Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

«Roger Federer ist als Freund derselbe geblieben»

Michael Lammer ist seit seiner Kindheit mit Roger Federer befreundet. Mit dem zurückgetretenen Superstar verbinden den ehemaligen Tennisspieler bleibende Erinnerungen.

Michael Lammer hat Roger Federers Karriere aus nächster Nähe erlebt. Und sagt: «Das war ein Privileg.»

Foto: Keystone

«Roger Federer ist als Freund derselbe geblieben»

Roger Federers Rücktritt bewegt seit einer Woche die Öffentlichkeit. Die Nachricht war auch für Michael Lammer emotional, wie der ehemalige Dübendorfer Tennisprofi sagt.

«Man wusste ja, dass dieser Moment kommen wird, den man eigentlich nicht wollte und darum verdrängt hat.»

Lammer ist seit seiner Kindheit mit dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger befreundet, hat einst mit ihm zusammengewohnt und später viel mit dem Baselbieter erlebt – auf und neben dem Platz.

«Das war ein Privileg», schätzt sich der 40-jährige Glattaler glücklich. Nur schon die gemeinsame Zeit mit Federer im Davis-Cup-Team, die mit dem Finalsieg gegen Frankreich 2014 ihren Höhepunkt fand, verbindet er mit Erinnerungen, «die fürs Leben bleiben». 

Michael Lammer und Roger Federer mit der Davis-Cup-Trophäe.

Immer wieder reiste Lammer für Trainingsphasen als Sparringpartner auch zu Federer nach Dubai. «Das war jeweils sehr lässig. Hartes Training, aber lockeres Ambiente.»

Speziell auch: 2015 bestritt der heute in der Nähe von Biel lebende Dübendorfer in Indian Wells im Doppel das letzte Spiel seiner Profikarriere – an der Seite seines Freundes Roger Federer. «So abzutreten war für mich wahnsinnig. Etwas Schöneres hätte es für mich nicht geben können.»

«Habe ihn nie geschlagen»

Federer informierte Lammer per Whatsapp-Nachricht persönlich über seinen Rücktrittsentscheid, bevor er damit an die Öffentlichkeit ging. «Er gab uns so viele unglaubliche Momente und war der beste Schweizer Botschafter, den man sich vorstellen kann», sagt Lammer über Federers Karriere.

Als zehnjähriger Knirps lernte er diesen kennen – die zwei trafen an den Schweizermeisterschaften aufeinander. Der Sieger hiess damals Federer – wie danach in allen Duellen.

«Das er ein möglicher Diamant ist, war klar.»
Michael Lammer

«Ich habe ihn nie geschlagen», sagt Lammer, der früh aber nicht nur gegen, sondern auch mit dem späteren Weltstar spielte. 1995 gewann er mit ihm im Doppel den SM-Titel in der U14.

War dessen überdurchschnittliches Talent damals bereits offensichtlich? «Das er ein möglicher Diamant ist, war klar», erinnert sich Lammer, «aber dass ihm eine solche Karriere gelingen würde, war unvorstellbar. Es zeigt auch, wie hart er an sich gearbeitet hat.»

Und wie hat er Federer in jungen Jahren erlebt? «Als sehr lustigen, offenen und kommunikativen Typen.» Daran hat sich laut Lammer nie etwas geändert – trotz Federers Aufstieg zum Superstar.

«Als Freund ist er derselbe geblieben. Das schätze ich enorm an ihm. Seine Menschlichkeit ist herausragend.» 

Taxifahrer Federer

Für letzteres hat Lammer umgehend ein Beispiel parat. Als er als Jugendlicher nach einem Bänderriss auf Krücken angewiesen war, fuhr ihn der ein Jahr ältere Federer jeweils zur Schule und holte ihn wieder ab.

«Das zeigt, wie sehr ihm das Wohl anderer schon damals am Herzen lag», sagt Lammer zur Episode aus seiner Zeit in Biel. Mit 15 war er war dahingezogen, um wie Federer am nationalen Leistungszentrum zu trainieren.

Mit 18 lebte Lammer zwei Jahre mit Federer in einer Wohngemeinschaft. Wie wild ging es da zu und her? 

«Wir haben ab und zu zusammengekocht, TV geschaut oder Videospiele gemacht.»
Michael Lammer

Lammer winkt ab. Einerseits sei Federer schon viel unterwegs gewesen, andererseits seien sie ganz normale Teenager gewesen. «Wir haben ab und zu zusammengekocht, TV geschaut oder Videospiele gemacht.»

Ganz schön harmonisch also. In einem Punkt aber werden sich die zwei Freunde derweil nie finden – Federer ist grosser Fan des FC Basel. Lammers Herz hingegen schlägt für den FC Zürich. 

Vom Spieler zum Trainer

Im Alter von sechs begann Michael Lammer, Tennis zu spielen. Der Dübendorfer feierte in seiner Jugend zahlreiche Erfolge. In der U18 wurde er etwa Schweizermeister im Einzel, in der U14 im Doppel – an der Seite von Roger Federer. Als 15-Jähriger zog Lammer 1997 nach Biel, um am nationalen Leistungszentrum zu trainieren.

Der ganz grosse Durchbruch auf Profistufe blieb ihm indes verwehrt. 2009 erreichte er in der ATP-Weltrangliste mit Platz 150 den Bestwert. Zu Lammers grössten Erfolgen zählen der Turniersieg 2009 in Gstaad im Doppel an der Seite von Marco Chiudinelli. Und der Triumph im Davis Cup 2014 mit der Schweiz. Im März 2015 trat Lammer zurück. Der heute 40-Jährige ist dem Tennis treu geblieben. Er war bei Swiss Tennis erst Nachwuchschef U14, jetzt ist Lammer U23-Headcoach. (zo)

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns