Wenn sich die Belgier gleich selber melden
Zu erledigen gibt es bis am Sonntag nur noch Kleinigkeiten. Ein paar Sponsorenblachen abholen. Oder kurzfristige Anfragen von Fahrern bearbeiten.
«Wir sind im Plan», sagt Thomas Frei, «eine gewisse Grundanspannung ist dennoch vorhanden.» Frei ist OK-Chef des Radquers Hittnau, an dem Rennen in verschiedenen Kategorien stattfinden.
80 Helferinnen und Helfer sind beim Traditionsanlass im Einsatz, für den sich bis Mitte Woche rund 260 Fahrerinnen und Fahrer angemeldet haben.
«Das ist nicht schlecht», sagt Frei. Der Höhepunkt des Radquers folgt zum Schluss: Das Eliterennen der Männer um 15 Uhr.
Die grösste Neuerung
Das internationale Radquer Hittnau ist eine Konstante im Kalender. Es fand bereits in den 1980er-Jahren erstmals statt. Von 2014 an waren die Hittnauer sieben Jahre lang Teil der Crosstour, die 2020 nach dem Ausstieg von Hauptsponsor EKZ allerdings eingestellt wurde.
Seit dieser Saison gibt es wieder eine Schweizer Rennserie. Und die Hittnauer sind auch gleich wieder Teil des fünfteiligen Swiss Cyclocross Cups. Alle Veranstalter organisieren dabei ihre Rennen unabhängig, um die 3000 Franken dürfte es letztlich kosten, zum Cup zu gehören. Was sich die Hittnauer daraus erhoffen? Mehr einheimische Fahrer anzuziehen.
«Es sieht nicht schlecht aus», sagt OK-Chef Thomas Frei mit einem Blick auf die Startfelder. Er findet, für die Fahrer sei es immer attraktiv, um eine Gesamtwertung fahren zu können. Reich werden sie allerdings nicht. 700 Franken streichen die Gesamtsieger bei den Elitemännern und Frauen ein. 400 Franken gibt es jeweils für einen Rennsieg.
Das Feld
Die zwei besten Schweizer Querfahrer fehlen in Hittnau. Das ist keine Überraschung. Der Gibswiler Kevin Kuhn und Timon Rüegg sind am gleichzeitig stattfindenden Weltcuprennen in den Niederlanden im Einsatz. Im Oberland stehen gleichwohl interessante Fahrer am Start.
Allen voran der Westschweizer Vorjahressieger Loris Rouiller, der zuletzt an der EM den guten 14. Platz belegte. Noch zwei Plätze weiter vorne klassiert war Gioele Bertolini. Der 27-Jährige ist aktuell der beste italienische Fahrer. Bertolini wurde im Vorjahr in Hittnau Zweiter vor dem erst 19-jährigen Dario Lillo. Der Eschenbacher startet ebenfalls erneut.
Dazu haben sich der Gesamtführende sowie der Drittplatzierte des Swiss Cyclocross Cups angemeldet – Yorben Lauryssen und Ferre Geeraerts. Beides Belgier, beide mit 19 (Geeraerts) und 20 noch jung. «Es ist ein cooles Starterfeld», sagt Thomas Frei.
Besonders hat ihn gefreut, dass sich etwa die Belgier selber anmeldeten und der Veranstalter ihnen einen Start nicht erst schmackhaft machen musste. Das spricht fürs Rennen. Bei den Frauen dürften derweil die Italienerinnen Lucia Bramati, Sara Casasola und Rebecca Gariboldi die Hauptrollen spielen.
Die Strecke
Der Kurs ums Schützenhaus gilt als Klassiker. 2500 Meter lang ist er, 60 Prozent der Strecke führt über Wiese, der Rest ist auf Kies und Asphalt. Die Schlüsselstelle liegt am Schlosshügel. Erst müssen die Fahrerinnen und Fahrer die ruppige und steile Laufpassage hoch, gefolgt von der spektakulären Abfahrt.
Als «sehr hart, aber schön», bezeichnet OK-Chef Thomas Frei den Parcours. Er schwärmt: «Es ist eine einmalige Strecke. Das sagen auch viele ausländische Fahrer.»
Gut fürs Publikum: Vom Schlosshügel aus ist die ganze Strecke zu sehen. Frei sagt: «1500 bis 2000 Zuschauer wären schön.» Den grössten Einfluss auf den Publikumsaufmarsch hat nicht etwa die Bekanntheit der Fahrer. Diese spielt eine untergeordnete Rolle.
«Grundsätzlich leben wir von den Querfans», sagt Frei. Sein Blick geht vielmehr zur Wetterprognose. Stand jetzt kann er beruhigt sein: Angesagt ist ein freundlicher und milder Sonntag.
