Vorn haben die Riders Handlungsbedarf
Es war eine erfreuliche Premiere. Vier Spiele hintereinander hatten die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti in der Qualifikation nie gewonnen. Nicht mal für zwei Erfolge am Stück hatte es gereicht.
In den Playouts gegen Frauenfeld aber schafften die Oberländer NLA-Frauen vier Siege in Serie. Und sicherten sich so in der Wiederauflage des letztjährigen Playout-Duells den Platz in der höchsten Liga.
Das 4:1 gegen die Thurgauerinnen sieht auf den ersten Blick souverän aus, war in Wirklichkeit aber ein hartes Stück Arbeit. Das Team von Florian Fauser, das in der wichtigsten Meisterschaftsphase ab dem zweiten Spiel auf seine beste Torschützin Hana Polakova verzichten musste, erlitt zum Auftakt daheim einen Fehlstart. Und nur ein später Umschwung im zweiten Spiel bewahrte die Riders vor einem 0:2-Rückstand in der Serie.
Ein solcher hätte die Aufgabe weiter verkompliziert. In den wegweisenden Momenten aber behielten die Oberländerinnen einen kühlen Kopf. Wie etwa im Penaltyschiessen des vierten Duells. Das verdient Respekt. Und stand am Ursprung des Erfolgs.
Mit dem Ligaerhalt haben die Riders ihr übergeordnetes Ziel erreicht. Was aber bleibt nach ihrer zweiten Saison in der NLA haften? Der Frust, in der zweiten Meisterschaftshälfte mit acht Niederlagen in neun Partien eine mögliche Playoff-Qualifikation verspielt zu haben? Oder die Genugtuung, sich entwickelt und auf höchster Stufe etabliert zu haben?
Nach dem positiven Ende der Saison überwiege die Erleichterung, sagt Sarah Altwegg. Die Sportchefin verschweigt aber nicht: «Es gab natürlich auch diesen Moment der Enttäuschung, die Playoffs verpasst zu haben.»
«Chancen hatten wir eigentlich immer, aber wenn man häufig verliert, fehlt in der Offensive ein gewisses Selbstvertrauen, das nötig ist.»
Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders
Dabei durften die Riders lange hoffen. Der Saisonstart gelang, nach Weihnachten aber rutschten sie zusehends in die Krise. Die Offensivproduktion versiegte beinahe komplett. Etwas mehr als ein Tor pro Spiel gelang den Oberländerinnen noch – mit einem solchen Schnitt ist nicht viel zu holen.
«Chancen hatten wir eigentlich immer», sagt Altwegg, «aber wenn man häufig verliert, fehlt in der Offensive ein gewisses Selbstvertrauen, das nötig ist.» Die Negativspirale drehte sich auch zu Beginn der Playouts weiter.
«Wir mussten uns sammeln, die Spielerinnen mussten den Glauben an sich wiederfinden.» Dafür seien viele Gespräche nötig gewesen, sagt die Sportchefin.
Fauser bleibt wohl Trainer
Dem Team für nächste Saison hat Altwegg bereits klare Konturen verpasst. Zahlreiche Leistungsträgerinnen werden weiterhin für die Riders spielen. Ihre Verträge verlängert haben unter anderen Center Iris Brünn, Goalie Alina Räuftlin und Stürmerin Annina Faisst, die mit 29 Punkten die interne Skorerliste vor Polakova anführt. Die treffsichere Tschechin (22 Tore) bleibt ebenso wie ihre Landsfrau Veronika Loudova.
Auf gutem Weg sind die Gespräche mit der dritten Tschechin, Anna Bachrata. Und jene mit Trainer Florian Fauser. Wo sieht die Sportchefin den grössten Handlungsbedarf?
Die Antwort ist wenig überraschend. «Wir brauchen eine grössere Breite an Spielerinnen, die wissen, wo das Tor steht.»
