«Geduld» steht auf einem der Zettel, die der Staff im Aufgang von der Garderobe zum Feld in der Wetziker Eishalle aufgeklebt hat. Es ist eine Eigenschaft, die der EHC Wetzikon am Donnerstag in der «Belle» gegen Bellinzona tatsächlich brauchte. Der Oberländer Erstligist wirkt blockiert, scheint die zweite Chance aufs Finalticket ebenfalls wegzuwerfen.
Erst ab Spielhälfte und in Schieflage (0:2) erwacht er gegen die hartnäckigen Tessiner, die auch im fünften Duell ein äusserst unangenehmer Gegner sind. Nun wehrt er sich gegen das drohende Saisonende. Mit sechs Toren in etwas mehr als einer Viertelstunde wenden die Wetziker die Begegnung. Und zeigen in dieser Phase, wie viel Qualität in ihnen steckt, wenn sie mit Emotionen spielen.
Der Jubel über den Einzug in den Ostschweizer Final, in dem ab Samstag der EHC Frauenfeld wartet, ist danach gross. Die Erleichterung fast mit Händen greifbar. «Dass wir das noch hingebracht haben», staunt Christian Modes in einer ersten Reaktion, ehe er vom Charakter seiner Mannschaft schwärmt.
Tags darauf ist der Trainer noch immer aufgekratzt. Er hat nicht viel geschlafen, «die vielen Emotionen, all die Aufregung», begründet er.

