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Wenn mehr Härte und Wucht gefragt sind

Der EHC Wetzikon war in den Playoffs «zu leicht». Die Zuzüge sollen da Abhilfe schaffen.

Geht dahin, wo es weh tut – vors Tor. Der Wetziker Nico Alena (links) im Duell mit Frauenfelds Goalie Remo Oehninger.

Archivfoto: Christian Merz

Wenn mehr Härte und Wucht gefragt sind

Sechs Wochen, nachdem seine Aufstiegshoffnungen im Ostschweizer Erstliga-Final gegen Frauenfeld platzten, hat der EHC Wetzikon das Kader für die nächste Saison zusammen. Klar ist, der EHCW nimmt dann einen weiteren Anlauf, den Sprung in die höchste Amateurliga zu schaffen.

Aus der 1:3-Niederlage in der Finalserie gegen den späteren Aufsteiger haben die Wetziker Verantwortlichen ihre Schlüsse gezogen. Das Oberländer Team war weniger breit besetzt als der Gegner, forcierte seine besten Kräfte über Gebühren. Die Folge davon: Dreimal in Serie blieb Wetzikon mit leerem Tank stehen.

Kein einziges Tor mehr schossen die Wetziker bei ihren Niederlagen im Schlussdrittel, erhielten dafür gleich deren neun. Zugleich fehlte es der technisch beschlagenen Mannschaft an Wasserverdrängung.

«Wir waren zu leicht», sagt Sportchef Diego Piceci dazu. 

Die Wetziker Aufstiegsträume sind geplatzt

12.03.2022

Eishockey 1. Liga

Der Final ist entschieden: Der EHC Wetzikon unterliegt in Frauenfeld 0:5 und verliert die Finalse Beitrag in Merkliste speichern Er hat die letzten Wochen genutzt, an einigen Stellschrauben zu drehen. Um im weiterhin von Christian Modes trainierten Team die Mischung zu verändern.

Piceci ist überzeugt, dass ihm das gelungen ist. Er sagt: «Wir haben jetzt mehr Wucht und Durchschlagskraft. Und sind qualitativ besser aufgestellt.» 

Ein Trio vom Finalgegner

Von einem Umbruch in der Mannschaft zu sprechen wäre übertrieben, da das Gerüst bestehen bleibt. Mehr als zwei Dutzend Spieler haben ihre Verträge verlängert. Darunter neben dem starken Goalie Justin Gianola auch die treffsichersten Stürmer Brent Buchmüller und Gian Andrea Thöny.

Der EHCW hat aber einiges an frischem Blut in die Mannschaft gepumpt. Er hat sechs externe Zuzüge getätigt, wobei er gleich dreimal beim EHC Frauenfeld fündig geworden ist.

Die neu von den Thurgauern verpflichteten Felix Käser (28), Thomas Mettler (30) und Mario Pieroni (29) weisen eine grosse Gemeinsamkeit auf – sie verfügen allesamt über sehr viel Erfahrung. Das sollte den Wetzikern spätestens in den Playoffs zugute kommen. 

Mettler und Käser sind beides Defensivspieler. Ersterer gehört sicher zu den Topverteidigern der Liga. Er hat sechs Saisons in der Nationalliga gespielt, verhält sich entsprechend clever und kann auch offensiv Akzente setzen.

Käser ist ein Defensivverteidiger, «eine Wand», wie Piceci ihn nennt. «Sauber, gradlinig, hart.» Pieroni hingegen ist Flügelstürmer. Und bringt laut Piceci zusammen mit dem von Luzern engagierten Loris Müller (25) genau das mit, was die Offensive benötigt: Wucht, Killerinstinkt, Wasserverdrängung.

Zwei der neuen Stürmer – Siro Rutzer (24) und Lars Heuberger (19) – sind derweil nicht nur deutlich jünger als der Rest der Zuzüge. Sie weisen auch ein anderes Profil auf. Center Rutzer gilt als guter Spielmacher, den von der U20 der Lakers gekommenen Lars Heuberger bezeichnet Piceci als Toptalent. In seiner letzten Saison im Nachwuchs hat Heuberger in 40 Partien 31 Treffer erzielt. Er muss nun aber den Schritt ins Erwachsenenhockey machen.

Der irritierende Abgang

Je eine Position in der Defensive und im Sturm bleiben vorerst offen. Jene vorne könnte von Timon Vesely besetzt werden – der 35-Jährige ringt mit dem Entscheid, ob er zurücktritt oder nicht. Die Vakanz in der Verteidigung rührt vom überraschenden Abgang des langjährigen Captains Nicolas Marzan her.

Anfang April hatte der EHCW diesen mit der kryptischen Formulierung vermeldet, man müsse sich «aufgrund unterschiedlicher Auffassung über die künftige Ausrichtung» von ihm verabschieden. 

Nicolas Marzan spielt künftig nicht mehr für seinen Stammklub EHC Wetzikon.

Piceci sagt, der Spieler habe Forderungen gestellt, auf die der Klub nicht habe eingehen wollen. «Das gibt es im Sport.»

Marzan selber bestätigt den Sachverhalt mit den Forderungen, hält aber fest, es sei nicht um finanzielle Belange gegangen. «Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne geblieben wäre.»

Mittlerweile hat der Verteidiger seine sportliche Zukunft geklärt. Wo er künftig spielt, verrät Marzan allerdings nicht. 
 

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