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Jetzt greift Wetzikon nach dem Meistertitel

Der EHC Wetzikon findet in der «Belle» gegen Bellinzona rechtzeitig den Tritt und siegt 6:2. Im Final wartet Frauenfeld auf ihn.

Der Traum vom Meistertitel lebt weiter: Die Wetziker Spieler freuen sich nach dem Sieg gegen Bellinzona.

Foto: Christian Merz

Jetzt greift Wetzikon nach dem Meistertitel

Er brauchte lange, um auf Touren zu kommen. Dafür aber nur wenig Zeit, um die Entscheidung herbeizuführen. Innerhalb von lediglich 18 Minuten erzielte der EHC Wetzikon im entscheidenden fünften Halbfinalspiel gegen Bellinzona ein halbes Dutzend Tore.

Mit diesem Furioso machten die Wetziker aus einem Zweitore-Defizit bis zur 46. Minute einen komfortablen 6:2-Vorsprung. Diesen verteidigte der Oberländer Erstligist, der am Dienstag den ersten Matchpuck mit einer schwachen Leistung noch vergeben hatte, letztlich souverän.

Mit 3:2-Siegen setzt sich der EHCW in der hart umkämpften Serie gegen die Tessiner durch und zieht in den Playoff-Final (Best-of-5) gegen Frauenfeld ein. Im ersten Spiel am Samstag geniesst das Team von Christian Modes Heimrecht.

Lange taten sich die Wetziker in der «Belle» gegen die erneut stark spielenden Tessiner schwer. «Wir waren unter Druck, konnten ja nur verlieren», zeigte Modes hinterher Verständnis für den bescheidenden Auftritt seines Teams in der ersten Spielhälfte. Und freute sich umso mehr über die Reaktion in der restlichen Spielzeit.

«Das erste Tor war wahnsinnig wichtig für uns.»

Nicolas Marzan, Captan EHC Wetzikon

«Das 0:2 hat uns gut getan», war er überzeugt. «Danach sind wir erwacht. Das war eine Riesenmannschaftsleistung. Ich bin stolz auf die Jungs.»

Einer ragte allerdings gestern aus dem Kollektiv heraus: Brent Buchmüller. Der Center der ersten Linie erzielte vier der sechs Wetziker Tore, wobei ihm das Kunststück gelang, dass er viermal hintereinander traf. 

Klassisch ausgekontert

Bis kurz vor Spielhälfte sah es aus Sicht des EHCW allerdings düster aus. 0:2 lag das Heimteam hinten. Und tat sich schwer, Zugang zur wenig aufregenden Partie zu finden.

Der Druck, gewinnen zu müssen, um die Aufstiegshoffnungen am Leben zu erhalten, lastete offensichtlich schwer auf den Schultern. Der EHCW spielte abwartend, war auf Fehlerminimierung aus und wollte den kompakt stehenden und schnörkellos  angreifenden Gäste vor allem keine freien Räume offerieren. 

Kurz vor der ersten Sirene aber unterlief dem Gastgeber trotz dosiertem Risiko genau das, was er um jeden Preis verhindern wollte – er wurde klassisch ausgekontert. Notabene nach einem Bully in der Tessiner Zone.

Zu Beginn des Mittelabschnitts wuchs das Defizit gar an. In der 25. Minute und in Unterzahl agierend kassierte Wetzikon das 0:2. Lediglich zwölf Sekunden brauchten die Tessiner dabei, um die Strafe gegen Nicolas Marzan auszunutzen. 

Plötzlich liefern die Wetziker

Das Frustlevel beim EHCW war danach kurzzeitig sehr hoch. Wandelte sich aber schnell in Euphorie um. Der Anschlusstreffer von Manuel Laimbacher in der 28. Minute war nicht nur der Dämpfer, den die zuvor souveränen Tessiner sichtlich aus dem Tritt brachte. Er war vor allem genau der Weckruf, den die Wetziker gebraucht hatten.

«Das erste Tor war wahnsinnig wichtig für uns», war sich EHCW-Captain Marzan bewusst. «Danach ging etwas. Bis dahin war alles etwas verhalten, waren wenig Emotionen vorhanden. Aber wir wussten – jetzt müssen wir liefern, sonst ist es dann bald einmal zu Ende.» 

Und die Wetziker lieferten nach dem Anschlusstreffer in der Tat. Sie griffen nun beherzt an, setzten ihre spielerischen Vorteile gewinnbringend ein. Mit der Konsequenz, dass sie innerhalb von nur zehn Minuten Richtung Final einspurten. Buchmüller war bei der Wende die grosse Figur. Er machte gleich im Alleingang aus dem 1:2-Rückstand einen 4:2-Vorsprung, womit ihm ein lupenreiner Hattrick gelang.

Genug aber hatte der Center damit offensichtlich noch nicht. Zu Beginn des Schlussdrittels traf er erneut. Mit seinem Shorthander zum 5:2 nahm er den Tessinern auch noch den letzten Funken Hoffnung, zurück in die Partie zu finden. 

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