musste sich danach zeitweise deutlich dominieren lassen. Trainer Yves Kempf zog schon früh sein Time-Out (25.) ein, danach kassierten die Oberländerinnen immerhin nur noch zwei Gegentore. Mit dem 2:8 mussten sie dennoch die bisher deutlichste Niederlage der Saison hinnehmen. (zo)
