Für den EHCW kommen die Tage der Wahrheit
Gradmesser waren diese Aufgaben keine. Der EHC Wetzikon hatte stattdessen zum Abschluss der Qualifikation – etwas überspitzt gesagt – zwei Gratisspiele. Um Schwung zu holen für die kommenden Herausforderungen. Und um die gute Ausgangslage zu verteidigen.
Das gelang mit den Siegen gegen die Abstiegsrundenteilnehmer Rheintal (7:3) und Prättigau (8:5) erwartungsgemäss. Die Wetziker beendeten die Qualifikation hinter den Pikes Oberthurgau auf Rang 2. Und sicherten sich so das Heimrecht für die am Donnerstag beginnenden Viertelfinals (Best of 5) gegen Burgdorf.
Das erste Zwischenziel kann der EHCW abhaken. Es war aber auch keine Herkulesaufgabe, mit der gut besetzten Mannschaft in die Playoffs einzuziehen.
Allerdings verschärft sich die Aufgabenstellung für den Erstligisten nun erheblich. Und der Druck steigt. Das Team von Christian Modes muss liefern – schliesslich ist der Aufstieg in die MSL das Ziel.
Dafür müssen die Wetziker den Schweizer-Meister-Titel der 1. Liga holen. Vor vier Jahren gelang ihnen dies, damals aber verzichteten sie auf den Aufstieg.
Ein Trio zur Verstärkung
Mittlerweile aber hofft der EHCW auf eine Zukunft in der MSL. Und setzt dafür Zeichen. Das Gerüst der Mannschaft für die nächste Saison steht bereits. Das bringt die erforderliche Ruhe.
Dazu haben Trainer Modes und Sportchef Diego Piceci gemeinsam vor Weihnachten nachjustiert. Oder präziser gesagt, mit Transfers alle drei Mannschaftsteile verstärkt. Im November verpflichtete der EHCW Justin Gianola. «Ein energischer Goalie, der viel Ruhe ausstrahlt», sagt Modes.
«Es braucht jetzt den absoluten Siegeswillen.»
Christian Modes, Trainer EHC Wetzikon
Kurz darauf vermeldeten die Wetziker die Zuzüge von Verteidiger Riccardo Auriemma und Stürmer Lars Neher. Alle Neuen haben Nationalliga-Erfahrung – Neher mit Abstand am meisten.
Der 29-Jährige absolvierte einst 70 Spiele für Kloten in der höchsten Liga. Für Modes sind die Verpflichtungen «allesamt Glücksfälle». Und zwar solche, die dem Team sofort helfen.
Mit dem Einbau des Trios hat sich die Substanz der Mannschaft weiter erhöht. Personell jedenfalls scheint das torgefährlichste Team der Ostgruppe, das allerdings in der Defensive über Steigerungspotenzial verfügt, für die Mission Aufstieg gerüstet.
Und die Wetziker haben viele Playoff-erfahrene Spieler. «Ein Riesenvorteil», findet Modes.
Checken, stören, kratzen
Routine sowie die spielerischen und läuferischen Mittel sind beim EHCW also vorhanden – wie bei den härtesten Konkurrenten, den Pikes und Frauenfeld. Doch in den Playoffs entscheidet letztlich nicht die Menge an Talent über Erfolg oder Misserfolg. Hingabe, Disziplin, Leidensfähigkeit und die Fähigkeit, Tiefschläge wegzustecken, sind dafür zentrale Faktoren.
«Es braucht jetzt den absoluten Siegeswillen», sagt Modes. «Wir müssen checken, stören, kratzen und ‹chlüben›. Playoffspiele sind völlig anders. Da wird um jeden Millimeter Eis gekämpft.»
«Wir wollen dem Spiel den Stempel aufdrücken. Aber mit der nötigen Vorsicht.»
Christian Modes, Trainer EHC Wetzikon
Insofern ist der erste Gegner Burgdorf gleich ein guter Härtetest. Die Emmentaler sind kämpferisch stark, verfügen über viel Widerstandskraft und ein starkes Powerplay. Ihnen spielt in die Hände, dass sie völlig unbeschwert aufspielen können.
«Wir sind Favorit, das schleckt keine Geiss weg», sagt Modes. Er weiss natürlich ebenfalls: Als Aufstiegsanwärter müssen die Oberländer mit dieser Rolle klarkommen. Ohne dabei kopflos zu agieren.
Man werde nicht nach dem Motto «Achtung, fertig, los!» agieren, kündigt der Trainer an. «Wir wollen dem Spiel den Stempel aufdrücken. Aber mit der nötigen Vorsicht.»
