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Wenn der «Pfupf» fehlt

Die Aufstiegshoffnungen haben sich nicht erfüllt: Wetzikon verliert die Finalserie gegen Frauenfeld und muss in der 1. Liga bleiben.

Aus und vorbei: Der EHC Wetzikon ist nach einem perfekt Start mit drei Niederlagen in Serie vom Weg abgekommen.

Foto: Roger Hofstetter

Wenn der «Pfupf» fehlt

Es sind die längsten Minuten der Saison für sie. Mit hängenden Schultern stehen die Wetziker am frühen Samstagabend auf dem Eis. In kleinen Grüppchen, als ob sie sich gegenseitig Halt geben müssten.

Einige stützen sich auf ihrem Stock ab. Andere wie Luzi Schneider knien. Der Verteidiger hat sich von den Gewinnern abgewendet, blickt konsterniert vor sich hin. Die Jubelszenen der Frauenfelder auf der Gegenseite mag er sich nicht antun. 

Momente zuvor ist der Aufstiegstraum des EHC Wetzikon in die höchste Amateurliga MSL geplatzt. Das Team von Christian Modes unterliegt im Thurgau 0:5, die Best-of-5-Serie endet aus Sicht des EHCW 1:3. 

Die Wetziker Spieler warten, bis sie nach der dritten und entscheidenden Niederlage endlich in die Kabine können.

Nicht Dübendorf, Arosa oder Seewen heissen die Gegner darum nächste Saison, sondern wieder Burgdorf, Bellinzona und Rheintal. Der EHCW bleibt in der 1. Liga.

Frauenfeld dagegen spielt nun gegen Franches-Montagnes um den Titel des Schweizer Meisters der 1. Liga. Beide Mannschaften dürften in die MSL aufsteigen.

Die Fehler werden sofort bestraft

Bis rund zwölf Minuten vor Schluss dürfen die Oberländer in Frauenfeld beim Stand von 0:1 darauf hoffen, mit einem Sieg doch noch eine «Belle» zu erzwingen. Dann aber unterlaufen  den Gästen, die schon in der 3. Minute in Unterzahl in Rückstand geraten sind, in kurzer Folge zwei grobe Fehler.

Diese nützt das Heimteam rigoros aus. Die Wetziker riskieren in der Folge alles. Sie rennen verzweifelt nach vorne, werden dafür von den abgezockten Frauenfeldern aber nochmals zweimal bestraft. 

Die Wetziker Aufstiegsträume sind geplatzt

12.03.2022

Eishockey 1. Liga

Der Final ist entschieden: Der EHC Wetzikon unterliegt in Frauenfeld 0:5 und verliert die Finalse Beitrag in Merkliste speichern So endet eine mehrheitlich ausgeglichene Finalserie mit einer grossen Enttäuschung für den EHCW. Er startete am Samstag vor einer Woche mit einem 2:0-Erfolg daheim perfekt, machte danach aber aus seinen Möglichkeiten viel zu wenig.

Auch die folgenden drei Partien waren jeweils bis ins Schlussdrittel hinaus offen, immer aber behielten die Frauenfelder die Oberhand. Ein Zufall ist das nicht. Sie weisen die grössere Kadertiefe auf, können auf viele Routiniers zählen, machten weniger Fehler und wirkten in den entscheidenden Momenten frischer. 

«Vielleicht war der «Pfupf» jeweils im dritten Drittel draussen», mutmasst Christian Modes und präzisiert: «Nicht körperlich, sondern mental.» Der Trainer vermutet die Ursache dafür in der engen und über fünf Spiele gehenden Halbfinalserie gegen Bellinzona. «Das soll aber keine Ausrede sein. Frauenfeld hat verdient gewonnen.»

«Wenn man keine Tore schiesst, kann man nicht gewinnen.»
Christian Modes, Trainer EHC Wetzikon 

Die Zahlen sind derweil eindeutig: Bei den drei Niederlagen (2:4, 1:3, 0:5) kassierten die Wetziker im letzten Abschnitt neun Gegentore. Lediglich eine Frage der Konzentration kann das nicht sein.  

Kommt hinzu: Ausser im Startspiel traf der EHCW in den letzten 20 Minuten kein einziges Mal. Überhaupt gelangen der eigentlich offensivstarken Mannschaft, die am Samstag in Frauenfeld auf den wichtigsten Center Brent Buchmüller verzichten musste, in den vier Finalduellen lediglich fünf Treffer. Modes sagt dazu lapidar: «Wenn man keine Tore schiesst, kann man nicht gewinnen.»

Was hat aus seiner Sicht letztlich den Ausschlag in der Serie gegeben? «Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht», sagt Modes. «Und die wurden von ihnen halt gnadenlos bestraft.»

Der Frust über den verpassten Aufstieg sei gross. Suhlen darin wird sich Modes gleichwohl nicht. Der 48-Jährige blickt bereits nach vorne und sagt, jetzt fange die Planung an. «Wir greifen nächste Saison wieder an.»

Die Wetziker sind deutlich weiter in der Kaderplanung als in früheren Jahren. Sie haben den Vertrag mit Modes längst verlängert, dazu bleiben zahlreiche wichtige Spieler an Bord. Darunter etwa Goalie Justin Gianola, der eine ganz starke Finalserie ablieferte, Topskorer Gian Andrea Thöny oder der erst im Dezember verpflichtete frühere Nationalliga-Stürmer Lars Neher.

Noch ist die Saison für den EHCW aber nicht beendet. Am Samstag tritt er daheim noch zum «Final um Rang 3» an, wie das Spiel offiziell heisst. Gegner ist der EHC Adelboden, der Verlierer des Westschweizer Finals. Eine Strafaufgabe?

Modes winkt energisch ab. «Das ist kein Freundschaftsspiel», sagt er bestimmt. Und macht dann klar, woraus er seine Motivation zieht: «Ich will diese Medaille.» 

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