Wetzikon ist erpicht darauf, gleich nachzudoppeln
Zum Auftakt des Erstliga-Finals setzte er ein deutliches Zeichen: Mit der bisher besten Leistung der Saison gewann der EHC Wetzikon am Samstag das Auftaktspiel zur Best-of-5-Serie gegen Frauenfeld 2:0. Die Oberländer können die zweite Partie am Dienstag im Thurgau darum nicht nur mit viel Selbstvertrauen anpacken. Sie haben mit dem Sieg den Gegner bereits unter Druck gesetzt. Und sicherlich ebenfalls gereizt.
EHCW-Trainer Christian Modes ist überzeugt, dass seine Mannschaft dies zu spüren bekommen wird. «Frauenfeld wird ganz anders kommen als im ersten Spiel.»
Bange muss ihm vor der Reaktion allerdings nicht sein. Sein Team hat sich gegenüber den ersten zwei Playoff-Runden erheblich steigern können. Vor allem war es für einmal vom ersten Scheibeneinwurf an hellwach. Was hat Modes dafür getan?
«Ich habe jedem Spieler 1000 Franken gegeben», scherzt der Trainer. Dann wird er wieder ernst: «Wenn man im Final eine Mannschaft motivieren muss, kann man aufhören.»
Der Routinier geht voran
Im Wetziker Kader stehen zahlreiche erfahrene Spieler, die in entscheidenden Phasen einen Zacken zulegen können. Beispielsweise Timon Vesely. «Der ist durch und durch Profi», schwärmt Modes. «Er ist ein Routinier und geht als Vorbild voran.»
Vesely erhielt am Samstag viel Eiszeit und zahlte das Vertrauen mit einer vorzüglichen Leistung zurück. Ein Sonderlob erhielt er dafür nicht nur vom Headcoach, die EHCW-Fans skandierten nach Spielende auch so lange seinen Namen, bis er für eine Extra-Jubelwelle nochmals kurz aufs Eis zurückkehrte.
Der 35-Jährige – er absolviert die insgesamt zehnte Saison im EHCW-Trikot – zeigte einen energiegeladenen Auftritt. Er war aufsässig, beschäftigte im Forechecking die Gästeabwehr unablässig, teilte Checks aus und gab an der Bande keine Scheibe verloren.
Und für einen Stürmer zentral – Vesely schoss ein Tor. Es war das entscheidende 2:0 fünf Minuten vor Schluss. Wobei der Flügel die Scheibe wohl nicht ideal traf. Und sie darum über den etwas weit vor dem Tor stehenden Remo Oehninger segelte.
«Wir müssen defensiv sauber auftreten und diszipliniert sein.»
Christian Modes, Trainer EHC Wetzikon
Einen Vorwurf aber kann man dem Frauenfelder Goalie keinen machen. Er hielt stark, wurde von Justin Gianola aber dennoch ausgestochen. Der 22-Jährige im Wetziker Tor verdiente sich seinen zweiten Shutout der Saison redlich.
Er strahlte viel Ruhe aus, dirigierte dafür lautstark die Defensive. Gianola dürfte in Frauenfeld erneut eine tragende Rolle zukommen.
Das Rezept bleibt dasselbe
«Das wird ein harter Fight», ist Modes vor der zweiten Partie überzeugt. Es gelte im Prinzip dasselbe Rezept wie am Samstag: «Wir müssen defensiv sauber auftreten und diszipliniert sein.»
Beides gelang den Wetzikern daheim sehr gut. So kassierten sie nur vier kleine Strafen, keine davon wegen einem Revanchefoul oder einer sonstigen Undiszipliniertheit. Die Verteidigungsarbeit war überzeugend.
Der Qualifikationsdritte aus dem Thurgau wies in der über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung zwar leicht mehr Abschlüsse auf. Er beklagte bei einem Pfostenschuss auch Pech. Die Frauenfelder bissen sich an der kompakt stehenden und aufopferungsvoll kämpfenden EHCW-Defensive aber auch Mal für Mal die Zähne aus.
Im Schlussdrittel und mit der knappen 1:0-Führung in der Hand wurde der EHC Wetzikon kurzzeitig allerdings zu passiv. Darum musste er die eine oder andere kleine Druckphase über sich ergehen lassen.
Das lasse sich gegen eine offensiv so starke und routinierte Equipe wie Frauenfeld nicht vermeiden, findet Modes. «Dass sie noch drücken würden, war klar. Aber wir haben gut dagegengehalten.»
Aus dem ersten Duell der beiden meistgenannten Ostschweizer Aufstiegsanwärter kann der EHCW jedenfalls vieles mitnehmen. Er hat vorgelegt und ist darauf erpicht, gleich nachzudoppeln. Einen Wermutstropfen mussten die Wetziker bei ihrem Startsieg aber schlucken: Ihr wichtigster Center, Brent Buchmüller, kehrte nach einem Check von Nino Fehr in der Schlussphase nicht mehr aufs Eis zurück.
Der Gegner habe ihn am Kopf erwischt, sagte Buchmüller hinterher. Den Oberländern würde der Ausfall des quirligen Stürmers, der in den Playoffs schon zehn Tore erzielte, extrem wehtun. Ob er in Frauenfeld spielt, wird sich erst am Spieltag entscheiden.
Wie sich der EHC Wetzikon in Frauenfeld schlägt, können Sie ab 19.45 Uhr hautnah mitverfolgen – im Liveticker auf züriost.ch
