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Bei den Amateurfussballern herrscht Einigkeit

Widerstand gegen die Playoffs in den Profifussball-Ligen: Doch wie stehen die regionalen Teams dazu?

Der FC Uster schaffte mit Trainer Etienne Scholz den Aufstieg auf herkömmliche Weise., Für Gossau-Trainer Andreas Häsler müsste man die Abstiegsmodalitäten anpassen.

Archivfoto: Christian Merz

Bei den Amateurfussballern herrscht Einigkeit

Playoffs! Im Eishockey oder Unihockey sind sie «gang und gäbe» und entscheiden über Meistertitel sowie Auf- und Abstiege. Und nun also auch in den Schweizer Fussballprofi-Ligen. Erst im Frühling entschied die Swiss Football League (SFL), ab der Saison 2023/2024 für die Meisterschaftsentscheidungen ein Playoff-Verfahren einzuführen.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Als erster Klub hat der FC Zürich bei der SFL eine Beschwerde eingelegt. Das Ziel: den geplanten Modus wieder zu ändern. Weitere Vereine haben nun nachgezogen.

Und auch von der Basis gibt es Gegenwind. Das Komitee Playoff Nein, ein Bündnis von Fussballinteressierten und Fans, hat eine Petition lanciert. Die nötigen 50 000 Unterschriften dürften in Kürze erreicht sein. Definitiv entschieden wird am 11. November an der ­Generalversammlung der SFL.

Doch wie sieht es im Regionalfussball aus? Ist eine Playoff-Entscheidung ein denkbares Szenario?

«Solche Überlegungen hat es nie gegeben. Wir waren immer überzeugt davon, dass es am fairsten ist, wenn der Gruppensieger aufsteigt», kontert Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb im Fussballverband der Region Zürich (FVRZ). 

Derselben Meinung ist auch Etienne Scholz. «Für den Breitensport sind Playoffs keine gute Lösung», sagt der Trainer des Interregio-Klubs Uster. «Die Mannschaft mit den meisten Punkten soll am Ende auch aufsteigen.» Und für Spiele, bei denen es um alles oder nichts gehe, würde es ja den Cup geben, so Scholz.

Abstiegsfrage überdenken

Der FC Gossau ist in der Zweit­liga-Gruppe 2 derzeit Leader. «Wenn ich vorne dabei bin, befürworte ich eine solche Lösung, wenn ich um den Abstieg ­kämpfe, nicht», sagt FCG-Trainer An­dreas Häsler mit einem Augenzwinkern. Auch er blickt einer solchen Anpassung skeptisch entgegen. Selbst wenn dadurch in den entscheidenden Partien mehr Zuschauer kämen.

Veränderungen sind für Häsler vielmehr bei der Regelung der zusätzlichen Absteiger nötig. Sie tritt immer dann in Kraft, wenn mehr Interregio-Klubs aus der Region Zürich absteigen als aufsteigen.

«Das ist ein Witz. Ich verstehe nicht, dass sich die Ver­eine nicht mehr dagegen wehren», sagt er.

Betroffen davon war im Juni der FC Volketswil – als schlechterer Tabellenviertletzter der beiden Gruppen – wegen vier Strafpunkten zu viel. Dies, weil am Ende gleich drei FVRZ-Teams unter dem Relegationsstrich der 2. Liga interregional lagen, derweil Uster und Regensdorf der Sprung in eine höhere Klasse gelang.

«In solchen Fällen wären Entscheidungsspiele die bes­sere Lösung», findet Häsler.

Beim FVRZ ist man sich der Problematik bewusst. «Uns ist auch nicht wohl bei zu vielen Absteigern», sagt Scramoncini. 

Und eine solche Situation könnte gerade zum Ende dieser Saison wieder eintreffen. Wegen einer Reform der Spielklassenstruktur wird die 2. Liga inter­regional von 76 auf 64 Teams reduziert.

Daher wiederum gibt es weniger Aufsteiger, weshalb die Gruppensieger für einmal auch nicht direkt den Sprung in die höhere Liga schaffen. Diese müssen sich ihn noch im zusätz­lichen Duell mit Hin- und Rückspiel gegen ­einen Ersten aus ­einem anderen Regionalverband verdienen.

Im schlechtesten Fall kann es also sogar keinen Aufsteiger aus dem FVRZ geben. 

Zumindest kommt dafür aber für einmal so etwas wie Playoff-Stimmung auf. Selbst wenn es einmalig sein dürfte.

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