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Wenn der Teamälteste erster Anwärter ist

Mehrere Oberländer haben am Nordostschweizerischen Schwingfest in Balterswil Chancen auf den Kranz. Wer ihn holt, ist auch am Eidgenössischen dabei.

Fabian Kindlimann (links) ist der erfahrenste Oberländer Schwinger und hat in seiner Karriere bereits 47 Kränze gewonnen.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Wenn der Teamälteste erster Anwärter ist

So früh wird am Sonntag kaum jemand sonst in der eindrück­lichen Arena in Balterswil anzutreffen sein. «Ab vier Uhr bin ich auf Platz», hat der OK-Chef des
126. Nordostschweizer Schwingfests angekündigt.

Um sechs werden dann die Kassen geöffnet, wobei für den Grossanlass im Vorverkauf über 7000 Tickets abgesetzt wurden. Zwei Stunden später geht es in den fünf Sägemehlringen mit dem Anschwingen los. 

157 Schwinger haben sich für das Teilverbandskranzfest in der Thurgauer Gemeinde Bichelsee-Balterswil angemeldet, darunter 15 Eidgenossen.

Aus acht Athleten besteht die Delegation des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO), die ein tiefes Durchschnittsalter von rund 23 Jahren aufweist. 

Mit 17 ist der Ustermer Gian Maria Odermatt, dessen Talent unbestritten ist, der «Benjamin» des Teams. Fabian Kindlimann ist nicht nur 14 Jahre älter und mit 31 zugleich der erfahrenste Oberländer im Feld. Er ist auch der aussichtsreichste SKZO-Kandidat für einen Kranz. 

Der Fischenthaler hat diese Saison ein Auf und Ab erlebt. Und letzthin auf seinem Instagram-Kanal festgestellt: «Erfolg und Scheitern liegen nahe beieinander.»

Die Formkurve aber scheint nach dem Tiefpunkt am Zürcher Kantonalen, wo er den Kranz klar verpasste, zu stimmen. Am letzten Sonntag stand Kindlimann beim Bachtelschwinget gegen seinen Klubkollegen Roman Schnurrenberger im Schlussgang, eine Woche zuvor wurde er am Bündner-Glarner Kantonalschwingfest Fünfter, womit er den 47. Kranz holte.

Vier davon gewann Kindli­mann am NOS, den ersten bereits 2011, was zeigt, wie lange der Fischenthaler schon erfolgreich schwingt. 

Neben Kindlimann besitzen weitere Oberländer Chancen auf den Kranz, der für Schwinger des Nordostschweizer Verbands zugleich das begehrte Ticket ans Eidgenössische in Pratteln ist.

Der Sternenberger Roman Schnurrenberger beispielsweise, der schon zwei NOS-Kränze (2014/2016) daheim hat. Oder die zwei Hinwiler Remo Ackermann und Nicola Funk.

Vereinsprä­sident Daniel Spörri hofft auf zwei Kranzgewinne. «Im Idealfall deren drei.» 

Zwei schwingen obenaus

Die meistgenannten Favoriten auf den Festsieg sind derweil jene zwei Schwinger, die die jüngere NOS-Vergangenheit dominiert haben: Samuel Giger und Armon Orlik.

Der Bündner Orlik entschied die Ausgaben 2019, 2018 und 2016 für sich, der Thurgauer Giger das letztjährige Fest in Mels sowie jenes 2017. Giger war damals erst 19. Und bodigte in der Eishalle Davos im Schlussgang Orlik.

Fünf Jahre lang trafen die zwei Giganten danach nicht mehr aufeinander – bis zum 12. Juni. Am «Bündner-Glarner» in Untervaz kam es dafür gleich zweimal zum Duell. Einmal stellten sie, den Schlussgang gewann Giger nach exakt sieben Minuten. 

Spitzenpaarungen im Anschwingen

Samuel Giger (TG) – Adrian Walther (ML)
Nick Alpiger (AG) – Armon Orlik (GR)
Damian Ott (SG) – Severin Schwander (ML)
Joel Ambühl (LU) – Werner Schlegel (SG)
Marcel Bieri (ZG) – Roger Rychen (GL)
Michael Bless (AP) – Samir Leuppi (ZH)
Stefan Burkhalter (TG) – Arnold Forrer (SG)
Martin Roth (AP) – Domenic Schneider (TG)
Roger Erb (BL) – Fabian Kindlimann, Fischenthal
Martin Hersche (AP) – Beni Notz (TG)
Mario Schneider (TG) – Raphael Zwyssig (AP)
Christoph Baeriswyl (FR) – David Dumelin (TG)

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