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Der EHCW lässt die erste Chance liegen

Der EHC Wetzikon verliert in Bellinzona 4:5 und muss in der Halbfinal-Serie den 2:2-Ausgleich hinnehmen.

Der EHC Wetzikon (Lars Mathis, rechts) kassierte in Bellinzona im zweiten Drittel gleich vier Gegentore.

Archivfoto: Christian Merz

Der EHCW lässt die erste Chance liegen

Die Türe in den Final stand nach zuletzt zwei Siegen hintereinander offen. Der EHC Wetzikon aber ist nicht durch sie hindurch gegangen. Der Oberländer Erstligist unterlag im vierten Halbfinal-Spiel auswärts Bellinzona 4:5. In der Best-of-5-Serie steht es jetzt 2:2. Am Donnerstag kommt es in Wetzikon zur «Belle». Gewinnt der EHCW dann nicht, sind seine Aufstiegspläne in die MSL geplatzt. 

Zu Beginn des Schlussdrittels brachte Lars Neher im Tessin die Hoffnung bei den Wetzikern zurück. Der Stürmer erzielte das dritte EHCW-Tor und verkürzte auf 3:5. Die Gäste erhielten nun Aufwind.

Jetzt hatten ihre Angriffe die Wucht, die ihnen vorher über weite Strecken gefehlt hatte. Die Oberländer spielten in dieser Phase zielstrebig nach vorne, vermochten das Heimteam zumindest phasenweise einzuschnüren und kamen zu Chancen auf den Anschlusstreffer.

Doch der Wetziker Wirbel war nur von kurzer Dauer. Die Tessiner, die im Viertelfinal Qualifikationssieger Pikes Oberthurgau ausgeschaltet hatten, gewannen bald die Kontrolle zurück. 

Und dennoch wurde es nochmals hektisch – aus dem Nichts. 205 Sekunden vor dem Ende stibitzte Topskorer Gian Andrea Thöny im Tessiner Verteidigungsdrittel einem Bellinzona-Spieler die Scheibe, passte zu Brent Buchmüller, dem das 4:5 gelang.

Da war sie plötzlich, die Chance, sich doch noch in die Verlängerung zu retten. Etwas mehr als eine Minute vor Schluss ersetzten die Wetziker ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler, setzten alles auf eine Karte. Ihre Angriffe aber waren konfus, eine Ausgleichsmöglichkeit konnten sie sich nicht mehr erarbeiten. 

Völlig von der Rolle

Die erste Chance aufs Finalticket also hat der EHCW Wetzikon mit einem sehr durchzogenen Auftritt liegengelassen. Wegweisend war dabei der zweite Abschnitt, in dem die Oberländer rund zehn Minuten lang völlig von der Rolle waren.

In dieser Phase kassierten sie vier Gegentore – eines davon gar in Überzahl. Schon bessere Abende dürfte auch Goalie Justin Gianola erlebt haben, der beim einen oder anderen Gegentreffer nicht ganz frei von Schuld war. Noch vor Spielhälfte und nach dem 0:4 räumte er das Tor zugunsten von Odin Neuenschwander. 

Dieser aber blieb ebenfalls nur knapp fünf Minuten unbezwungen. Dann kassierte er das 2:5 – es war ein arger Dämpfer für die Wetziker, die zuvor durch Simeon Kutil (30.) im Powerplay und Thöny zwei schnelle Tore erzielt hatten.   

Bei ihrem ersten Playoff-Gastspiel in Bellinzona letzten Donnerstag waren die Wetziker von Anfang präsent gewesen. Gestern war das Beste aus ihrer Sicht nach dem ersten Drittel, dass sie nur 0:1 im Rückstand lagen. Denn das Team von Christian Modes wurde nach nur 88 Sekunden kalt geduscht.

Neher verlor knapp ausserhalb der eigenen Zone die Scheibe, rutschte danach beim Versuch, den Schaden wieder gutzumachen aus. Und weil zu allem Unglück auch noch ein Teil seiner Linienkollegen am Wechseln war, fand Gionata Pedrazzini zu seiner Freude viel freies Eis vor, das er kaltblütig nützte. 

Die Gäste erholten sich von diesem Schlag nur langsam. Sie wirkten gehemmt, oft missglückte ihnen der erste Pass. Doch ein Merkmal dieser Mannschaft ist eben auch, dass sie nicht einfach aufhört zu arbeiten, wenn es ihr nicht läuft, sondern weiterkämpft.

Das brachte den EHCW in Bellinzona nochmals zurück in Schlagdistanz. Auch wenn es letztlich für eine Wende nicht mehr reichte, wie sie dem EHC Wetzikon in Burgdorf gelungen war, als er nach einem 2:5-Rückstand noch siegte.

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