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Jetzt hat Schlumpf die EM im Fokus

Der Wiederaufbau von Fabienne Schlumpf nach ihrer Herzmuskelentzündung verläuft bisher ideal. Das ermöglicht ihr, am ursprünglichen Plan festzuhalten.

Die Zeit ist zwar knapp, aber Fabienne Schlumpf bereitet sich auf den EM-Marathon im August vor. , Erst im April hatte die Wetzikerin das Lauftraining wieder aufgenommen., Jetzt hat sie sich für einen EM-Start entschieden.

Archivfoto: Christian Merz

Jetzt hat Schlumpf die EM im Fokus

Ihre Freude ist gross. So gross, dass Fabienne Schlumpf sagt: «Ich drehe schier durch, bin jetzt schon meganervös.»

Dann muss sie lachen. Zu übertrieben scheint ihr wohl der spontane Gefühlsausbruch. Dabei zeigt er auf, wie glücklich die Wetzikerin darüber ist, dass es nach ihrer Herzmuskelentzündung auf dem Weg zurück bestens läuft.

«Doch, wir probieren es», hat sich die beste Schweizer Langstreckenläuferin zusammen mit Trainer und Lebenspartner Michael Rüegg gesagt. Und plant, am 15. August an der EM in München im Marathon zu starten.

«Ich will eine Topplatzierung erreichen.»
Fabienne Schlumpf

So wie die Profiläuferin das einst vorgesehen hatte, ehe sie erkrankte und mehrere Monate pausieren musste.

Dass Schlumpf sich nun für den EM-Marathon vorbereitet, zeigt: Sie ist nicht nur in Rennen schnell, sondern auch im Wiederaufbau. Erst im April hatte die Schweizer Marathon-Rekordhalterin nach ihrer Zwangspause das Training wieder aufgenommen. Mit zehn Laufkilometern pro Woche – normal sind es 180 km. 

Sie fühlt sich wieder wie eine Anfängerin

14.04.2022

Marathonläuferin auf dem Weg zurück

Marathonläuferin Fabienne Schlumpf hat nach ihrer Herzmuskelentzündung einen langen Weg zurück vo Beitrag in Merkliste speichern Sie fühle sich wie eine Anfängerin, hatte Schlumpf damals gesagt. Und wusste: Sie muss erst wieder Vertrauen in ihren Körper finden. Das ist ihr gelungen.

Vor etwas mehr als vier Wochen feierte sie ihr Comeback beim Frauenlauf in Bern mit einem Sieg. Kürzlich gewann Schlumpf den Lauerzerseelauf, den sie spontan bestritten hatte, «weil Zeitpunkt und Strecke passten».

Die eine Frage war zentral

Die zweifache Olympiastarterin liess auf den zehn Kilometern die zweitklassierte Martina Strähl deutlich hinter sich, die ebenfalls für den EM-Marathon selektioniert ist. Diesem Umstand misst Schlumpf keine Bedeutung zu. Ob vor oder hinter Strähl sei ihr egal gewesen.

«Für mich war es eine Standortbestimmung.» Eine, über die sie sagen kann: «Ich war sehr zufrieden damit, wie ich mich fühlte. Das war auch ein Faktor, der für einen EM-Start sprach.»  

Schlumpf spricht gleichwohl von einem schwierigen Beschluss. Sie fragte sich zusammen mit Coach Rüegg in den letzten Wochen immer wieder, was sie alles in die Beurteilung einbeziehen sollten. Letztlich trugen die Trainingsleistungen und die Entwicklung zentral zur Entscheidungsfindung bei.

Aber eben auch die Frage: Was ist mit dieser Ausgangslage überhaupt möglich? Vor der Herzmuskelentzündung hatte sich Schlumpf den Gewinn einer EM-Medaille zum Ziel gesetzt. Davon rückt sie nicht ab, aber sie formuliert ihren Anspruch etwas anders.

«Ich will eine Topplatzierung erreichen», sagt sie. Und ist überzeugt: Wer über die Qualität verfügt, in die Top 10 zu laufen, für den ist das Podest in Schlagdistanz. «Ich traue mir das auf jeden Fall zu.» 

Bis am 28. Juli bereitet sich Schlumpf im Engadin auf den EM-Marathon vor. Sie schwärmt: «Die Bedingungen hier sind ideal.»

Weil die 31-Jährige zuletzt wegen der Hitze Mühe hatte mit der Erholung, reiste Schlumpf früher als ursprünglich vorgesehen aus dem Zürcher Oberland in die Höhe. Schlumpf vermutet: «Am EM-Marathon wird es wohl auch heiss.»

Sorgen bereitet ihr das nicht. Mit dem «ganzen Hitzezeugs» hat sie Erfahrung. Den Olympiamarathon in Tokio beendete sie 2021 bei 30 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit auf dem starken 12. Rang – als drittbeste Europäerin. 

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