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Nur mit einem Sieg rettet Wetzikon seine Aufstiegsträume

In der Finalserie ist der EHC Wetzikon unter Zugzwang: Ein Erfolg ist im vierten Spiel in Frauenfeld Plicht. Dafür braucht es mehr Emotionen als zuletzt.

An ihm liegt es nicht, dass Wetzikon in Rückstand liegt: Goalie Justin Gianola überzeugt mit starken Leistungen.

Archivfoto: Christian Merz

Nur mit einem Sieg rettet Wetzikon seine Aufstiegsträume

Donnerstagabend, kurz nach halb elf. Die Stimmung in den Katakomben der Wetziker Eishalle ist gedämpft. Kaum ein Wort ist zu hören.

Ab und zu tritt ein Spieler des EHC Wetzikon ans kleine Buffet, das im Gang aufgebaut worden ist, schaufelt Chicken Nuggets und Beilagen auf den Teller. Dann verschwindet er wieder in der Kabine.

Die Enttäuschung nach dem 1:3 im dritten Finalspiel gegen Frauenfeld ist hier unten fast greifbar. Mit der zweiten Niederlage innert zwei Tagen hat sich der Oberländer Erstligist in eine schwierige Lage manövriert. Er muss heute Samstag im Thurgau gewinnen. Sonst sind die Aufstiegsträume in die höchste Amateurliga MSL geplatzt. 

1:2 liegen die Wetziker in der Best-of-5-Serie der zwei besten Ostschweizer Mannschaften zurück. Sie haben es verpasst, am  idealen Auftakt anzuknüpfen, bei dem sie dem routinierten Gegner beim 2:0 nicht einmal einen Torerfolg zugestanden.

«Wir müssen einfach die Bereitschaft haben, von der ersten bis zur letzten Sekunde mit Feuer zu spielen.»
Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon

In den Finalspielen zwei und drei war der EHCW nicht das schlechtere Team. Beide Partien hätte er durchaus gewinnen können. Doch beide Male war er zu wenig kaltblütig. Und verpatzte das Schlussdrittel.

Sportchef Diego Piceci kann seinen Ärger über Letzteres nicht verbergen. «Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt alles im Griff.» Danach aber hätte jeweils die Leidenschaft gefehlt, bemängelt er. «Ich weiss nicht, woran das liegt. Aber uns fehlte jetzt zweimal ein ganzes Drittel. Wir müssen einfach die Bereitschaft haben, von der ersten bis zur letzten Sekunde mit Feuer zu spielen.»

Während den Frauenfeldern zuhause der Umschwung mit einer Leistungssteigerung gelang, dem die Wetziker nicht gewachsen waren, baute das Team von Christian Modes am Donnerstag den Gegner gleich selber auf.

In Überzahl verpasste es die Gelegenheit, das vielleicht wegweisende 2:0 zu erzielen. Stattdessen kassierte der EHCW mit einem Mann mehr den Ausgleich. In der Folge wirkten die Gäste deutlich frischer und strebten den Sieg entschlossen an. Ein Gegentreffer nach einem Konter und ein Eigentor besiegelten das Oberländer Schicksal. 

Die Reserve ist aufgebraucht

Nun hat der EHC Wetzikon alle Reserven aufgebraucht. In Frauenfeld muss ihm eine klare Leistungssteigerung gelingen. Trainer Modes ist davon überzeugt. «Wir schlagen die Frauenfelder und sehen uns am Dienstag in Wetzikon wieder.»

Die Mannschaft hat in diesen Playoffs gezeigt, dass sie Widrigkeiten überwinden kann. Und sie hat zweifelsohne die Qualität, die Serie zu verlängern.

Dafür aber muss der EHC Wetzikon eine Voraussetzung erfüllen, die in einem Final eigentlich selbstverständlich sein sollte – deutlich mehr Emotionen und Biss zeigen als im dritten Duell. Sonst ist die Stimmung bei den Wetzikern heute nach der Begegnung noch gedrückter als am Donnerstag. 

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