«Pfanni» wird seiner Rolle gerecht
Der verspätete Meisterschaftseinstieg hat ihm überhaupt nicht geschadet. Dem UHC Pfannenstiel – in der ersten Meisterschaftsrunde nach dem kurzfristigen Rückzug von Zürisee noch spielfrei – ist der Saisonauftakt gelungen. «Pfanni» entschied in Wangen das Erstliga-Derby gegen die Glattal Falcons deutlich 7:2 für sich.
Nicht einmal die Hälfte der Begegnung war vorbei, als die favorisierten Gäste bereits 5:0 in Führung lagen. Die Glattaler vermochten dank zwei Toren bis zur zweiten Pause das Defizit zwar etwas abzubauen.
Und dem Heimteam bot sich in der 44. Minute gar die grosse Möglichkeit, weiter zu verkürzen. Es vertändelte aber eine 3-gegen-1-Situation. Wenig später erzielte Florian Nideröst bei einer angezeigten Strafe gegen die Falcons das 6:2 – damit war der Mist geführt.
«Wir haben drei wichtige Punkte auf dem Konto.»
Roman Weber, Verteidiger UHC Pfannenstiel
«Wir haben drei wichtige Punkte auf dem Konto», freute sich Pfannenstiel-Verteidiger Roman Weber. Uneingeschränkt zufrieden war er gleichwohl nicht. «Auch wenn die Leistung über 60 Minuten mit einigen Ups und Downs gespickt war.»
Weber dürfte dabei vor allem ans Startdrittel gedacht haben, in dem es streckenweise chaotisch zu- und herging. Die Gäste vermochten 2:0 in Führung zu gehen. Aber nicht etwa, weil sie die bessere, sondern die effizientere Mannschaft waren. In der Folge vermochte sich «Pfanni» zu steigern, war spielerisch besser, ohne aber restlos zu überzeugen.
Aufgrund der Stärkeverhältnisse ist der Sieg des UHC Pfannenstiel im Lokalderby alles andere als eine Überraschung. Die Mannschaft von Trainer Marc Werner hat auf diese Saison hin durch den Abgang von fünf arrivierten Kräften zwar etwas Routine eingebüsst.
«Pfanni» gelangen aber auch interessante Zuzüge wie jener von Stürmer Lukasz Chlebda. Der Captain der polnischen Nationalmannschaft hat fünf Weltmeisterschaften bestritten und war zuletzt in der heimischen Liga mit 78 Punkten aus 19 Spielen Topskorer. Im ersten Spiel für seinen neuen Klub gab der 30-Jährige den Pass zum 5:0.
Die Topposition im Blickfeld
Qualität und Breite in Pfannenstiels Kader sind weiterhin überdurchschnittlich. Und die vor drei Jahren aus der NLB abgestiegenen Oberländer haben Ambitionen. Fast eine Handvoll Teams dürften in der Gruppe 2 für den Qualifikationssieg infrage kommen. «Unser Ziel ist es, dass wir zu diesen Teams gehören», sagt Werner.
Letzte Saison war der UHC Pfannenstiel Zweiter geworden, danach bis in
den Playoff-Final vorgestossen, den er im Penaltyschiessen der «Belle» verlor.
Für die Glattal Falcons war der Weg da längst zu Ende. Obwohl sie lediglich ein Drittel ihrer Spiele gewonnen hatten, waren die Falken ebenfalls in die Playoffs gekommen. Unerwartet und auf Platz 8.
Heuer wollen sie den nächsten Schritt machen. Die erfahrene Mannschaft hat nur wenige Veränderungen erfahren. Mit Cyril Zolliker und Michel Bill sind neu zwei Spieler mit Nationalliga-Erfahrung an Bord.
Cheftrainer ist nun René Jaunin. Der ehemalige Schweizer Internationale gewann 2020 mit den Frauen der Kloten-Dietlikon Jets den Meistertitel. Und ist ein fordernder Trainer. Die Bestätigung der Playoff-Qualifikation ist nur das Minimalziel. Und in der ausgeglichenen Gruppe dennoch ein anspruchsvolles Unterfangen.
Zwei Nuller nach dem guten Start
«Die ersten acht Plätze werden hart umkämpft sein und Kleinigkeiten am Schluss den Unterschied ausmachen», ist Sascha Galimberti überzeugt, der Sportchef und Assistenztrainer. Zwei jener vier Teams, die die Glattaler in der Vorsaison hinter sich liessen, sind nicht mehr dabei. Der UHC Laupen ist abgestiegen, Zürisee hat kurz vor Meisterschaftsbeginn wegen Spielermangels das Handtuch geworfen.
Mit einem souveränen Sieg gegen Frauenfeld starteten die Falcons vor einer Woche ideal in die Saison. Sie haben es jetzt aber verpasst, nachzulegen. Nach der Derbyniederlage vom Samstag unterlagen die Falken tags darauf in einer vorgezogenen Partie auswärts auch Bülach – trotz Leistungssteigerung und beherztem Kampf.
Die Glattaler führten zwischenzeitlich 3:2, verloren aber knapp 4:5.
