Gute Aussichten in der Durststrecke
Er hat intensive Tage hinter sich. Gut, hat Remo Ackermann nun Ferien. So kann der Hinwiler in aller Ruhe die Ereignisse am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest sacken lassen. Und Zeit mit der Familie geniessen.
Am Wochenende wurde er erstmals Vater. Weshalb Ackermann aufs Schwingen bezogen sagt, der Samstag in Pratteln sei schwierig gewesen. «Am Sonntag ging es mit der Konzentration dann.»
Zum dritten Mal war der 29-Jährige, der technischer Leiter des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO) ist, an einem Eidgenössischen dabei. Seine Premiere 2013 in Burgdorf war bereits nach vier Gängen vorbei. Drei Jahre später in Estavayer und jetzt in Pratteln schaffte er es in den zweiten Ausstich – ohne aber den Kranz zu gewinnen.
«Ein Kranz wäre schön gewesen.»
Remo Ackermann
Ackermann ist mit seinem Abschneiden dennoch zufrieden. Und auch mit jenem der Mannschaft. Neben ihm konnten auch Fabian Kindlimann und Roman Schnurrenberger alle acht Gänge absolvieren. Die Hälfte der SKZO-Delegation also war im Kranzausstich dabei – das ist zweifelsohne eine gute Quote.
Ein Wermutstropfen bleibt für Ackermann gleichwohl, wie er sagt: «Ein Kranz wäre schön gewesen.»
Nur einer ist besser
Neun Jahre ist es her, seit letztmals ein Oberländer einen eidgenössischen Kranz gewann: Fabian Kindlimann. Der Fischenthaler war im geteilten 13. Rang auch heuer der beste SKZO-Athlet. Der Durststrecke zum Trotz – die Perspektiven sehen erfreulich aus.
Da ist der Fakt, dass sich sechs Oberländer für den Saisonhöhepunkt qualifizierten. Fünf dürften der bisherige Vereinsrekord sein, vermutet SKZO-Präsident Daniel Spörri. Mit Gewissheit kann er es nicht sagen, obwohl er sich bei langjährigen Mitgliedern umgehört und im Archiv gestöbert hat.
Eine schöne Zahl ist es in jedem Fall. Kommt hinzu: Im Nordostschweizer Schwingerverband stellte nur ein einziger Verein (Ottenberg TG) in Pratteln mehr Teilnehmer.
Gegenüber dem letzten Eidgenössischen war die SKZO-Delegation gar doppelt so gross. Eine konkrete Erklärung dafür hat Ackermann nicht. Er habe als technischer Leiter nichts Grundlegendes anders gemacht als sein Vorgänger, sagt er.
Seine Doppelrolle als Trainer und Aktiver dürfte ihm aber zugutekommen. Vor allem, wenn es um die Mobilisierung für kleinere Feste geht. Präsident Spörri sagt, die Jungen hätten mit Ackermann ein glaubwürdiges Vorbild.
Sein Rat ist simpel
Der technische Leiter hat derweil festgestellt: «Wir sind wieder mehr zusammengewachsen.» Von der guten Stimmung im Team hat auch Routinier Kindlimann geschwärmt. «Wir haben ein sehr gutes Klima, treiben uns gegenseitig an.»
Dazu stimmt der Altersmix. In Pratteln waren neben Kindlimann (31), Ackermann (29) und Roman Schnurrenberger (26) mit Nicola Funk (23), Benjamin Nock (21) und Gian Maria Odermatt (17) junge Schwinger dabei.
Ackermanns Rat an die nachrückende Generation? Ist simpel: «Hart arbeiten und dranbleiben.» Er selber schwingt weiter, «solange ich Freude habe». Sein Blick geht dabei weit hinaus – schon bis zum nächsten Eidgenössischen 2025. «Unser Ziel muss sein, dass dann jene von Pratteln wieder dabei sind.»
