Der EIE muss Schlüsselpositionen neu besetzen
Kaum begonnen, schon vorbei: Beim EHC Illnau-Effretikon ist Wunden lecken angesagt – nach dem überraschend schnellen Scheitern in den Playoffs. Dabei hatte vor dem Achtelfinal-Duell gegen Schaffhausen vieles für den Oberländer Zweitligisten gesprochen, der in der Gruppe 2 die Qualifikation gewonnen hatte.
Das Team von Roman Diethelm wies deutlich mehr Substanz auf als der Gegner. Und hatte auch das breitere Kader. Zudem besass der EIE Heimrecht. Doch die Vorteile nützten den favorisierten Effretikern in der Best-of-3-Serie nichts. Nach dem klaren 9:4 zum Auftakt verloren sie zweimal knapp hintereinander. Und mussten sich deshalb bereits in die Sommerpause verabschieden.
Das Gefühl ist entsprechend. Sportchef Mike Häbig spricht von einer grossen Leere. Wie die Spieler und der Staff ist er extrem enttäuscht. Dem Team macht er aber keinen Vorwurf.
Am Willen habe es nicht gelegen, sagt Häbig, findet aber dennoch deutliche Worte: «Wir haben versagt. Wer den Achten nicht schlägt, muss nicht hadern.»
Zu wenig zweckmässig
Von fehlendem Wettkampfglück oder zweifelhaften Schiedsrichterentscheiden will er darum auch gar nichts hören. Sein Fazit: «Schön gespielt, aber das war zu wenig Playoff-Hockey.»
Letzteres brachte dafür der Underdog aufs Eis. Nach dem Sieg im zweiten Spiel realisierte man beim Gegner: Der EIE ist schlagbar.
Die Schaffhauser kämpften in der entscheidenden dritten Begegnung leidenschaftlich. Und konnten sich auf ihren überragenden Goalie Alexander Casutt verlassen.
Der EIE feuerte am Donnerstag zwar in jedem Drittel mehr als doppelt so viele Schüsse ab als die Gäste, die fehlende Kaltblütigkeit kostete ihn aber das Weiterkommen.
Trainer und Sportchef weg
Und jetzt? Die sportliche Führung des EIE erfährt deutliche Veränderungen. Diese waren aber schon länger klar. Und haben nichts mit dem enttäuschenden Abschneiden in den Playoffs zu tun.
Headcoach Roman Diethelm verlässt den EIE. Der Verein hat seinen Vertrag als Ausbildungschef auf Ende Saison gekündigt. Ein Angebot, das Fanionteam weiterhin zu betreuen, obwohl er nicht mehr vom Klub angestellt ist, schlug der bald 42-Jährige aus.
Sportchef Häbig hat derweil auf die nächste Generalversammlung hin seinen Rücktritt aus dem Vorstand angekündigt. Zehn Jahre sass er in diesem, neun davon war er Sportchef. Das bittere Playoff-Aus trifft ihn hart.
«Hier muss man Kompromisse eingehen und die Leistungskultur trotzdem aufrecht erhalten.»
Mike Häbig, Sportchef EHC Illnau-Effretikon
Bevor er aufhört, hat der frühere Goalie noch viel Arbeit zu erledigen. Er muss einen Ersatz für Trainer Diethelm finden. Häbig hofft, schon im Februar eine Lösung zu präsentieren. Das Anforderungsprofil: Er sollte die Verhältnisse in der 2. Liga kennen. «Hier muss man Kompromisse eingehen und die Leistungskultur trotzdem aufrecht erhalten.»
Zugleich stellt Häbig das Team für die nächste Saison zusammen. Es dürfte mehrheitlich zusammenbleiben. Guter Hoffnung ist der scheidende Sportchef auch bei den Routiniers – wie etwa Marco Vögeli (32) oder Carlo Fäh (38).
Sie hatten signalisiert, bei einem allfälligen Ostschweizer Meistertitel zurückzutreten. Etwas Gutes also könnte das frühe Aus doch noch haben.
