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Er hat die Leichtigkeit wieder gefunden

Neue Rennen, neue Trainingsgebiete: Konny Looser hat einiges verändert. Jetzt fährt der Bikeprofi wieder regelmässig aufs Podest.

Seit 2021 ist Konny Looser als Einzelfahrer unterwegs. Er kann alles frei entscheiden, ist aber auch für alles verantwortlich., Im Training ist Konny Looser häufig auf dem Rennrad unterwegs - hier im Südtirol.

Foto: Screenshot Instagram/Fabian Giger

Er hat die Leichtigkeit wieder gefunden

Konny Looser hat mit diesem Szenario gerechnet. Die Entscheidung an der Marathon-SM in der Westschweiz fällt erst im Sprint. Was für Aussenstehende eigenartig wirkt – die Strecke ist 79 km lang.

«Sie ist aber zu wenig selektiv», sagt Looser. Dazu ist das Niveau der Topfahrer so hoch, dass keiner fähig ist, die Konkurrenz stehen zu lassen.

Looser setzt sich im Spurt einer kleinen Gruppe knapp durch. Sieben Zehntel trennen den Hinwiler nach fast dreieinhalb Stunden vom zweitklassierten Urs Huber. Oder anders gesagt: Eine Reifenbreite. «Ich war überzeugt, dass ich gewinnen kann», sagt der Sieger. Und freut sich, hat er sein gutes Gefühl in SM-Gold umwandeln können.  

Für den Oberländer ist es nach 2017 der zweite Meistertitel. Vor allem aber ist es ein weiteres Mal in dieser Saison, dass er sich in einer engen Entscheidung durchsetzt. Eine Woche vor der SM hat Looser den Marathon in Singen im Spurt für sich entschieden. Die Halbjahresbilanz des 33-Jährigen, der seit 2021 als Privatfahrer startet, ist erfreulich. Als «top» bezeichnet er sie. 

Neue Reize sind zentral

Nur eines seiner letzten sechs Rennen hat Looser nicht auf dem Podest beendet. Am Hero Dolomites klassierte er sich auf Rang 9. Er wusste allerdings schon vorher, dass ihm das Profil der Strecke im Südtirol nicht in die Karten spielt. Looser entschied sich trotzdem, erstmals da zu starten. «Um mich zu profilieren.»

Das Hero Dolomites gehört neu zu einer dreiteiligen Serie, die sein Interesse geweckt hat. Looser hofft, von den Veranstaltern zu den weiteren Rennen eingeladen zu werden. Sie finden im November in Dubai und Thailand statt – in zwei Ländern, in denen der weit gereiste Marathonspezialist noch nie startete. 

Er braucht die Veränderungen. Im Bemühen, sich weiter zu entwickeln. Dass das auch im Herbst der Karriere möglich ist, zeigen ihm die Bestwerte in Intervalltrainings. «So etwas gibt Selbstvertrauen», sagt Looser.

Er glaubt, noch einige Jahre auf hohem Niveau fahren zu können. Nach mehr als einem Jahrzehnt als Profi sind für ihn aber neue Reize zentral. Looser sucht sich Trainingsgebiete, die er nicht kennt und nimmt an Rennen teil, die er nicht schon x-mal absolviert hat.

Helfen soll ihm auch, dass er heuer darauf verzichtet, im familieneigenen Dachdeckerbetrieb zu arbeiten. «Ganz oder gar nicht», lautet sein Motto. In der Überzeugung: «Wenn ich sie bündle, kann ich viel Energie einsetzen.» 

Der Kalender ist dicht

Looser konzentriert sich also wieder auf den Sport. Er bestreitet auch nur noch Rennen, in denen er gute Erfolgschancen sieht. Das hat sich ausbezahlt. Der Oberländer hat jene Leichtigkeit wieder gefunden, der er in den letzten Saisons erfolglos nachjagte.

Im März erlebte er am Cape Epic zwar eine herbe Enttäuschung. Nach einem positiven Coronatest war für ihn das wichtigste Mountainbike-Mehretappen-Rennen der Welt nach dem Prolog zu Ende. Seither feierte Looser aber zahlreiche Erfolge. 

So könnte es für ihn weitergehen. Sein Kalender bis im Dezember ist dicht, auch die Marathon-WM in Dänemark von Mitte September steht drin. Zum Abschluss bestreitet er den Desert Dash. Der Hinwiler hat das 393 km lange Rennen in Namibia sechsmal in Serie gewonnen. 2021 musste er sich aber mit Platz 2 begnügen – Looser verlor den Zielsprint.

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