Wieder wird Wetzikon das Schlussdrittel zum Verhängnis
Ab sofort gilt: Verlieren verboten. Sonst ist die Saison für den EHC Wetzikon am Samstag bereits vorbei. Die Wetziker unterlagen im dritten Erstliga-Finalspiel gegen Frauenfeld daheim 1:3. In der Best-of-5-Serie liegen sie nach der zweiten Niederlage hintereinander 1:2 in Rückstand.
Obwohl das Team von Christian Modes eine durchzogene Leistung zeigte, führte es zu Beginn der letzten 20 Minuten. Doch wie schon am Dienstag im Thurgau wurde dem EHCW der Schlussabschnitt zum Verhängnis. Erst musste er in Überzahl den Ausgleich hinnehmen, in der Schlussphase kassierte er zwei Tore kurz hintereinander.
Schon drei Minuten vor dem Ende ersetzte Trainer Modes den tadellosen Goalie Justin Gianola durch einen zusätzlichen Feldspieler. Die eine oder andere gefährliche Chance hatten die Wetziker, nochmals Spannung konnten sie aber nicht mehr in die Partie bringen.
«Da war kein Feuer, kein Biss.»
EHCW-Sportchef Diego Piceci
«Es ist ja nicht so, das wir schlecht gespielt hätten», sagte Diego Piceci. Der Sportchef ärgerte sich: «Aber die Konsequenz im Schlussdrittel hat heute wieder gefehlt. Da war kein Feuer, kein Biss.»
Trainer Modes fand derweil, seine Mannschaft habe zu viele individuelle Fehler gemacht. «Das müssen wir sofort abstellen, sonst ist es fertig.»
Bis in den Schlussphase hinein, als es zu einigen Scharmützeln kam, war das dritte Finalduell ein wenig attraktives Spiel. Es fehlten die Emotionen, vor allem aber die Playoff-Intensität.
Die Wetziker schienen sich von der Niederlage in Frauenfeld erholt zu haben. Sie legten vielversprechend los und kamen durch Gian Andrea Thöny nach knapp dreissig Sekunden zu einer sehr guten Chance.
Es war aber nicht der Startschuss zu einem Offensivfeuerwerk des EHCW. Im Gegenteil. Damit hatte das Heimteam sein Pulver für lange Zeit verschossen. Einzig Manuel Laimbacher (10.) hatte noch eine gute Möglichkeit. Er konnte alleine auf Gästekeeper Daniel Styger zulaufen, scheiterte aber an ihm.
Fahrig und alles andere als souverän
Die Oberländer wirkten fahrig, kaum ein flüssiger Angriff gelang ihnen. Auch in der Defensive agierten sie alles andere als souverän. Zupass kam dem Heimteam, dass auch der Auftritt des Gegners bis zu seinem Schlussfurioso bescheiden war.
So überstand Wetzikon beispielsweise in der zweiten Hälfte des Startabschnitts eine kurze Phase in doppelter Unterzahl sowie danach die restliche Zeit mit einem Mann weniger problemlos.
Beinahe wäre der Gastgeber zwar doch noch vor der ersten Pause in Rückstand geraten. Doch EHCW-Goalie Gianola verhinderte diese mit drei Paraden innert Sekunden. Bei der letzten verwehrte er Fabian Schumann das Erfolgserlebnis.
Marzans Effort
Im zweiten Abschnitt rückte der Wetziker Keeper noch mehr in den Mittelpunkt. Er hatte mehr Arbeit als sein Gegenüber, machte auch Topchancen von Mario Pieroni und Marco Suter mit grossartigen Reflexen zunichte.
Ohne seinen Goalie wäre für den EHCW gar nicht erst möglich gewesen, was ihm kurz vor Spielhälfte gelang – in Führung zu gehen. Dass die Wetziker vorlegten, hatte sich nicht abgezeichnet. Und war auch nicht die Folge eines präzisen Spielzugs, sondern dem Effort von Nicolas Marzan zu verdanken. Der Captain lief hinter dem Tor durch und nützte danach die unübersichtliche Situation, bei der Goalie Styger aus der Position geraten war.
Der Bock in Überzahl
Wurde der Wetziker Auftritt dadurch leichtfüssiger? Griffen sie mit der Führung im Rücken mit mehr Elan an? Nicht wirklich. Die Fehlpassquote war weiterhin beidseits hoch, viele Zufälligkeiten prägten das Geschehen. Im ersten Spiel noch hatte der EHCW eine knappe Führung souverän verwaltet. Das gelang den Oberländern am Donnerstagabend nicht.
Der EHCW nahm sich beispielsweise im ersten Powerplay die Chance, den Vorsprung zu erhöhen, indem er eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis erhielt. Und agierte im zweiten Überzahlspiel zu Beginn des dritten Drittels so fahrlässig, dass er den Ausgleich kassierte. «Da schossen wir einen Riesenbock. Das ist bitter», sagte Modes.
Von diesem Gegentor erholte sich der EHCW nicht mehr. Den Frauenfeldern aber gab der Ausgleich jenen Aufwind, den sie letztlich gewinnbringend einsetzten.
Der Liveticker von Florian Bolli zum Nachlesen:
