Laupen drückt dem Derby den Stempel auf
Das zweite Oberländer NLA-Derby der Saison war eine klare Angelegenheit. Kurz nach Spielhälfte führten die Laupner Frauen gegen die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti schon 4:0, am Schluss gewannen sie 7:2.
«Wir spielten solide, einfach und hatten die nötige Geduld», lobte Trainer Yves Kempf den Auftritt seiner Equipe. Und befand: «Wir waren klar besser.»
Kempf hatte allen Grund, zufrieden zu sein. Laupen revanchierte sich mit dem deutlichen Erfolg nicht nur für die 4:6-Niederlage im Hinspiel, sondern band die Riders auch im Kampf um einen Playoff-Platz zurück.
Vor dem Duell wiesen die zwei Oberländer Teams denselben Punkteschnitt auf, jetzt sind die Vorteile bei den Laupnerinnen. Sie sind Achte, die Riders derzeit auf Rang 9 klassiert.
Riders wirken gehemmt
Noch vor wenigen Wochen hatte sich das Bild ganz anders präsentiert. Der UHC Laupen kassierte zu Beginn der Meisterschaft sechs Niederlagen in Serie, ehe er in die Spur fand.
Die Riders gehörten in ihrer zweiten NLA-Saison derweil zu den positiven Überraschungen und belegten den guten 7. Rang. Nach zuletzt vier Niederlagen hintereinander sind sie nun aber unter den Trennstrich abgerutscht.
Gegen Laupen wirkten die Gäste lange Zeit erstaunlich gehemmt, als ob die wichtige Bedeutung der Partie zu stark auf ihren Schultern lasten würde. «Es kam nicht der Druck, den wir erwartet haben. Wir hatten viel mehr Zeit im Aufbau als gedacht», zeigte sich Kempf überrascht.
Erst in der zweiten Hälfte der Begegnung und im Bestreben, den grossen Rückstand aufzuholen, griffen die Riders dezidierter an. Sie stoppten sich häufig aber selber, da ihnen zu viele Fehler unterliefen.
«Wir zogen einen schlechten Tag ein und konnten von Beginn weg nicht unser gewohntes Spiel zeigen. »
Florian Fauser, Trainer Floorball Riders
Trainer Florian Fauser suchte hinterher keine beschönigenden Worte und sprach von einem verdienten Sieg für Laupen.
«Wir zogen einen schlechten Tag ein und konnten von Beginn weg nicht unser gewohntes Spiel zeigen. Darum haben wir zurecht verloren.»
Spritzig und aufsässig
Der UHC Laupen hatte von Anfang an erheblich mehr Ballbesitz. Das Heimteam wirkte spritziger und aufsässiger, reagierte oftmals gedankenschnell und bewies immer wieder seine Stärke bei Kontern. Bis auf das 3:0 von Hanka Lackova, das auf glückhafte Weise zustande kam, da die Tschechin den Ball nicht richtig traf, erzielten die Laupnerinnen alle ihre Tore nach schnellen Gegenangriffen.
Vor dem 1:0 etwa fing Yara Hofmann einen Ball ab und lancierte sofort Lackova. Diese liess sich nicht zweimal bitten. Kurz vor der ersten Sirene lief Yara Hofmann dann in einen Querpass der Riders, zog gleich selber davon und vollendete kaltblütig zum 2:0.
Zweimal schöpften die Gäste etwas Hoffnung. In der 38. Minute nutzte Sabrina Gmür einen der wenigen groben Schnitzer in der Laupner Defensive aus. Und in der 45. Minute tankte sich Riders-Topskorerin Hana Polakova unwiderstehlich durch.
Nur fünf Minuten später gelang Viviane Manser aber das 6:2 – damit war das Derby entschieden. Polakova spielte in dieser Szene erneut eine wichtige Rolle. Statt nach einem hart geführten Zweikampf, der die Laupnerinnen in Ballbesitz brachte, sofort zurückzulaufen, ärgerte sich die Tschechin über den ausbleibenden Pfiff der Schiedsrichter, verwarf die Arme und trottete halbherzig hinterher.
Niederlage beim Zweiten
Ein Tag nach dem Derbyerfolg gegen die Floorball Riders unterlagen die Frauen des UHC Laupen am Sonntag auswärts Emmental Zollbrück 5:7. Die Oberländerinnen gerieten gegen den vorerst dominant auftretenden NLA-Tabellenzweiten in den ersten elf Minuten 0:3 in Rückstand. Kurz nach Spielhälfte stand es 2:7, ehe die Laupnerinnen gegen den nun nicht mehr so konsequent agierenden Gegner dreimal hintereinander trafen. Nach dem fünften Laupner Tor verblieben noch mehr als zehn Minuten. Die längst nur noch mit zwei Linien anstürmenden Gäste versuchten nochmals alles, um den Rückstand zu verkürzen. Doch trotz guter Leistung im letzten Drittel gelangen ihnen keine weitere Treffer mehr. (zo)
